Medien BackSpin

Falsches zu Nahost richtig gestellt

Gaza-Schmuggler benutzen Google Earth

honestreporting Media BackSpin, 19. November 2007

The Economist berichtet, dass die Palästinenser eine weitere Verwendung für Google Earth entdeckten.

Die Schmuggler sind meistens kleine Privatunternehmer. Sie suchen sich zuerst einen Landstreifen nahe den Grenzanlagen aus und graben dann mit mechanischem Gerät ein großes Loch. Dann fassen sie mehrere Dutzende Quadratmeter ein, fangen an zu graben und füllen das erste Loch mit der Erde auf, die sie aus dem Tunnel nach oben befördern. Mithilfe der Satellitenbilder von Google Earth können sie Länge und Richtung des Tunnels genau berechnen.

Google Earth dient also nicht nur Raketentrupps, die Israel beschießen.

Al-Dura: Wo bleiben die Mainstream-Medien?

honestreporting Media BackSpin, 18. November 2007

Tagelang durchsuchten wir die Mainstream-Medien nach irgendeinem A) englischsprachigen, b) nichtisraelischen und nichtjüdischem C) Massenmedium, das D) aufrichtig in einem Nachrichtenartikel über die jüngste Anhörung in Paris berichtete, als das Video zu Mohammed al-Dura als unglaubwürdig eingestuft wurde.

Was dies betrifft, Dank an die schottische Sunday Herald und sonst niemand.

Vereinzelt fanden wir Kommentare, so in der National Post und der Melbourne Herald Sun.

Dazu AP, das zu unserer Überraschung heute berichtete, dass die Hamas Jamal Al-Dura inhaftiert hat - ein Bericht, der es unterließ, auf die Entwicklung in Frankreich hinzuweisen.

So mussten Blogger wie Nidra Poller, Melanie Phillips, Richard Landes und HonestReporting/Take-A-Pen über die Verhandlung berichten. Haben wir etwas verpasst? Wo bleiben die Mainstream-Medien?

Leseempfehlungen

honestreporting Media BackSpin, 18. November 2007

Gerüchte um Nahost-Gipfel in Annapolis
Der Bürgermeister und Politiker vor Ort „wissen selbst nicht, wann der Gipfel stattfinden wird.“ Die jüdische Gemeinde stellt sich auch darauf ein.

Vertriebene Juden besitzen notarielle Besitzurkunden für arabisches Land

Kurz vor den libanesischen Präsidentschaftswahlen
Freitag ist Deadline; Beiruter Bürger scheinen die Hauptverlierer zu werden.

Knesset-Abgeordnete entdecken Facebook
Aber haben sie irgendwelche Freunde?

Bad News für Associated Press und Jamal Dura

honestreporting Media BackSpin, 18. November 2007

AP berichtet, dass Mohammad Duras Vater Jamal wegen „angeblich in die Luft abgegebener Freudenschüsse bei einer Hochzeitsfeier seiner Familie“ vorübergehend von der Hamas eingesperrt wurde.

Leider erwähnt der Nachrichtenservice nicht die Besonderheit im Fall Jamal, nämlich, dass das Filmmaterial von France 2 in einem Gerichtssaal in Paris vor nur einer Woche für unglaubwürdig befunden wurde. Die AP-Autoren müssen unser Video aus dem Gerichtsgebäude verpasst haben.

Briefe an feedback@ap.org

Highlights der Anhörung

honestreporting Media BackSpin, 16. November 2007

Nidra Pollers detaillierter Bericht zum Geschehen bei der Anhörung und Veröffentlichung des Videos zu Mohammad Dura - hier die Ausgabe von Pajamas Media, auf die wir uns freuten.

Und verpassen Sie nicht das Exklusiv- Video von HonestReporting/Take-A-Pen sowie den ersten Bericht aus dem Gerichtsgebäude.

Leseempfehlungen

honestreporting Media BackSpin, 15. November 2007

Handelt Disney gegen die Hamas?
Urheberrechtverletzung wird in Wonderland als heimtückisch angesehen

Warum hätte die Hisbollah Interesse daran, im FBI oder der CIA einen Spion einzuschleusen?

Palästinenser reinigen Josephs Grabstätte
Andere gute Nachrichten, die Sie verpasst haben könnten: Arabische Solidaritätskundgebung für israelische MIA’s*
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*Vermisste israelische Soldaten

Sicherheitszusagen

honestreporting Media BackSpin, 15. November 2007

Kolumnist David Ignatius von der Washington Post beschuldigt Israel wegen der Tatsache, dass die PA nicht in der Lage war, ihre in der Road Map geforderten Sicherheitsverpflichtungen zu erfüllen. Ignatius vergisst zu bedenken:

• Jahrelang hatte Yasser Arafats aufgeblähter Sicherheitsapparat mehr Personal als bei den Osloer Friedensverhandlungen vereinbart.

• Viele der PA-Sicherheitskräfte, von denen man erwartet hatte, dass sie gegen die verschiedenen Terrororganisationen vorgehen würden, hatten enge Beziehungen zu diesen.

• Die PA zögerte, gegen die Hamas vorzugehen, bevor diese zu mächtig wurde.

Dura-Reportage unglaubwürdig, Teil 2

honestreporting Media BackSpin, 15. November 2007

Alain Benjamin von HonestReporting/Take-A-Pen interviewte einige Schlüsselpersonen außerhalb des Gerichtssaales, wo sich die Unglaubwürdigkeit des Dura-Reports von France 2 herausstellte.

Dura-Reportage unglaubwürdig

honestreporting Media BackSpin, 15. November 2007

Zusammen mit Take-A-Pen berichtete HonestReporting gestern Nachmittag über die Anhörung in Frankreich, wo das Filmrohmaterial zum Fall Mohammed Dura zum ersten Mal öffentlich gezeigt wurde. Alain Benjamin von HonestReporting/Take-A-Pen, der das Video in Gerichtssaal gesehen hat, informierte Redakteur Pesach Benson (Media BackSpin) telefonisch über den Verlauf des Verfahrens.

Was war im Filmrohmaterial zu sehen?

Wir können mit Bestimmtheit feststellen, dass niemand sagen kann, wer auf wen schoss. Charles Enderlin hat in Gerichtshof gesagt, dass die Palästinenser zuerst mit der Schießerei begonnen haben, aber letztendlich können wir nicht sagen, was an jenem Tag geschehen ist. Man kann nicht sagen, wer für was verantwortlich ist. Charles Enderlins Behauptung, die israelische Armee habe den Jungen getötet, ist komplett falsch. Er konnte lediglich sagen, dass der Junge getötet worden war - aber wir wissen nicht, von wem.

Es gab ein Gerangel darüber, wie viel Filmmaterial gezeigt werden würde. Wurde das komplette Video gezeigt?

Charles Enderlin hat 18 Minuten Filmmaterial eingereicht. Die Richterin hat ohne Beeinflussung der Anwälte Karsentys danach gefragt, was mit den 27 Minuten geschehen sei. Enderlin hat [für die Akten] erklärt, dass er Filmmaterial manipulieren musste, das für den Tag nicht relevant war. Er sagte, dass er das Filmmaterial mittels DVD für den Gerichtshof übertragen hat. Das sorgte für Überraschung im Gerichtssaal.

Also fragte die Richterin, ob irgendjemand, der von der Sache wusste, das Filmmaterial gesehen hätte. Luc Rosenzweig war anwesend, stand auf und sagte, dass er ein Band gesehen habe, dass mehr als 20 Minuten Länge hatte. Richard Landes erhob sich auch. Er hat das Filmmaterial in Enderlins Büro gesehen. Er sagte aus, dass der Timer mindestens 21 Minuten anzeigte. Die Richterin ließ grundsätzlich diese Frage auf sich beruhen, aber im Gerichtssaal verdichtete sich der unausgesprochene Verdacht, dass am Filmmaterial herumgepfuscht oder manipuliert worden war.

Nachdem die Anhörung endete - wie reagierten die Menschen auf das, was sie gesehen hatten?

Niemand glaubte, dass die Version von France 2 wahr sei. Einige Leute behaupteten, dass das Filmmaterial gestellt worden war. Andere denken, das Filmmaterial sei echt. Aber ohne Frage dachte niemand, dass irgendjemand gestorben war.

Gibt das Filmmaterial Karsenty Recht?

Jeder, der aus dem Gerichtssaal kam, sagte „Wow“ und sprach darüber, ob Karsenty gegen France 2 Maßnahmen ergreifen würde, weil sie versucht hatten, das Gericht anzulügen. Er kann auf den Urteilsspruch warten oder kann France 2 wegen Herumpfuschens am Band verklagen. Er hat einige Optionen. Ganz offensichtlich hat die Version von France 2 die Richterin nicht überzeugt. Der Urteilsspruch wird für den 27. Februar 2008 erwartet.

Wie regierten die Leute von France 2 nach der Anhörung?

France 2 verließ sofort den Gerichtssaal. Sie eilten raus und weg waren sie. Sie wollten mit niemandem sprechen.

Einige Leute machten sich Sorgen, dass die Wiederaufnahme des Themas Israels Image beschädigen würde.

Es gibt absolut keinen Grund, sich darum jetzt Sorgen zu machen.

Wie war das Medienaufkommen?

Sehr groß. Vier oder fünf Fernsehteams waren anwesend, dazu 30 Journalisten von Fernsehen, Rundfunk und Printmedien. Nur ein Drittel der Journalisten und der Öffentlichkeit erhielt Einlass in den Gerichtssaal, um das Filmmaterial zu sehen. Wegen des Andrangs begann die Anhörung mit Verspätung. Sie kamen von überall her. Einmal sah ich, wie Philippe von einem Kuwaiter Fernsehteam interviewed wurde.

Was ist die wichtigste Lektion, dir wir heute gelernt haben?

Ein Mann ließ sich vier Jahre lang nicht unterkriegen. Es ist eine Lektion, was Durchhaltevermögen betrifft.

Israel sollte sich ein Vorbild an diesem Versuch nehmen, die Wahrheit zu verfolgen, statt die Angelegenheit schnell abzuhaken. Wenn Israels PR-Leute alle diese unterschiedlichen Sachen verfolgt hätten, die gezeigt haben, dass es nicht seine Schuld war, wären die Dinge anders gelaufen.

Die andere Lektion wirft ein Licht auf einen Prozess, der in der Region (Nahost) weit verbreitet ist. Die Menschen realisieren nicht, dass Palästinenser ihren Journalistenjob bekommen, weil sie mit der palästinensischen Sache fühlen. Sie sind nicht in der Lage, eine Agenda abzuarbeiten. Es liegt nun an den Nachrichtenagenturen, offen zu legen, dass sie Einheimische für die Fernsehberichterstattung beschäftigen, um Eilmeldungen zu senden.

Update: Sehen Sie sich Alain Benjamins Videobericht an.

Hamas verschärft Einschränkung der Berichterstattung

honestreporting Media BackSpin, 14. November 2007

Die Hamas hat ihre Beschränkungen für Journalisten weiter ausgedehnt. AP schreibt:

In einer Verordnung, die auf ihrer Website am Mittwoch veröffentlicht wurde, erklärte sie, dass Journalisten, die vom Hamas-Innenminsterium keine offiziellen Presseausweise ausgestellt bekommen haben, die Arbeit in Gaza verboten wird. Nachrichtenservices haben die Ausstellung der Ausweise abgelehnt, weil sie zur Folge hat, dass man damit in die Restriktionen einwilligt, darunter vage enthaltene Verbote für Stories, die die „nationalen Zuständigkeiten“ nicht gewährleisten.

Die Einschränkungen wurden erstmals 1995 von der Fatah erlassen, als sie noch an der Macht war, und zu jener Zeit dazu benutzt, die Hamas in Schach zu halten.

„Die Regierung wird keinem Reporter oder Fotografen eine Arbeitserlaubnis geben, bevor er nicht den Presseausweis erhalten hat“, verkündete die Hamas. „Diese Entscheidung wurde nach der Kundgebung der Fatah-Bewegung getroffen, auf der Dutzende Kameramänner und Fotografen beobachtet wurden, die nicht für irgendeine Medienorganisation arbeiteten, sondern ihre Kameras für politische Parteien und aus persönlichen Motiven heraus verwendeten.“

Die Hamas hatte nicht gesagt, welche Maßnahmen gegen Journalisten ergriffen werden würden, die die Vorschrift nicht einhalten.

Dazu passend: Hamas stellt Medienausweise aus