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Falsches zu Nahost richtig gestellt

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Interessante Art einen Waffenstillstand einzuhalten

So überschreibt honestreporing.coms „Backspin“ gleich zwei Meldungen vom 11. Mai, die dann kommentiert werden:

Der Daily Telegraph behauptet, dass die Hamas den Waffenstillstand eingehalten hat:

Wie wir damals schon sagten, sollten Amerika, die EU und Israel direkt mit der Hamas verhandeln, in der Hoffnung sie in Richtung einer Aufgabe der Gewalt zu steuern. Die Tatsache, dass sie in den Wahlprozess begeben hat – sie gab eine Fatwa gegen die ersten palästinensischen Wahlen 1996 heraus – einen Waffenstillstand eingehalten und eine langfristige Waffenruhe mit Israel vorgeschlagen hat, belegt die Veränderung. Darauf aufzubauen ist der weisere Kurs. Ächtung wird nur zu weiterer Radikalisierung führen.

In Jordanien Waffenlager aufzubauen und das Volkswiderstandskomitee zu nutzen um einen Stellvertreter-Terrorkrieg gegen Israel zu führen, sind interessante Arten einen Waffenstillstand einzuhalten. Bezüglich des „Friedensvorschlags“ der Hamas macht der „Telegraph“ unglücklicherweise denselben Fehler wie Reuters.

Und das setzt sich dann so fort:

Zwei Hamas-Mitglieder gestanden israelischen Sicherheitskräften, dass sie dabei waren eine Terrorzelle aufzubauen, um Israelis anzugreifen und Soldaten zu entführen. Die Jerusalem Post schreibt:

Die beiden sagten, sie stünden unter Befehl hochrangiger Hamas-Agenten im Gazastreifen, die ihnen sagten sie von Gaza aus in die Westbank übergehen werden würden.

Währenddessen erwischte Reuters Hamas-Führer Khaled Maschaal in Doha:

Wir fordern alle Völker in den umgebenden arabischen Ländern auf, die muslimische Welt und jeden, der uns unterstützen will, dass sie uns Waffen, Geld und Männer schicken“, sagte der politische Führer der Hamas, Khaled Maschaal in einer Rede auf einer pro-palästinensischen Veranstaltung in Qatar.

So viel also dazu, dass der „Daily Telegraph“ erklärt, dass die Hamas die Waffenruhe einhält.

Interessanter Waffenstillstand – 3

YNet News berichtet, dass die israelische Marine innerhalb von zwei Wochen bereits ein zweites Boot davon abhielt Waffen nach Gaza zu schmuggeln.

Marinetaucher holten nach der Verhaftung der Schmuggler acht Säcke voller Sprengstoff und Landminen aus dem Wasser.

MediaBackspin, 15.05.2006

Kein Grund zur Aufregung

Donnerstag, 18. Mai 2006
http://backspin.typepad.com/backspin/2006/05/imitation_flatt.html

Nachdem palästinensische Bewaffnete diese Woche eine hochrangige Hamas-Persönlichkeit, gab James Taranto die folgende Überlegung zu bedenken:

Erinnern Sie sich, vor ein paar Jahren, als Israel ein paar Hamas-Bosse tötete, in dem Bemühen Selbstmord-Anschläge zu verhindern? Das verursachte weltweite Empörung. Diesmal jedoch waren es arabische Terroristen, die andere arabische Terroristen töteten. Wäre dabei jüdisches Leben gerettet worden, es wäre schlichtweg Zufall gewesen. Daher gibt es keine Grund für weltweite Empörung.

Anmerkung heplev:
Ins Klare übersetzt, damit es jeder begreift: Es hätte wohl dann doch die weltweite Empörung über die Tötung eines Terroristen gegeben, wären damit zufällig ein paar Juden gerettet worden. Denn das scheint in der weltweiten Medien- und politischen Landschaft DER Grund schlechthin für Empörung zu sein, der einzige, wenn im Nahen Osten jemand getötet wird. Umbringen darf man immer, wenn damit keine Juden vor Schaden bewahrt werden.

Die “Executive Force”

Donnerstag, 18. Mai 2006
http://backspin.typepad.com/backspin/2006/05/meet_the_execut.html

Reuters fasst das Durcheinander in Gaza zusammen, das durch die rivalisierenden Sicherheitskräfte mit einander in Konflikt stehenden Loyalitäten verursacht wird:

Ein älterer Mann war nicht sicher, wer wer ist. „Seid ihr von der Polizei oder der Hamas?“, fragt der 65-jährige Abu Ahmed einige Bewaffnete.

“Wir sind die Executive Force“ (auf Deutsch in etwa: die ausführende Gewalt), antwortete ein bärtiger junger Mann von der Hamas, was den 65-jährigen Abu Ahmed wenig schlauer zurück ließ.

Fatah-Kämpfer bekämpfen Medien-Einseitigkeit

HR MediaBackspin, Sonntag, 21. Mai 2006

http://backspin.typepad.com/backspin/2006/05/fatah_gunmen_fi.html

Drei Autos von Al-Jazirah wurden am Wochenende in Ramallah abgefackelt, offensichtlich von Kämpfern der Fatah. Die Jerusalem Post erklärt, warum:

Quellen sagen, die Unterstützer der Fatah seien verärgert über Al-Jazirah, weil der Sender nicht über die Anti-Hamas-Demonstration der Fatah in der Stadt früher am Tag berichtete.

Wir sind der Meinung, dass der Füller mächtiger ist als das Schwert.

Absolut klar

honestreporting.com Media Backspin

Haaretz beschreibt Hamas-Komandant Ibrahim Hamad als “den von Israel meist gesuchten Mann in der Westbank“. Für Caroline Hawley von der BBC ist allerdings “nicht klar“, warum Israel den Mann jetzt verhaftet hat:

BBC-Korrespondentin Caroline Hawley in Jerusalem sagt, es sei nicht klar, warum die Armee gegen Hamad vorging.


Die Hamas hat seit 15 Monaten keine Selbstmordanschläge ausgeführt und die israelischen Militäroperationen der letzten Monate haben sich statt dessen auf die militante Gruppe Jihad konzentriert, die für die meisten der letzten Bomben verantwortlich gewesen ist.

Nicht klar? Hier sind ein paar absolut deutliche (vor-Hudna) Gründe aus den Archiven der BBC in chronologischer Reihenfolge: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7. Und hier berichtete die Beeb auch Israels Vorwurf, dass die Hamas die Waffenruhe ohnehin nicht einhält. Das scheint uns klar genug.

Es ist die Wirtschaft, Dummkopf!

Honestreporting.com Media BackSpin – Dienstag, 23. Mai 2006

Der Christian Science Monitor stellt die boomende israelische Wirtschaft der schrumpfenden palästinensischen Wirtschaft gegenüber. Ist Frieden eine notwendige Voraussetzung für Wohlstand oder genügt Sicherheit? Und wie besorgt sollten Israel und der Westen sein, was die Verschiedenheit der beiden Wirtschaften angeht?