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Falsches zu Nahost richtig gestellt

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Hamas: Keine Anerkennung Israels

Honestreporting.com Kommunique, Mittwoch, 28. Juni 2006

Trotz unterschiedlicher Auslegungen einer palästinensischen Übereinkunft lehnt die Hamas weiterhin das Existenzsrecht Israels ab.

HonestReporting analysierte bereits früher die Inhalte des so genannten “Gefangenen-Dokuments”, das von vielen Medien als palästinensischer Beitrag zum Frieden dargestellt wurde. Zur selben Zeit, in der die IDF in Gaza zu operieren beginnt, um die Freilassung eines ihrer entführten Soldaten sicherzustellen, verkündeten Hamas und Fatah eine Vereinbarung zwischen den beiden palästinensischen Gruppen zum Inhalt des Dokuments.

Trotz der Behauptungen einiger palästinensischer Sprecher hat die Hamas aber noch immer nicht der grundlegendsten Forderung der internationalen Gemeinde zugestimmt – der Anerkennung des Existenzrechts Israels. Im Gegensatz zu der anfänglichen Reaktion auf das Gefangenendokument scheinen die amerikanischen Medien die Sache diesmal zurückhaltender und realistischer anzugehen.

Die LA Times nennt den Schritt der Palästinenser „eher den Versuch, in der Zeit der Krise eine symbolische vereinte Front zu präsentieren, als tatsächlich die kompromisslose Einstellung zu ändern, die zur diplomatischen und wirtschaftlichen Isolierung der Hamas-beherrschten Regierung geführt hat. Die islamistische Hamas-Bewegung betonte, dass sie weiterhin nicht gewillt sei, das Existenzrecht Israels anzuerkennen.

Diese Skepsis wurde vom Toronto Star aufgenommen:

Ob das Dokument, das die Schaffung eines palästinensischen Staates in der Westbank, dem Gazastreifen und Ost-Jerusalem fordert, die Anerkennung Israels impliziert, bleibt der Interpretation überlassen. Und ob die zersplitterte Hamas-Bewegung, deren Führung in Damaskus jeden derartigen Kompromiss verweigert, das Gefangenenpapier akzeptiert, ist noch mehr in Frage zu stellen.

Während die Baltimore Sun einfach erklärte, dass es „gestern Verwirrung über die Position der Hamas gab, deren Vertreter bestritten, dass sie Israel anerkannt hätten“, war es die BBC, die einen unwiderlegbaren Nachweis der Hamas-Strategie ausstrahlte:

Der palästinensische Minister Abdel Rahman Zeidan teilte der BBC mit, dass das Hamas-Fatah-Dokument den Staat Israel auf keinen Fall anerkennt.

„Es gibt zu diesem Satz keine gesonderte Vereinbarung unter den Palästinensern. Sie werden nicht ein Wort im Dokument finden, das klar die Anerkennung Israels erklärt. Niemand hat dem zugestimmt. Das war kein Verhandlungsgegenstand. Dies war nicht Bestandteil des Gesprächs,“ sagte er.

Auch die NY Times erkannte die fehlerhafte Logik der Behauptungen, die palästinensische Vereinbarung bedeute die Anerkennung Israels durch die Hamas:

Aber Salah al-Bardawil, ein Parlamentsabgeordneter der Hamas, erzählte Reuters: "Wir sagten, dass wir einen Staat in den Grenzen von 1967 akzeptieren? Aber wir sagten nicht, dass wir eine Zweistaatenlösung akzeptieren.“

Hamas-Sprecher Masri sagte in einem Interview: „Sie [die zwei Staaten] existieren. Das ist greifbar, sie existieren, wir erkennen die Tatsache an, dass sie existieren. Was wir nicht anerkennen ist die Legitimität der Besatzung.“

Mit der letzten Aussage meint die Hamas üblicherweise die Besetzung des historischen Palästina durch einen israelischen Staat, gleich welcher Art; die Charta der Hamas besagt ausdrücklich, dass Palästina waqf-Land ist, von Gott den Muslimen gegeben, die es nicht abtreten oder verkaufen können.

HonestReporting lobt jene Medien, die sich der Versuchung widersetzt haben, die inherenten Hürden auf dem Weg zum Frieden, die in der palästinensischen Vereinbarung existieren, unter den Teppich zu kehren, wie es in großen Teilen der britischen Presse geschah. (s. HonestReporting UK). Wir rufen die Leser auf wachsam zu sein angesichts der Versuche, das Dokument der Häftlinge als Anerkennung des Existenzrechts Israels durch die Hamas darzustellen.

Die Stimme in der Wüste

Honestreporting.com Media BackSpin, Mittwoch, 28. Juni 2006

Die BBC ist eine unerwartet einsame Stimme in der Wüste, die das bestätigt, was wir bereits über das „Gefangenen-Dokument“ der palästinensischen Häftlinge wussten :

Der palästinensische Minister Abdel Rahman Zeidan erzählte der BBC, dass das Hamas-Fatah-Dokument auf keinen Fall den Staat Israel anerkennt.

„Es gibt kein Übereinkommen zwischen den Palästinensern in dieser Frage. Sie werden nicht ein Wort im Dokument finden, das eindeutig von der Anerkennung Israels als einem Staat spricht. Niemand hat diesem zugestimmt. Dies war nicht Verhandlungsgegenstand. Dies war nicht Bestandteil des Gesprächs“, sagte er.

Wecke doch jemand den Guardian auf! Chris McGreal, mit offensichtlichen Problemen wegen seiner verdammten Kaffeesatzleserei, verfasste nicht einen, sondern zwei Berichte, dass die Hamas Israel letztlich anerkenne.

Zitat des Tages

Honestreporting.com Media BackSpin, 3. Juli 2006

"Die Palästinenser am Schauen der Fußballweltmeisterschaft zu hindern ist psychologische Folter, die durch die Genfer Konvention gesetzlich verboten worden sollte."

Ibrahim Mussa, ein 32jähriger Palästinenser, der trotz zeitweiligen Stromausfalles im Gazastreifen darauf drängt, die Fußballweltmeisterschaft sehen zu können.

Ein AFP-Bericht.

Kollateralschäden im Wartestand (2)

Honestreporting.com Media BackSpin, 4. Juli 2006

Wenn diesen Kindern irgendetwas passiert, wer, denken Sie, wird dann beschuldigt?


Ein palästinensischer Kämpfer der Hamas am Montag, den 3. Juli 2006, auf seinem Kontrollgang bei einer Stellung in Beit Hanoun im nördlichen Gazastreifen. Am Montag drang bei Tagesanbruch eine kleine gepanzerte Einheit der Israelis im nördlichen Gazastreifen ein, aber die Militärs sprachen von einer „begrenzten“ Mission. Militante Palästinenser, die einen israelischen Soldaten entführten, gaben Israel weniger als 24 Stunden Zeit ab Montag, damit zu beginnen, 1.500 palästinensische Häftlinge freizulassen, und sie drohten, dass er sterben würde, wenn Israel den Forderungen nicht nachkäme. (AP-Foto / Kevin Frayer)


(Hat tip:LGF)

Medien-Kreuzfeuer

honesreporting.com Media BackSpin, 6. Juli 2006

Dieses Update der Jerusalem Post zum Einmarsch in den Gazastreifen gibt dem Begriff „Medien-Kreuzfeuer“ eine neue Bedeutung:

Sich widersprechende Berichte gaben unterschiedliche Gründe für eine Explosion an, die am Mittwochabend in Beit Lahiya ein Auto traf, in dem sich Reporter des Satelliten-Fernsehkanals Al-Jazira befanden. Nach Angaben von Augenzeugen gab es offensichtlich einige Verletzungen und Krankenwagen waren auf dem Weg zum Ort des Geschehens.

Nach den letzten Berichten wurde der Vorfall offensichtlich ausgelöst, als palästinensische Bewaffnete das Team von Al-Jazira für getarnte IDF-Soldaten in einer Verhaftungssituation hielten und sofort das Feuer auf sie eröffneten.

Kollateralschäden im Wartestand (3)

Honestreporting.com Media BackSpin, 6. Juli 2006



Ein palästinensischer Bewaffneter sucht Schutz inmitten einer Gruppe von Zivilisten nach einem israelischen Angriff im Dorf Abasan nahe der im südlichen Gazastreifen gelegenen Stadt Khan Younis; Donnerstag, 6. Juli 2006. Ein israelischer Angriff traf eine Gruppe von Palästinensern, wobei zwei Menschen getötet und mehrere verwundet wurden. Die Armee sagte, sie habe einen Luftangriff gegen bewaffnete Milizen durchgeführt.
(AP-Foto / Emilio Morenatti)

Schwert immer noch mächtiger als Schreibfeder

Honestreporting.com Media BackSpin, 6. Juli 2006

Gemäß USA Today erhalten palästinensische Journalisten vermutlich mehr Terrordrohungen als die israelischen Sicherheitskräfte, mit voraussagbaren Ergebnissen:

Vier von al-Arabeeds (Besitzer und Manager von Gaza al-Hurriya Radio) 32 Mitarbeitern kündigten, nachdem sie Drohungen über Telefon oder E-mail erhalten haben, sagte er. Etwa 70 Todesdrohungen pro Tag füllten Arabeeds eigene Voice Mail. Deshalb wies er Anfang Mai sein Personal an, die Nachrichtenberichterstattung auszusetzen.

Arabeed sagt, dass er die Hamas-Regierung um Schutz ersuchte, aber keine Antwort erhielt. Ab dem 1. Juni gingen al-Hurriyas Nachrichten wieder auf Sendung, aber mit einer signifikanten Änderung: Sie unterlassen jetzt jeden Hinweis auf die Hamas. Wenn beispielsweise die Hamas-Regierung ein Dekret herausgibt oder sich mit ausländischen Regierungsvertretern trifft, wird al-Hurriya darüber nicht berichten. Die Angestellten des Senders glauben, dass sie die Hamas wahrscheinlich weniger reizen, wenn sie nicht darüber informieren.

Beeinflusst die Einschüchterung auch die westlichen Nachrichtensender? Bedenken Sie das große Vertrauen in palästinensische "Stringer". Lesen Sie mehr über die palästinensischen Medien, wie sie ihre Berichterstattung verniedlichen, hier und hier.

Ich liebe meinen menschlichen Schutzschild

elderofzion hat ein markantes Bild:


BEIT LAHIYA – Neben einem Graffiti an der Wand steht am 6. Juli 2006 ein maskierter und bewaffneter palästinensischer Militanter während eines Feuergefechts mit israelischen Soldaten in Beit Lahiya im nördlichen Gazastreifen.

Wie stehen die Chancen, dass er das Kind auffordert sich an einen sicheren Ort zu begeben?

Arabische Medien geben ihr Bestes

Honestreporting.com Media BackSpin, 10. Juli 2006

YNet News trieb das Neueste von arabischen Cartoonisten zur Gaza-Krise auf. Dieser Cartoon, veröffentlicht in Jordaniens al-Rad, „weist“ darauf hin, dass Israel die Operation Sommerregen so plante, dass sie statt findet, während die Leute von der Fußballweltmeisterschaft abgelenkt sind.

Hamas zwingt Kinder zum Kampfeinsatz

Honestreporting.com Media BackSpin, 9. Juli 2006

Ein ins Krankenhaus eingelieferter 16-jähriger Junge enthüllte Washington Post Reporter Scott Wilson Erschreckendes:

In einem Doppelzimmer im vierten Stockwerk des Krankenhauses erholte sich Wissam-al-Scheich Khalil von einer Kugel, die seine Hüfte verletzt hatte. Khalil, ein 16-Jähriger mit dem dünnen Schnurrbart eines Heranwachsenden, sagte, dass Hamas-Milizen ihn zwangen, einen Sprengsatz auf die andere Seite einer Straße zu tragen, die durch israelische Soldaten überwacht wurde.

„Sowie ich die Kiste hoch nahm, wurde ich getroffen“, sagte er.

Was muss geschehen, dass Palästinenser ihre Kinder Frieden lehren?