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Falsches zu Nahost richtig gestellt

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Ich war ein Werkzeug der Hisbollah

honestreporting.com Media BackSpin, 26. Juli 2006

Nach einer Besichtigungstour durch Beirut als Teil eines Hisbollah-Medienevents gab CNN-Reporter Nic Robertson zu, dass er von der Terrororganisation schlichtweg benutzt wurde. Das Eingeständnis kam in der Ausgabe von CNNs „Reliable Sources“ (zuverlässige Quellen) vom 23. Juli. Das überraschende Gespräch von Robertson und (Moderator) Howard Kurtz sagt alles (Verschriftlichung anhand der Sendung korrigiert):

Howard Kurtz: „Ich möchte nun zu Nic Robertson von CNN kommen, der uns live aus Beirut zugeschaltet ist. Nic Robertson, wir sprachen gerade über die Art und Weise, wie Journalisten über die Hisbollah und einige dieser Besichtigungstouren berichten, die Hisbollah-Vertreter zu den Bombenschäden in Bereichen des Südlibanon arrangiert haben. Ich glaube, Sie haben eine dieser Touren mitgemacht. Ist es nicht schwierig für Sie als Journalist, die ganzen Behauptungen der Hisbollah unabhängig zu verifizieren, weil Sie nicht in der Lage sind, in die Gebäude hinein zu gehen und nachzusehen, ob es nicht doch irgendwelche militärische Aktivität gibt oder irgendwelche Waffen, die dort versteckt werden?“

NIC Robertson: „Nun, Howard, da gibt es keinen Zweifel: Hisbollah hat eine sehr, sehr gut entwickelte und effiziente Medienarbeit. Und Tatsache ist, dass sie darüber hinaus die Gebiete südlich von Beirut sehr, sehr gut unter Kontrolle hat. Sie verweigert den Journalisten den Zugang in diese Gebiete. Sie kann den Zugang zu Krankenhäusern ablehnen oder zulassen, wie sie will. Sie hat eine Menge Macht und Einfluss. Man kommt da ohne ihre Erlaubnis nicht hin. Und als ich dort war, wurden uns rund 10 oder 15 Minuten gegeben, in denen wir praktisch wortwörtlich durch eine Reihe Stadtviertel rannten, die sie uns angaben und in die sie uns schickten.

Ich würde sagen, dass mir in dieser Zeit sehr klar war, dass der Hisbollah-Pressevertreter, der uns auf diese geführte Tour mitnahm – es waren jede Menge Hisbollah-Sicherheitsleute mit Funkgeräten dabei –in der Situation reichlich unruhig und besorgt war. Aber es gibt keinen Zweifel: Sie hatten die Lage unter Kontrolle. Sie bestimmten die Orte, an die wir gingen; und wir hatten absolut keine Zeit, in die Häuser zu gehen oder Schutt wegzuräumen, um zu sehen, was sich darunter befand.

Was wir also heute bei einer ähnlichen Exkursion sahen – die Hisbollah führt jetzt täglich mehrere davon durch, bringt Journalisten in dieses Gebiet. Sie wissen, dass dies ihnen eine gute Möglichkeit bietet, ihre Botschaft nach außen zu tragen, wenn sie Journalisten regelmäßig dorthin bringen. Dieser Presseoffizier stolperte heute über sein Pressebüro, jedenfalls über das, was davon im Schutt übrig war. Er zeigte auf Visitenkarten, von denen er sagte, sie stammten aus seinem Büro, das die Pressestelle der Hisbollah in diesem Gebiet war.

Es gibt also keinen Zweifel, dass die Bomben dort Hisbollah-Einrichtungen trafen. Aber soweit wir es beurteilen können, scheint es viele Zivilschäden zu geben, viel beschädigtes Privateigentum. Aber noch einmal: Wie Sie sagen, hatten wir nicht genügend Zeit, in die Häuser zu gehen, die Häuser zu durchsuchen, nachzusehen, ob dort es vielleicht jemanden gab, Sie wissen schon, der tagsüber Taxifahrer ist und nachts Hisbollah-Kämpfer.“

Kurtz: „In welchem Ausmaß, glauben Sie, wurden Sie benutzt, um die Aufnahmen zu machen, die sie haben wollten – natürlich ist es schrecklich, dass so viele Zivilisten getötet wurden – ohne jegliche Möglichkeit, wie Sie eben ausführten, zu verifizieren, weil – um die Rolle der Hisbollah zu verifizieren, weil das eine Kampftruppe ist, die dafür bekannt ist, in der Zivilbevölkerung zu verschwinden und dort ihre Waffen zu deponieren?“

Robertson: „Absolut. Und ich denke, wenn wir versuchen unseren Job zu tun, nämlich da raus zu gehen und nach bestem Wissen und Gewissen zu sehen, was da geschah, in dieser Umgebung, in den südlichen Vororten von Beirut, die die Hisbollah kontrolliert, dann ist die einzige Möglichkeit in diese Gegenden zu kommen, eine Hisbollah-Eskorte. Und wirklich, wenn man ihre Behauptungen hört, dann müssen sie schon mit etwas kommen, in das du deine journalistische Integrität stecken musst. Dann muss man das Publikum darauf hinweisen und es wissen lassen, dass das eine von Presseleuten der Hisbollah gemeinsam mit ihren Sicherheitsleuten geführte Tour war, dass es sehr schnell ging, dass keine Zeit war hinzugehen und diese Gebäude genauer anzusehen.

Die Zuschauer müssen die Bedingungen kennen, unter denen diese Tour statt fand. Und noch einmal, wenn wir nicht alles bekommen haben - oder wir ohne Zustimmung der Hisbollah keinen Zugang zu jenen Bereichen erhielten, da sie diese Gebiete kontrollieren.“

Blogger Rick Noyes hat Video-Links, die Robertsons Berichterstattung des Medien-Events zeigen. Er erwähnt auch lobend Anderson Coopers Bericht desselben Medienevents.

(Hat tip: Rick Noyes)

Wochenende in Haifa

Honestreporting.com Media BackSpin, 30. Juli 2006

In den YNetNews teilt ein IDF-Sprecher der Reserve einige Erlebnisse über ein betriebsames Wochenende mit, dieses Stirnrunzeln verursachende inklusive:

Während ich von einem europäischen Radiosender interviewed wurde, fuhr mich der Reporter an, als ich erwähnte, dass Haifa eine jüdische-arabische Bevölkerung hat und dass, während wir sprechen, viele von ihnen zusammen in den Luftschutzbunkern säßen und vor den Raketen Nasrallahs Schutz suchten.

Ich war überrascht, dass diese Information so irritierend sein konnte. Ich traute mich nicht, ihm von dem Mann zu erzählen, der im Zentrum Haifas auf mich zu kam, mir die bombardierte Vorderseite seines Geschäfts zeigte und mir erklärte, er sei ein Araber, der sich wünscht, dass die IDF die Hisbollah vernichtet.

Vorstadtkrieger

Honestreporting.com Media BackSpin, 30. Juli 2006

Australiens Sunday Herald Sun veröffentlichte einige erstaunliche Fotos von den Vorstadtkriegern der Hisbollah:


Der Sunday Herald Sun erklärt:

Die Exklusivbilder von Sunday Herald Sun zeigen, wie die Hisbollah dicht bevölkerte Wohngebiete als Abschussrampen für Raketen und schwerkalibrige Waffen benutzt.

In Zivil gekleidet, um so schnell untertauchen zu können, tragen die Milizen automatische Sturmgewehre und fahren mit LKW, auf denen Geschütze montiert sind.

Die Fotographien, die vom christlichen Bereich von Wadi Chahrour in Osten Beiruts stammen, wurden von einem anwesenden Journalisten aufgenommen und einem Freund herausgeschmuggelt….

Der Mann aus Melbourne, der die Fotos aus Beirut herausschmuggelte und ungenant bleiben will, war weniger als 400 Meter vom Wohnblock entfernt, der ausradiert wurde.

„Die Hisbollah kam rein, um ihre Raketen abzuschießen; innerhalb weniger Minuten wurde der Bereich durch israelische Jets zerstört,“ sagte er.

„Bis die Hisbollah Kämpfer ankamen, war er nicht von den Israelis beschossen worden. Dann wurde er verwüstet.“

Qana inszeniert?

Honestreporting.com Media BackSpin, 1. August 2006


Ein von einem professionellen Plakatmacher eingestellter Kommentar bei Israel Matzav wirft Fragen auf, die vermuten lassen, dass Qana inszeniert war. Aber was hat dieses AFP-Foto von Arbeitern, die ein 10m hohes Plakat anbringen, damit zu tun?

Hisbollah-Anhänger bringen im Zentrum von Beirut ein Transparent mit arabischem Text an, das US-Außenministerin Condoleezza Rice zeigt: „Das Blutbad der Kinder in Qana 2 ist ein Geschenk von Rice. Die intelligenten Bomben… dumm.“ 52 Menschen wurden getötet, viele von ihnen schlafende Kinder, als israelische Flugzeuge das libanesische Dorf Qana bombardierten, was weltweite Empörung und Androhungen von Vergeltung für ein „Kriegsverbrechen" lostrat, während ein Waffenstillstand weiter entfernt denn je zu sein scheint. (AFP/Ramzi Haidar)

Qana inszeniert? Teil 2

Honestreporting.com Media BackSpin, 1. August 2006

Die Intrige verdichtet sich. YNet News berichtet:

Das Rote Kreuz gab bekannt, dass in Qana 29 Leichen geborgen wurden, 19 davon Kinder. Der Bericht steht im Widerspruch zum Bericht des Libanon, dass 57 Menschen getötet wurden.

Qana inszeniert? Teil 3

Honestreporting.com Media BackSpin, 1. August 2006

Die französisch-sprachige Website Libanoscopie macht die Hisbollah direkt für Qana verantwortlich. YNet News übersetzt:

„Wir haben von einer glaubwürdigen Quelle erfahren, dass die Hisbollah, aufgeschreckt durch den Plan Sinioras, einen Zwischenfall ausgeheckt hat, der helfen würde, die Verhandlungen zu vereiteln. Im Wissen, dass Israel nicht zögern würde, zivile Ziele zu bombardieren, haben Hisbollah-Kämpfer eine Raketenstellung auf dem Dach plaziert und brachten behinderte Kinder ins Innere des Gebäudes, um eine Antwort durch die israelische Luftwaffe zu provozieren. Auf diese Weise planten sie, den Tod von Unschuldigen für ihre Zwecke zu nutzen und die Vermittlungsinitiative zu verhindern,“ so die Website.

Die Macher der Internetseite behaupteten auch, dass die Hisbollah den Vorfall nicht nur inszenierte, sondern Qana auch aus einem besonderen Grund benutzte: „Sie benutzten Qana, weil das Dorf bereits als ein Symbol für das Massakrieren unschuldiger Zivilisten steht. Deshalb bastelten sie „Qana 2“.

Heute lesenswert

honestreporting.com Media BackSpin, Dienstag, 01. August 2006

* Der Boston Globe trieb sich einige Zeit mit zwei libanesischen Bewaffneten in Bint Jbail herum, die eine veritable Hisbollah-Kindertruppe beschreiben:

Hussein und Hamid rechneten ihren Erfolg gegen die Israelis ihrer Ergebenheit dem Islam gegenüber zu, beschrieben aber eine akribische Planung der Führung des Guerillakrieges, der um eine sorgfältig ausgesuchte Kampftruppe aufgebaut ist, deren Mitglieder ihr Training im Alter von 14 Jahren beginnen...

Nur erfahrene Kämpfer dürfen an den Kämpfen in der vordersten Linie teilnehmen, sagte Hussein. Die Kinder werden von klein auf trainiert, selbst wenn sie nicht als Hisbollah-Kämpfer ausgewählt werden. „Wie, denkst Du, werden unsere Kinder aufgezogen? Um gegen die Israelis zu kämpfen! Mein Sohn ist 13 Jahre alt und weiß, wie man einen Mörser abfeuert.“

* David Bernstein, der Leserbriefredakteur des The Age in Melbourne, kommentiert den zunehmenden Antisemitismus in den Leserbriefen an den Redakteur, der sich auf die Krise im Libanon bezieht.

* Der Daily Telegraph entdeckt, wie einfach es ist, Katjuschas zu verstecken.

* Die Washington Post dokumentiert in einem freundlich gehaltenen Porträt die menschliche Seite der israelischen Soldaten und wie israelische Familien damit umgehen, dass ihre Lieben zum Kämpfen einberufen werden.

US Medien schalten sich in Human-Shields-Debatte ein

honestreporting.com Media BackSpin, 2. August 2006

Es war nur eine Frage der Zeit, bis wir einen explosionsartigen Anstieg von Leitartikeln in amerikanischen Zeitungen zu den Kämpfen im Libanon sehen konnten. Und eine große Zahl von Karikaturisten und Zeitungen durchschaut die Benutzung menschlicher Schutzschilde durch die Hisbollah. Ein Leitartikel in der Arizona Republic und eine Karikatur von Sandy Huffaker fassen das zusammen. Zuerst Huffaker:



In einem Leitartikel der Arizona Republic steht:

Die Terroristen tragen keine Uniformen. Sie stellen ihre Raketenwerfer und schweren Waffen absichtlich in dicht bevölkerten Gebieten auf, mit genau der Absicht, das Zögern der israelischen Armee auszunutzen, Orte wie Qana mit ihrer beträchtlichen Feuerkraft einzudecken. Und tatsächlich zeigen Videoaufnahmen, wie Katjuascha-Raketen neben dem Gebäude abgefeuert wurden, das in Qana zerstört wurde.

Was die aus dem Iran gelieferten Raketen betrifft, die die Terroristen wahllos auf israelische Städte und Dörfer wie Kiryat Schmona abfeuern, so enthalten viele davon Stahlkugeln, die speziell dafür entwickelt worden sind, israelische Zivilisten zu töten.

Nur die Tatsache, dass die Israelis robuste Luftschutzkeller für ihre Bürger gebaut haben statt sie als menschliche Schutzschilde vor die Raketen ihrer Feinde zu stellen, hat die Gesamtzahl der Getöteten niedrig gehalten. Das ist der wesentliche Unterschied bezüglich der „Verhältnismäßigkeit“, auf der so viele im Westen in der Beurteilung dieses Konflikts bestehen. Die eine Seite sorgt sich um die Zahl der zivilen Todesopfer in diesem schrecklichen Nahostkonflikt, die andere genießt sie in vollen Zügen.

Lesen Sie weitere Leitartikel zum Thema „Human Shields“, im Boston Globe, der Chicago Tribune und der San Diego-Union Tribune (1 und 2).

Kommentatoren kritisieren BBC

Honestreporting.com Media BackSpin, 6. August 2006

Die BBC gerät wegen ihrer unausgewogenen Berichterstattung über den Israel-Hisbollah-Konflikt unter Beschuss. Lesen Sie Commentators Critisize BBC, das neueste Kommuniqué von HonestReporting UK.

Nova Scotia

Honestreporting.com Media BackSpin, 6. August 2006

CBC Kommentator Anthony Westell denkt, dass die Staatsgründung Israels ein Fehler war. Hier lesen sie warum:

Stellen Sie sich vor, wie wir uns fühlen würden, wenn die UNO entschieden hätte, in Kanada eine Heimat für Muslime zu schaffen, indem sie, sagen wir mal, Neuschottland aufteilte. Ja, es ist zu weit hergeholt um es ernst zu nehmen, aber das ist ungefähr das, was mit den Palästinensern passiert.

Westell räumt jüdisch-biblische Ansprüche an das Land ein, beharrt aber darauf, dass er mehr an „gegenwärtigen Ereignissen“ interessiert ist.