Medien BackSpin

Falsches zu Nahost richtig gestellt

Archiv

Unlogische Schlussfolgerung

honestreporting.com Media BackSpin, 30. November 2006

John Farmer, Kolumnist beim Newark Star Ledger, gibt seinen Senf zum Konflikt im Nahen Osten mit dieser geistreichen unlogischen Schlussfolgerung:

Jede Lösung muss einige Zugeständnisse durch die Israelis mit einbeziehen, schon auch nur deswegen, weil die Palästinenser fast nichts zuzugestehen haben.

Wie wäre es, die Existenzberechtigung Israels zuzugestehen, auf Terror zu verzichten und bisherige Friedensvereinbarungen einzulösen?

Nee….

UPDATE: Edmonton Sun-Kolumnistin Mindelle Jacobs hat verstanden, nicht aber Baker Panel.

France 2 verliert zweiten Dura-Prozess

honestreporting.com Media BackSpin, 3. Dezember 2006

Der zweite Prozess wegen des Videos von France 2 zu Mohammed Duras Tod endete unerwartet, als ein Richter die Klage des staatseigenen Fernsehsenders abschmetterte. France 2 und Reporter Charles Enderlin verklagten Pierre Lurcat wegen Verleumdung bei der Vernehmung zur Glaubwürdigkeit des Videos. Nidra Poller von Pyjama Media berichtet, dass die Klage aus rein formalen Gründen abgewiesen wurde:

Indem es urteilte, dass France 2 keinen Beweis für die Anschuldigung liefern konnte, Pierre Lurcat sei der Betreiber der Website, auf der die belastenden Äußerungen veröffentlicht wurden [League de Défense Juïve], wies das Gericht die Zivilklage ohne weitere Kenntnisnahme ab [....]

Rechtsanwalt David Dassa-Le-Deist, zufrieden mit der Urteilsverkündung, vermerkt, dass sein Klient sechs Jahre juristischer Belästigung durch einen Zivilkläger ertragen musste, der in Wikipedia stöberte, um eine Beweiskette zu erstellen….

Im ersten Verfahren war Philippe Karsenty für schuldig befunden worden und musste einen symbolischen Euro Schadenersatz an Enderlin und France 2 leisten. Die Gerichtsverhandlung gegen den dritten Beklagten, Charles Gouz, ist noch nicht eröffnet. Bei Richard Landes können Sie mehr Details dazu erfahren.

Interessante Tätigkeitsbeschreibung

honestreporting.com Media BackSpin, 3. Dezember 2006

Der Economist entdeckt eine interessante Tätigkeitsbeschreibung auf France 24:

Nächstes Jahr wird der Sender einige arabische Programme zusätzlich auf dem englischsprachigen Kanal anbieten. Er hat die Französin Agnès Levallois dazu bestimmt, den arabischen Dienstleister zu beaufsichtigen, um sicherzustellen, dass Journalisten nicht "Märtyrer" sagen, wenn sie "Terroristen" sagen sollten, wie Monsieur de Pouzilhac es formuliert.

Selbstmordattentäter: Wessen Version passt?

honestreporting.com Media BackSpin, 3. Dezember 2006

Lesen Sie im Observer (Großbritannien) und der JTA* diametral entgegengesetzte Versionen zu Motivationen von palästinensischen Selbstmordattentätern. The Observer widmete sich der Oma-Bomberin, während die JTA einen neuen Film von Pierre Rehov zeigte:

"Selbstmord-Attentäter: Das Paradies ist die Hölle.“

*Jewish Telegraphic Agency

Ehre, wem Ehre gebührt

honestreporting.com Media BackSpin, 3. Dezember 2006

Zur Abwechslung hier einmal verantwortungsbewusster Journalismus von Reuters. Trotz der Aussagen der Einheimischen zur Belagerung der al-Nasser-Moschee von Beit Hanoun konzentriert sich Reporter Luke Baker auf die Tatsache, dass allein die bewaffneten Milizen für die Zerstörung der Moschee verantwortlich waren:

Die Armee entschied, dass, seit die Moschee für militärische Zwecke benutzt wurde, diese nicht mehr durch die Regeln der Kampfführung geschützt war. Die Kommandanten schickten gepanzerte Planierraupen `rein, um die alten Mauern, die aus dem zum 13. Jahrhundert stammen, umzulegen....

Als sie gefragt wurden, ob Bewaffnete das Heiligtum als Schutz benutzt hätten, während sie israelische Truppen bekämpften, verhielten sich Kafarneh und seine Freunde, die auf Plastikstühlen um ihn herumsaßen, wortkarg und abweisend.

"Es gab Bewaffnete, ja. Aber sie waren nicht innerhalb der Moschee. Sie waren in Gebäuden in der Nähe. Schauen Sie, die Gebäude und die Moschee befinden sich alle hier", sagte einer, während die anderen nickten.

Am Tag der Patt-Situation sagte die islamisch-militante Hamas selbst, die die palästinensische Regierung stellt, dass Dutzende ihrer Bewaffneten sich darin [In der Moschee; d. Übersetzer] verkrochen hätten….

Sehr wenige sind bereit, die Aktionen der Milizen mit der Zerstörung des Gebäudes in Verbindung zu bringen, selbst wenn es sehr unwahrscheinlich ist, dass es unter Beschuss genommen worden wäre, falls sich dort Bewaffnete aufgehalten hätten.

Leseempfehlungen

honestreporting.com Media BackSpin, 3. Dezember 2006

*Die San Francisco Chronicle stellt Israels ersten Auslandsdiplomaten vor, der Beduine und Muslim ist: Konsul Ishmael Khaldi. Der 35 Jahre alte Khaldi arbeitet im israelischen Konsulat in San Francisco.

*Amos Harel von der Haaretz sinniert über die Zukunft der UNIFIL, wenn die Hisbollah die Macht im Libanon übernimmt.

*Abu Yousef, ein lang gedientes Mitglied der Force-17*, erzählte WorldNetDaily, dass die amerikanischen Gewehre, die zur Unterstützung Mahmoud Abbas gedacht waren, letztlich benutzt würden, um Juden zu töten und gegen die "israelische Besetzung zu kämpfen." Yousef weiß wovon er spricht: Er ist auch ein Mitglied der Al-Aqsa Märtyrer-Brigaden.
________

*Die 3.500 Mann zählende Force-17 war zu Yassir Arafats persönlichem Schutz aufgestellt worden.

Brisante Sprengsätze

honestreporting.com Media BackSpin, 5. Dezember 2006

Freigegebene Fotos der IDF, Videos und Verhöre von Gefangenen beweisen, dass die Hisbollah aus Zivilgebieten heraus Raketen abfeuerte und dabei Zivilisten als menschliche Schutzschilde gebrauchte. Eine Studie, die auf einer neu freigegebenen Information basiert, wurde vom Intelligence and Terrorism Information Center at the Center for Special Studies vorgelegt und vom American Jewish Congress ins Englische übersetzt (Lesen Sie hier die gesamte Studie).

Die NY Times, die ein Vorabexemplar der Studie erhielt, berichtet:

Die Studie besagt, dass es viele dieser Beispiele gab und die Hisbollah sich auf solche Kampfhandlungen jahrelang vorbereitet hat, indem sie Ihre Kämpfer und Waffen in den Schiiten-Dörfern im Südlibanon einbettete. Als die Hisbollah ihre Raketen aus jenen Bereichen abfeuerte, sah sich Israel damit konfrontiert, entweder anzugreifen und zivile Opfer zu verursachen oder sich zurückzuhalten, so der Bericht.

Elias Hanna, ein pensionierter libanesischer Armeegeneral, sagte zu den israelischen Angaben: "Selbstverständlich gibt es versteckte unsichtbare Tunnels, Bunker für Raketenwerfer, Bunker mit Sprengsätzen unter Zivilisten."

Lassen Sie sich das beigefügte Video der NY Times nicht entgehen:

Al Jazeera-Chefredakteur schüttet sein Herz aus

honestreporting.com Media BackSpin, 10. Dezember 2006

Die Weltwoche, ein Schweizer Wochenblatt, sprach in Doha mit Al Jazeera-Chefredakteur Ahmed Scheikh [Abbildung]. World Politics Watch übersetzte das Interview ins Englische.

Dank an Reporter Pierre Heumann, der Sheikh mit Fragen unter Druck setzte, die wir auch gerne stellen würden -; zu der persönlichen Befangenheit eines Redakteurs, der aus Nablus stammt, zu Selbstmordattentaten, zum Irak, zum neuen englischsprachigen Kanal seines Senders und mehr.

Lesen Sie alles in: Al Jazeera-Chefredakteur schüttet sein Herz aus.

Stellen Sie sich die Schlagzeilen vor

honestreporting.com Media BackSpin, 11. Dezember 2006

Die LA Times berichtet über den neuesten Horror aus Gaza. Stellen Sie sich die Schlagzeilen vor, wenn Israel für einen Angriff wie diesen verantwortlich wäre:

Drei junge Söhne eines leitenden palästinensischen Geheimdienstoffiziers und ihr Fahrer wurden heute bei einem Angriff von Bewaffneten an einer Straße getötet, auf der sich Schulkinder drängten. Der Angriff könnte Kämpfe zwischen den palästinensischen Flügeln auslösen.

Augenzeugen sagten, dass mindestens zwei Bewaffnete aus einem Auto ausstiegen und das Feuer mit Kalaschnikovgewehren eröffneten, nachdem sie das Fahrzeug blockiert hatten, das die Kinder des Geheimdienstoffiziers Baha Balousheh transportierte, einem Untergebenen von Mahmoud Abbas, dem Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde.

Die Jungen, 6, 7 und 9 Jahre alt, fanden den Tod, ebenso ihr 25-jähriger Fahrer. Mindestens vier Umstehende wurden bei dem um 6:15 h morgens verübten Anschlag verletzt, wie Krankenhausmitarbeiter sagten.

Als die Schüsse fielen warfen sich die Kinder auf der Straße, an der mehrere Schulen liegen, zu Boden oder flohen schreiend, sagten Augenzeugen.

Preisverleihung für den verlogensten Reporter des Jahres 2006

honestreporting.com Media BackSpin, 11. Dezember 2006

Besuchen Sie HonestReportings sechste jährliche Preisvergabe der verzerrtesten und parteiischsten Berichterstattung zum Nahost-Konflikt: Preis für den verlogensten Reporter des Jahres 2006.

Und stellen Sie sicher, dass Sie sich Sie sich auf unserer Podcast-Premiere anhören, was HonestReporting-Mitarbeiter zu den besten und schlechtesten Medien des Jahres zu sagen haben.

Die technischen Informationen dazu (auf Englisch) finden sie hier.

UPDATE: Danke an Pajamas Media, dass sie es mitbekommen haben.