Medien BackSpin

Falsches zu Nahost richtig gestellt

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Aktivitäten außerhalb des Lehrplans

honestreporting.com Media BackSpin, 2. Februar 2007

Haaretz berichtet, dass in der Islamischen Universität Gaza sieben iranische Waffenexperten von Kräften der Palästinensischen Autonomiebehörde festgenommen wurden:

Die Fatah-Kräfte nahmen ca. 1.400 Feuerwaffen und Raketen in ihren Besitz, die man auf dem Gelände fand.

Zahars Nahost-Friedensplan: Kanada aufteilen

honestreporting.com Media BackSpin, 1. Februar 2007

In einem Interview mit der Globe & Mail* schlug der palästinensische Außenminister Mahmoud Zahar vor, Israel nach Kanada zu versetzen. Reporter Mark MacKinnon schreibt:

Später im Interview schlug er vor, dass es einen islamischen Staat geben sollte, der sich über den gesamten Nahen Osten ausdehnt und fügte hinzu, dass es in Kanada viel Raum gebe, um eine jüdische Heimat zu gründen.

Irgendeine Reaktion von CBC-Kommentator Anthony Westell?

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* Dieser Artikel ist (leider) kaufpflichtig.

Interview dröselt Chiracs Doktrin auf

honestreporting.com Media BackSpin, 1. Februar 2007

Jacques Chirac sagte einer Gruppe Reportern, einschließlich denen der NY Times, dass es keine große Sache wäre, wenn der Iran ein oder zwei Bomben entwickelte, solange dies nicht zur Weiterverbreitung führe:

"Ich würde sagen, gefährlich in dieser Situation ist nicht die Tatsache des Besitzes einer Atombombe“, sagte er. "Eine oder etwas später möglicherweise eine zweite Bombe zu besitzen, na ja, das ist nicht sehr gefährlich."

Gefragt, ob er einen iranischen Atomangriff auf Israel fürchte, antwortete er:

" Wohin würde der Iran sie abschießen, auf Israel?" fragte Herr Chirac. "Sie wäre keine 200 Meter in die Luft gestiegen, da wäre Teheran auch schon ausgelöscht."

Chirac nahm am nächsten Tag von den Bemerkungen Abstand. Er konnte wohl den Widerspruch zwischen seinen Ansichten zu atomarer Abschreckung und angemessener Reaktion nicht unter einen Hut bringen.

Kräfte der Geschichte verstehen

honestreporting.com Media BackSpin, 2. Februar 2007

Der Journalist Patrick Martin erklärte kanadischen Studenten, dass ein fundiertes Verständnis der Geschichte des Nahen Osten für Reporter, die aus dem Nahen Osten berichten, wesentlich ist:

"Es ist der größte individuelle Vorzug, den Sie wahrscheinlich haben, um diese Region verstehen zu können“, sagte der ehemalige Nahost-Büroleiter der Globe & Mail, jetzt Redakteur für die Kommentarseite des Blattes, den etwa 75 Zuhörern bei einem nachmittäglichen Vortrag.

"Dies alles ist eine Fortsetzung dessen was in der Vergangenheit geschah" sagte Martin, und beschrieb, wie er die krisengeschüttelte Region sah - nach mehr als drei Jahrzehnten mit Besuchen und Arbeiten in Gebieten von Marokko bis zum Irak.

"Und bis Sie die Quellen davon nicht erfassen“, fügte er hinzu, "sind Sie kein guter Journalist und Sie verstehen nicht, welche Kräfte am Wirken sind."

Leider neigen die Medien dazu, Auslandbüros zu schließen und im Zweifelsfall mit Reisejournalismus und Freien Mitarbeitern über die Runden zu kommen.

(Hat tip: Headlines & Deadlines)

Die „Moderaten“ mäßigen

honestreporting.com Media BackSpin, 1. Februar 2007

Im National Review deckt Andrew McCarthy die Beziehung der Fatah zu den Al-Aksa Märtyrer-Brigaden auf (die mit dem Islamischen Jihad die Verantwortung für den Anschlag diese Woche in Eilat übernahmen):

Die mörderischen Aksa-Brigaden bewiesen allerdings, um welch peinliche Scharade der Fatah es sich handelte. Sie wurden im Jahr 2002 von der Regierung der Vereinigten Staaten nach der Verübung einer Reihe von Gräueltaten offiziell als ausländische Terrororganisation eingestuft - im Zusammenhang mit Arafats Orchestrierung der zweiten Intifada, die Ende 2000 begann und offiziell niemals beendet wurde.

Es besteht kein Zweifel darüber, dass die Brigaden ein wesentlicher Bestandteil der Fatah sind. Dokumente, die von den israelischen Verteidigungskräften beschlagnahmt wurden, belegten eindeutig, dass Arafat sie direkt bezahlte. Ferner verkündete Ahmed Qurei von der Fatah, späterer Premierminister der Palästinensischen Autonomiebehörde, in einem Interview 2004 mit der arabischen Tageszeitung Asharq Al-Awsat:

"Wir haben eindeutig erklärt, dass die Aksa-Märtyrerbrigaden ein Teil der Fatah sind […]... Wir sind ihnen verpflichtet und die Fatah trägt die volle Verantwortung für die Gruppe." Qurei bestand darauf, dass sie "nicht abgebaut werden“, und dass jedes Mitglied der Brigaden "das Recht hat, eine politische Rolle im Rahmen der Fatah zu spielen"....

Abbas hält intensive Kontakte zu den Brigaden. Sein enges Bündnis mit Marwan Barghouti, einer prägenden Figur der Brigaden, der gegenwärtig in Israel eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen mehrfachen Mordes verbüßt, war unentbehrlich für seine Wahl zum Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde im Jahr 2004. Die Unterstützung seitens Barghouti und der Brigaden bleibt der Schlüssel* dafür, dass Abbas bei der Fatah weiterhin die Zügel in der Hand hält.

In der Tat berichtete die deutsche Wochenzeitung Welt am Sonntag im letzten März, dass Abbas ein weiteres Aksa-Schwergewicht, Zakariya Zubeidi, zum Kommandeur der Polizeikräfte in Jenin ernannt hat - allein, nachdem er persönlich Zeuge einer Demonstration des ungehemmten Zuspruchs wurde, den Zubeidi und die Brigaden im Hexenkessel der West Bank genießen.

(Hat tip: Vital Perspective Blog).

Den vollständigen Artikel können Sie hier lesen:

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*Benötigt Registrierung

Redakteur vor Rauswurf?

honestreporting.com Media BackSpin, 3. Februar 2007

Ein Leiter der britischen jüdischen Gemeinschaft strebt die Entfernung von Jeremy Bowen von der BBC (im Bild) von seinem Posten als Nahost-Redakteur an. Die Jerusalem Post schreibt:

Andrew Balcombe, Vorsitzender der Zionist Federation of Britain and Ireland, hat an Dr. Chitra Bharucah, den Vorsitzenden des BBC Trust, geschrieben, nachdem eine von Bowen letzten Monat verschickte E-Mail durchsickerte und dessen Unparteilichkeit in Frage stellt, da er die Last der Verantwortung für die Gewalt in der Region Israel auferlegt. Der Nahost-Redakteur macht für die „Zersplitterung der palästinensischen Gesellschaft“ den „Tod der Hoffnung“ verantwortlich, indem er Israel als den Grund dafür anführt...

Balcombe sagte, dass Bowen ein immens erfahrener und fähiger Journalist ist; er ist sicher, dass die BBC seine Talente an einem anderen internaitonalen Ort verwenden kann, deutete aber an, dass eine Erfahrung aus dem Jahr 2000 Bowns Sicht auf Israel „gefärbt“ habe.

“Im Mai 2000 wurde Bowens Fahrer Abd al-Rahman Taggush bei Kämpfen im Südlibanon versehentlich von einer israelischen Panzergranate getötet. Bowen war nur ein paar Meter entfernt, und so professionell er auch ist, dieser verstörende Zwischenfall dürfte Bowens Sichtweise zu Israel seitdem gefärbt haben“, sasgte Balcombe.

Nur ‚behelfsmäßig vorübergehend’

honestreporting.com Media BackSpin, 4. Februar 2007

Was hat die Bewaffneten der Hamas und der Fatah dazu gebracht Straßensperren um Gaza einzurichten? Wir dachten immer, die Palästinenser betrachteten Straßensperren wie diese als erniedrigend:

Maskierte Bewaffnete Palästinenser der Fatah stellen die Mannschaft einer behelfsmäßigen vorübergehenden Straßensperre in einer Straße in Gaza Stadt am Samstag, 3. Februar 2007 (AP Foto/Khalil Hamra)

Die New York Times nahm ebenfalls von der Verbreitung der Straßensperren Kenntnis.

Stellen Sie sich die Schlagzeilen vor

honestreporting.com Media BackSpin, 4. Februar 2007

Stellen Sie sich die Schlagzeigen vor, wenn Israel hierfür verantwortlich wäre:

Das wahllose Schießen war so geartet, dass Krankenwagen getroffen wurden und ein Sanitäter von einem Querschläger leicht verwundet wurde. Ein Krankenhaus des Roten Halbmondes wurde mit Maschinengewehren unter Feuer genommen und Vertreter des palästinensischen Gesundheitsministeriums sagten, den Ärzten ginge das Blut aus.

Aus der Berichterstattung der Times of London.

Beredtes Schweigen

honestreporting.com Media BackSpin, 4. Februar 2007

Richard Landes wundert sich über das fehlende Interesse der MSM [Mainstream-Medien] an Kritik der Exzesse beim Bürgerkrieg im Gazastreifen:

Sie sind bereit Menschen umzubringen, um gute Berichterstattung zu bekommen und schlechte zu vermeiden. Lassen wir doch die MSM ein Experiment machen:

Wie wäre es mit etwas moralischer Empörung über die widerlich ausschweifende Hinwendung zur Gewalt seitens der Hamas und der Fatah, sagen wir vom 10. Januar, wie sie sie gegen Israel wegen dessen sorgfältig gemessener Gewaltanwendung gegen die rücksichtslosen Bemühungen zur Tötung israelischer Zivilisten richten?

Sie können die vernichtende Kritik auf Landes Blog, The Augean Stables im Ganzen lesen (auf Englisch).

Bis zur Unkenntlichkeit verdreht

honestreporting.com Media BackSpin, 4. Februar 2007

Der Preis für den Leitartikel-Roman des Wochenendes geht an John Whitbeck, der im Christian Science Monitor Platz zur Verfügung bekam, um die Vorstellung in die Gegend zu posaunen, dass die Hamas Israel anerkennen muss:

Zu verlangen, dass die Palästinenser „Israels Existenzrecht“ anerkennen, heißt zu verlangen, dass Menschen, die als Untermenschen behandelt wurden, die die grundlegenden Menschenrechte nicht wert seien, öffentlich erklären, dass sie tatsächlich Untermenschen sind. Es würde implizieren, dass die Palästinenser akzeptieren, dass sie verdienen, was ihnen angetan wurde und weiter angetan wird.

So, wie die israelische Öffentlichkeit im Laufe der Zeit eine Zweistaaten-Lösung und Verhandlungen mit der PLO akzeptierte, so gab es jede Menge nationaler Diskussion und In-sich-Gehen. Für die Palästinenser bedeutet die Anerkennung Israels nicht mehr als die Existenz des jüdischen Staates zu akzeptieren. Wenn sich die Palästinenser durch die Anerkennung Israels „untermenschlich“ fühlen, was kann man dann überhaupt von ihnen erwarten?

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