Medien BackSpin

Falsches zu Nahost richtig gestellt

Archiv

Winograd-Einmaleins

honestreporting.com Media BackSpin, 1. Mai 2007

Gestern gab die Winograd-Kommission einen vorläufigen Bericht über ihre Ergebnisse heraus, die online [Auf Englisch] abrufbar sind.

Der vorläufige Bericht handelt von der Zeitspanne bis zum Kriegsausbruch und den ersten sechs Tagen des Krieges. Die weiteren Ergebnisse des Komitees sollen im Spätsommer der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Der pensionierte Richter Eliyahu Winograd leitet die Untersuchung.

Bei Haaretz können Sie mehr Hintergrundinformationen zur ganzen Aufregung nachlesen.

Leseempfehlungen

honestreporting.com Media BackSpin, 1. Mai 2007

Joel Mowbray kritisiert hart die von Steuerzahlern finanzierten Fernsehnachrichten von Al-Hurra wegen der permanent zu langen Sendezeit für radikale Muslime und Holocaustleugner und des erschreckenden Mangels an Aufsichtspflicht. Er folgt damit einem Kommentar, den wir im März geblogt haben: Buhlen um arabische Sympathien.

• Manfred Gerstenfeld befragt Aayan Hirsi Ali zu Israel, den Palästinensern und der europäischen Doppelmoral; die Chicago Tribune interviewt Natan Sharansky*, der über den Iran, den Friedensprozess und mehr spricht.

• Big Bird, Cookie Monster und Grover befassen sich mit der palästinensischen Selbstmordkultur, wenn die Sesamstraße wieder in den Nahen Osten zurückkehrt. AP schreibt:

Gary Knell** sagte, das Ziel ist, negativem Einfluss der Gesellschaft entgegenzuwirken, weil Kinder schon im Alter von 3 Jahren beginnen, Vorurteile zu entwickeln.

"Sie werden so nicht geboren“, sagte er. "Sie erlernen es von ihren Eltern, von der Gemeinschaft, von Freunden."

• Der Christian Science Monitor geht den Belastungen und der Drangsal der Juden im Iran nach.
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*Erfordert Registrierung
** Vorsitzender des "Sesamstraßen-Workshops", einer gemeinnützigen Organisation mit Sitz in New York.

Webnews

Werbung für iranische Atomausschreibungen

honestreporting.com Media BackSpin, 30. April 2007

Der Iran annoncierte Ausschreibungen für Kernreaktoren in der International Herald Tribune. Illuminea [Link funktioniert derzeit nicht] resümiert, dass

....dies ziemlich deutlich zeigt, dass Profit, und sei er noch so gering aus einer Zeitungsanzeige gewonnen, weit wichtiger ist als das Leben von uns kleinen Normalmenschen.

Es überrascht schon, dass auch Angebote des großen Satans willkommen sind. Israelische Unternehmen wissen bereits, was sie mit ihren Angeboten machen können.

UPDATE, 1. Mai: Bei Allison Kaplan Sommer können Sie eine Abbildung der vollständigen Anzeige sehen.

Unmoralische Gleichwertigkeit

honestreporting.com Media BackSpin, 1. Mai 2007

Ian Buruma schreibt in der LA Times:

Wie die Juden, etwa während traditioneller Pessachfeste, Gott bitten, seinen Zorn auf die Nichtjuden herabzuschicken, die "ihn nicht kennen," und viele Christen glauben, dass die Hölle auf jene wartet, die sich nicht zu ihrem Glauben bekehren lassen, haben Moslems Veranlassung zu glauben, dass die Tötung der Feinde des Islam gerechtfertigt ist.

Was für eine moralische Gleichwertigkeit ist das? Es gibt einen Riesenunterschied zwischen passiver Erwartung göttlicher Vergeltung und aktiver ruchloser Rache im Namen Gottes.

(Hat tip: James Taranto)

Webnews

Herald Tribune: 'Terrorist', Kanada: 'Freiheitskämpfer'

honestreporting.com Media BackSpin, 2. Mai 2007

Der Fall von Huseyin Celil [Abbildung] mit der kanadisch-chinesischen Staatsbürgerschaft gibt der Behauptung des höheren Reuters-Angestellten Steven Jukes, dass „des einen Terrorist des anderen Freiheitskämpfer ist", eine neue Bedeutung.

Der Hintergrund: China überführte Huseyin Celil, Geld an eine islamische Separatistengruppe in der Provinz Guangdong transferiert zu haben. Ironischerweise nennt sich diese Gruppe 'Hisbollah'. Kanada sagt, dass Celil ein Menschenrechtsaktivist ist und befürchtet, dass er gefoltert wurde. China erkennt Celis kanadische Staatsbürgerschaft nicht an und sagt, dass seine Inhaftierung eine innerchinesische Angelegenheit seit.

Wir kennen weder Celil noch die chinesischen Separatisten, aber wir finden den Gebrauch des Wortes "Terror" von der International Herald Tribune sehr bemerkenswert:

China sagt Kanada, es solle sich nicht in Angelegenheiten von Terror-Häftlingen einmischen….

Wenn diese Hisbollah eine Terrororganisation ist, wie sollte die Herald Tribune dann die andere Hisbollah-Organisation bezeichnen, die zwei IDF-Soldaten entführte und Tausende Raketen auf Israel auffeuerte?

(Hat tip: Headlines & Deadlines)

Harvard-Gutachten zum Libanonkrieg

honestreporting.com Media BackSpin, 2. Mai 2007

Ein wissenschaftliches Gutachten kommt zu dem Schluss, dass die Hisbollah die Medien erfolgreich im Kampf gegen Israel benutzte.

Ausführlich dazu im neuesten Kommuniqué von HonestReporting: Harvard-Gutachten untersucht die Medienberichterstattung im Libanonkrieg.

Neugierige wollen es wissen

honestreporting.com Media BackSpin, 2. Mai 2007

Während die Mainstream Medien Tinte verschütten und Federkiele zerbrechen, um die sich entfaltenden Konsequenzen des Winograd-Reports zu bewerten, sprechen Jonathan Freedland und Roger Cohen wichtige Fragen zur israelischen Demokratie an. Freedland vom The Guardian schreibt:

Israels Stolz darauf, dass es die einzige Demokratie im Nahen Osten ist, wird häufig Verachtung entgegengebracht. Aber diese Praxis hat gezeigt, dass - mindestens innerhalb seiner eigenen Grenzen - Israel zu einer demokratischen Verantwortlichkeit fähig ist, die man in der umgebenden Region gänzlich vermisst.

Stellen Sie sich für einen Moment ein Gremium kluger Männer oder ägyptischer Ältester vor, die an Bashar Assad oder Hosni Mubarak eine ähnliche Botschaft richten. Sie könnten nicht damit rechnen, Applaus zu bekommen, wie ihn Winograd bekommen hat, sondern bestenfalls einen langen Aufenthalt im Gefängnis.

In der International Herald Tribune schlägt Cohen weitere Fragen für Wissensdurstige vor:

Wie wäre es mit einer saudischen Kommission, die nachprüft, wie 15 ihrer Bürger dazukamen, sich den Hijackern vom 11.09.2001 anzuschließen? Oder eine libanesische Kommission, die nachforscht, wie die Hisbollah in der Lage gewesen ist, als quasi-unabhängige bewaffnete Einheit innerhalb der Staatsgrenzen zu operieren? Oder eine iranische Kommission, die eruiert, wie die Hoffnungen der Revolution von 1979 nur zu einer anderen Form von Diktatur führten?

Wenn jene Kommissionen einberufen werden wird der Nahe Osten Fortschritte machen.

Froher Welttag der Pressefreiheit?

honestreporting.com Media BackSpin, 3. Mai 2007

Weiß Alan Johnston, dass heute der jährlich von der UNO begangene Welttag der Pressefreiheit ist?

Haben Journalisten in der PA, in Jordanien, Afghanistan, Pakistan, Iran und Syrien oder die Blogger in Ägypten irgendetwas zu feiern?

Debatte zu dumm zum Abwürgen

honestreporting.com Media BackSpin, 3. Mai 2007

Oxford-Studenten, die kürzlich die Doha Debatten veranstalteten, überwanden die mythische Unterdrückung durch die Pro-Israel-Lobby und stimmten mit einer eindrucksvollen Zweidrittel-Mehrheit folgendem Antrag zu:

"Dieses Haus glaubt, dass die Pro-Israel-Lobby die westliche Debatte über Israels Einfluss erfolgreich abgewürgt hat."

Schon die schiere Beschränktheit des Themas war die Anstrengung der Unterdrückung nicht wert - wäre der Antrag gescheitert hätte er als besserer „Beweis“ dafür gedient, dass die Frage zutreffend war.

Palästinenser für Wiederbesetzung

honestreporting.com Media BackSpin, 3. Mai 2007

Weil sie wegen des Zusammenbruchs von Recht und Ordnung die Faxen dicke haben hoffen viele Palästinenser, dass Israel Gaza wiederbesetzt. Haaretz berichtet:

"Der Journalist fügt hinzu: 'Es gibt heute zwei Optionen, die uns aus dieser Situation heraushelfen könnten: Eine starke Macht im Gazastreifen, die nicht vor einer Konfrontation mit den Klans zurückschreckt oder eine israelische Besetzung. Viele Leute im Gazastreifen hoffen, dass Israel ihn wiederbesetzt, weil diese Vorkommnisse während der israelischen Besetzung nicht überhand genommen hatten.' "