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Falsches zu Nahost richtig gestellt

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Johnston-Video veröffentlicht

honestreporting.com Media BackSpin, 1. Juni 2007

Alan Johnstons Entführer veröffentlichten ein Video des gefangen gehaltenen Korrespondenten. Im Video sagt Johnston, dass er gut behandelt wird, brandmarkt Israel und die Kämpfe im Irak. In anderen Worten: Die Übertragung unterscheidet sich in nichts von der üblichen Berichterstattung der BBC.

Es ist weder bekannt, wann das Video aufgezeichnet wurde noch wie die äußeren Umstände waren als Johnston sprach.

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Was wäre wenn Israel Johnston entführt hätte?

honestreporting.com Media BackSpin, 3. Juni 2007

Charles Moore fragt sich, wie die Welt reagieren würde, wenn Juden Alan Johnston entführt und ein Video veröffentlicht hätten, als Gegenstück zu dem, das kürzlich auftauchte:

„Wenn Herr Johnston gezwungen worden wäre, in einer Übertragung z.B. zu sagen, dass Israel das Recht auf Besitz aller Gebiet hätte, die es seit dem Sechstagekrieg hält und zur Freilassung aller in arabischer Gewalt befindlichen israelischen Soldaten im Gegenzug für seine Freilassung aufgerufen hätte, hätte man seine Worte verachtet. Das Anliegen Israels in der Welt wäre irreparabel beschädigt worden, hätte man ihn vor laufender Kamera gefoltert. Niemand hätte sich gescheut, dies so zu benennen.

Aber selbstverständlich sind es im realen Leben die Araber, die Herrn Johnston gefangen halten, und so tritt jedermann ihm auf den Schlips. Bridget Kendall von der BBC vertrat den Standpunkt, dass Herr Johnston "gebeten" worden war mitzuteilen, was er in seinem Video sagte. Gebeten! Wenn es lediglich eine "Bitte“ war, warum hat er dann nicht Nein gesagt?

Während der Gefangenschaft Herrn Johnstons hat die BBC fortwährend betont, dass er dem palästinensischen Volk "eine Stimme" gab, was die Folgerung beinhaltet, dass er ihre Sache unterstützte und deshalb freigelassen werden sollte. Man kann sich nicht vorstellen, dass Entsprechendes gesagt worden wäre, wenn ihn die Israelis gefangen genommen hätten.

Gut, er gibt dem palästinensischen Volk nun zweifellos eine Stimme. Und die Wahrheit ist, obgleich es unter großem Druck geschieht: Was er sagt, unterscheidet sich nicht wesentlich von dem, was die BBC jeden Tag durch die Münder der Reporter verlautbart, die nicht entführt und bedroht werden, sondern nur ihr Gehalt einstreichen.“

Märtyrer-Azubis

honestreporting.com Media BackSpin, 3. Juni 2007

"Die College-Studentin Brooke Goldstein produzierte einen Film über die Gehirnwäsche und Rekrutierung palästinensischern Kinder für Selbstmordangriffe. Sie beschrieb der NY Sun ihren Besuch in Ramallah:

Während die Gruppe durch die Stadt ging, sprach sie mit palästinensischen arabischen Kindern in den Schulen und auf der Straße. "Unser Führer ermunterte uns, mit den Kindern zu sprechen. Ich denke tief im Innern, dass es schwer für mich war zu glauben, dass das Problem so ernst war und ich dachte, dass es wahrscheinlich Extremisten sind“, sagte sie.

In der Tat war der Fanatismus schlimmer als sie es sich jemals vorstellte. "Am schockierensten war, festzustellen, wie normal aussehende Kinder so schlimme Dinge sagen konnten“, sagte sie. "Ich hielt diese hübschen Kinder in meinem Schoß und mein Dolmetscher übersetzte Worte des Hasses."

Die Geschichte war immer dieselbe. "Keines der Kinder sagte, 'ich möchte kein Märtyrer sein.' Sie sprachen über Ruhm, das Paradies, Jungfrauen und über Riesenräder [nach dem Tod]. Sie freuten sich, mir zu sagen, dass sie Juden hassten“, sagte sie.

Die Kinder waren noch fanatischer als ihre Eltern."

Lesen Sie hier das vollständige Interview. Warum lehrt man Kinder nicht Frieden?

Moralische Gleichsetzung durch Associated Press

honestreporting.com Media BackSpin, 3. Juni 2007

AP setzt israelische Siedlungen mit palästinensischem Terror gleich:

"Das Misstrauen sitzt tief nach den Gewaltausbrüchen. Israels expansive Siedlungspolitik und die Machtergreifung der islamischen militanten Hamas-Bewegung in den Palästinensergebieten werfen Zweifel darüber auf, ob die Lösung, die von den meisten bevorzugt wird - einen palästinensischen Staat neben Israel zu errichten - möglich ist."

Sagen Sie zu den Siedlungsaktivitäten was Sie wollen, aber Zivilisten, die Häuser errichten, lassen sich nicht im Ansatz mit dem mörderischem Terror der Hamas vergleichen.

Alphamännchen als Medienwächter

honestreporting.com Media BackSpin, 3. Juni 2007

Khaled Abu Toameh von der Jerusalem Post berichtet, dass Mitarbeiterinnen von Palestine TV Todesdrohungen vom Gerechten Schwert des Islam erhalten, weil sie während der Ausstrahlungen nicht ihr Gesicht verhüllen.

„Die Gruppe warnte, dass ihre Mitglieder die Frauen, die es ablehnten, ihr Gesicht zu bedecken, mit "eiserner Hand und Schwert" schlagen würden.“

"Unbewiesene Behauptungen"

honestreporting.com Media BackSpin, 3. Juni 2007

Der Sauerstoff muss knapp sein in der dünnen Luft von Marda Dunskys Elfenbeinturm. DePaul Academic schreibt in der Chicago Tribüne:

"Während des zweiten palästinensischen Aufstandes, der dem Gipfel folgte, unterstützte die Bush-Administration die israelische militärische und diplomatische Isolation des verstorbenen palästinensischen Führers Yasser Arafat, die auf unbewiesenen Behauptungen gründete, dass er direkt in palästinensische Gewalt gegen Israelis verstrickt war.

Dies diente dazu, die Palästinenser zu demütigen und ihr Vertrauen in die Fatah-Partei Arafats zu schwächen."

Unbewiesene Behauptungen? Denk’ darüber wieder, wieder, wieder und wieder nach.

Kämpfe greifen auf zweites Flüchtlingslager über

honestreporting.com Media BackSpin, 4. Juni 2007

Die Gewalttätigkeit greift auf ein zweites Flüchtlingslager im Libanon über. In Ein al-Hilweh kam es zu Gefechten zwischen der libanesischen Armee und einer Gruppe, die sich Jund Al-Sham nennt. Die Washington Post gibt Aufschluss über diese Gruppe:

Die Aufständischen in Ein al-Hilweh werden im Gegensatz dazu von vielen eher als bunt gemischtes Gesindel denn als islamische Kämpfer betrachtet, die ideologisch geprägt wären. Die Gruppe Jund Al-Sham besteht zum größten Teil aus Libanesen, unterhält aber enge Kontakte zum benachbarten Syrien.

Das UNRWA* gab bereits zu, dass es seit Monaten über die Infiltration des Flüchtlingslagers Nahr el-Bared durch die Fatah Al-Islam wusste und nichts unternahm. Wetten laufen, dass dies im Fall Ain Al-Hilwe auch so war. Das UNO-Büro verwaltet 58 Flüchtlingslager im Nahen Osten, einschließlich eines in Jenin.

Gibt es irgendetwas in den anderen Lagern das wir wissen sollten?
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* Hilfswerk der UNO für Palästinaflüchtlinge im Nahen Osten

Good News and Bad News aus Hamastan*

honestreporting.com Media BackSpin, 4. Juni 2007

Reuters berichtet über den Staat Hamastan. Zuerst die schlechten Nachrichten:

„Ungefähr 50 Anschläge in den letzten Monaten haben Internet-Cafes, Geschäfte, die Satellitenschüsseln verkaufen, Frisörläden, Apotheken sowie eine Kirche und andere christliche Grundstücke beschädigt.

Letzten Monat warfen Bewaffnete Granaten in eine UN-geführte Schule, in der Jungen und Mädchen ein Sportfest feierten. Eine Person wurde getötet.“

Nun zu den guten Nachrichten, wenn solch eine Entwicklung überhaupt gut genannt werden kann.

"Die Anwesenheit der Al-Kaida würde der Hamas schaden, weil solche Gruppen versuchen würden, Hamas-Anhänger anzuwerben - und nicht jene der eher weltlichen Gruppierungen“, sagte der Politologe Hani Habib.

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*Muss ich nicht erklären, oder?

Uneingeschränkte Vertrauensbekundung für Johnston

honestreporting.com Media BackSpin, 4. Juni 2007

Der Führer des palästinensischen Komitees für Volkswiderstand rief Alan Johnstons Entführer auf, den BBC-Journalisten freizulassen. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa nennt dies eine uneingeschränkte Vertrauensbekundung für Johnstons Arbeit und die der Mainstream-Medien im allgemeinen:

„In einer Stellungnahme betonte der Generalsekretär des Volkskomitees, Azmi Al-Shoyokhi, die Notwendigkeit, Johnston freizugeben und fügte hinzu, dass er nach Palästina gekommen war und im Gazastreifen lebte, um der Welt über das Leiden des palästinensischen Volkes zu berichten, das auf die israelischen Angriffe und Verstöße zurückzuführen ist.

"Dass die meisten ausländischen Journalisten den Gazastreifen verlassen haben wird als Verlust für unser Volk und seine Sache angesehen, besonders angesichts des anhaltenden Krieges, der durch die israelische Besetzung gegen das palästinensische Volk ausgelöst wurde", sagte Al-Shoyokhi.“

Sechstagekrieg: Historischer Kontext á la Le Monde

honestreporting.com Media BackSpin, 4. Juni 2007

Le Monde versucht mit einer Karikatur, den Sechstagekrieg in einen "historischen Kontext" zu stellen.

Wir finden es nicht witzig.

(Hat tip: No Pasaran)