Medien BackSpin

Falsches zu Nahost richtig gestellt

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Von Mäusen und Märtyrern

honestreporting.com Media BackSpin, 1. Juli 2007

Hamas-TV machte Farfur, dem Mickey Mouse-Doppelgänger, der den Kids Selbstmord lehrte, den Garaus. AP beschreibt Farfurs Ende - er wird von einem Israeli getötet:

"Aber am Ende wurde er von einem Schauspieler getötet, der einen israelischen Offiziellen darstellte, der versuchte, ihm das Land abzukaufen.

Plötzlich nannte die Maus den Israeli einen "Terroristen".

Ein Mädchen, das im Programm vorgestellt wurde, erzählte den Zuschauern, dass die Farfur genannte Maus “den Märtyrertod für ihr Land starb, während sie es verteidigte“. Sie sagte, dass die Maus „von Kinder-Killern getötet“ wurde."

Wenn Sie genau hinhören, können Sie Anwälte von Disney erleichtert aufseufzen hören.

Tempelberg-Times

honestreporting.com Media BackSpin, 3. Juli 2007

Israel verwarf Pläne für eine neue Fußgängerüberführung am Mugrabi-Tor nahe des Tempelbergs.

Warum?

Sorge um mögliche Beschädigung von antiken Stätten. Israelische Sicherheitskräfte vereitelten auch Anstrengungen der Hamas, den Tempelberg zu übernehmen. Will die Hamas mit den Jordaniern mithalten?

Nun, da das Kapitel Mugrabi-Tor geschlossen ist, werden die Kritiker Israels in den Medien wahrscheinlich Streit schüren wegen der Einweihung einer neuen Straße zur Klagemauer, die für Erleichterung des Verkehrsstaus rund um Jerusalems Altstadt sorgen soll.

Letzten Endes wird wohl in Jerusalem aus dem, was überall sonst als Kommunales Bauvorhaben gilt, ein internationaler Zwischenfall werden.

Will die Hamas jüdische Propaganda senden?

honestreporting.com Media BackSpin, 3. Juli 2007

Farfur, der palästinensische Mickymaus-Doppelgänger, ist tot, aber Reuters berichtet, dass die Hamas plant, eine weitere Zeichentrickfilmfigur zu klauen:

Mohammad Saeed, der Direktor der Produktion bei Al-Aqsa Television, teilte Reuters mit, dass der Sender in den zukünftigen Shows weitere berühmte Zeichentrickfiguren benutzen werde.

Vielleicht verwenden sie Tom und Jerry, unsere beliebteste Zionistenpropaganda.

Unterdessen stellte Palestinian Media Watch auf YouTube Farfurs Ende in der Show ein, zusammen mit einem schrecklichen Aufruf des Kindes:

Ärzte ohne Granatwerfer

honestreporting.com Media BackSpin, 3. Juli 2007

Tom Gross reagiert auf die britische Berichterstattung über die Ärzte, die in den Terror der Al-Qaida verstrickt sind:

"Nach der Enthüllung, dass zwei des Terroranschlages Verdächtigte, die in Großbritannien am Wochenende inhaftiert wurden, Ärzte sind, wird von "Experten" im britischem Fernsehen viel Unsinn verbreitet, wenn sie sagen, dass es bei den Terroristen praktisch nie Gebildete und eine Herkunft aus der Mittelschicht gab und dass der gewöhnliche Terrorist von Dingen wie "Armut", "Widerstand gegen den Zionismus" usw. angetrieben wird.

In Wirklichkeit sind viele, wahrscheinlich die meisten Terroristen und Selbstmordbomber, gut ausgebildet und stammen aus der Mittelklasse - wie es auch bei vielen führenden Kommunisten und Nazis der Fall war."

Unter mehreren prominenten Terrorärzten der letzten Jahre befinden sich:

* Dr Abdel Al-Rantissi (der Scheich Yassin als Hamas-Führer beerbte): Er studierte Kindermedizin und Genetik an der Alexandria University in Ägypten, graduierte als Bester in seiner Disziplin und war zugelassener Arzt.

* Dr Ayman Al-Zawahiri (die Nr. 2 der Al-Qaida). Er studierte Verhaltensforschung, Psychologie und Pharmakologie an der University of Kairo, graduierte 1974 und erwarb 1978 einen Masters Degree in Chirurgie.

* Dr. George Habash, Gründer der berüchtigten PFLP**, die weltweit schlechten Ruf durch eine Reihe von Aufsehen erregenden Flugzeugentführungen und Massenmorden erlangte."

Was treibt diese Ärzte eigentlich tatsächlich an?
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** Volksfront zur Befreiung Palästinas

Johnston freigelassen

honestreporting.com Media BackSpin, 4. Juli 2007

Alan Johnston wurde heute Morgen freigelassen. Nach 114 Tagen Gefangenschaft befindet sich der BBC-Korrespondent nun im britischen Konsulat in Jerusalem.

Das bedingt humanitäre Interesse der Hamas

honestreporting.com Media BackSpin, 4. Juli 2007

Die Hamas hebt hervor, dass ihre Beteiligung an der Freilassung Johnston rein humanitär war. Der Guardian schreibt:

Herr Zahar versprach eine neue Ära im Gazastreifen. "Jede Entführung, jedes gesetzeswidrige Verhalten werden wir mit all unserer Macht bekämpfen - der Macht des Gesetzes, der Kraft der moralischen Prinzipien. Jeder Palästinenser und jeder Ausländer ist sicher, gleich welche politische Ansicht er vertritt", sagte er.

Solch’ humanitäres Interesse bezieht sich nicht auf Gilad Shalit, der vor einem Jahr entführt wurde. Ismail Haniya sagte, dass die Freiheit des israelischen Soldaten an Bedingungen geknüpft sei. AFP berichtet:

"Wir hoffen, dem Ende der Entführung von Shalit ein beträchtliches Stück näher zu kommen, wenn die Freilassung unserer Gefangenen gewährleistet wird", sagte Herr Haniya auf einer Nachrichtenkonferenz, die nach der Freilassung des BBC-Journalisten Alan Johnston abgehalten wurde.

Lesenswert

honestreporting.com Media BackSpin, 4. Juli 2007

In der LA Times erklärt Matthew Levitt, wie die Hamas genügend Geld anhäufte, um die Macht im Gazastreifen zu übernehmen. Kurz gesagt war es a) eine Kombination von Waffenschmuggel und b) "Mischfinanzierungen über ihre politischen, gemeinnützigen und militanten Flügel", bis das Geld bei denen ankam, die die Angriffe ausführten.

*Daniel Pearls Vater drückt wegen A Mighty Heart sein Missfallen aus.

Lesen Sie hier warum:

Es kann keine moralische Gleichwertigkeit geben zwischen denen, die eine freiere, tolerante Welt wollen und denjenigen, die die Vernichtung anderer Glaubensüberzeugungen, Kulturen oder Zustände befürworten. Dank der Veröffentlichung von "A Mighty Heart", dem Film, der auf Mariane Pearls gleichnamigen Buch basiert, erfährt das Vermächtnis meines Sohnes Daniel Pearl noch einmal Beachtung. Doch vergleicht der Film Dannys Entführung mit Guantanamo und Militante der Al-Qaida mit Agenten der CIA. Ich bin in Sorge, dass Aspekte des Films professionellen Verneblern moralischer Klarheit in die Hände spielen.

Dannys Tragödie verlangt nach einem Ende dieser Logik. Es kann keinen Vergleich geben zwischen denen, die stolz darauf sind, einen unbewaffneten Journalisten zu ermorden und denen, die schwören, solchen Taten ein Ende zu bereiten - ohne wenn und aber.

*Der Spiegel berichtet über die Verbindung der Hamas zur Muslimbruderschaft und warum benachbarte arabische Regimes deshalb so besorgt sind. Es ist eine exzellente Darstellung neuester Entwicklungen einzelner Zweige der Bruderschaft "von der Atlantikküste bis zum Indischen Ozean".

Oft kommt es nicht oft vor, dass Mainstream-Medien die Organisation in dieser Ausführlichkeit beschreiben.

Mandela ist er nicht

honestreporting.com Media BackSpin, 5. Juli 2007

Geht es nach Oakland Ross, dem Korrespondent des Toronto Star, kann Israel seine Bereitschaft zum Frieden nur so zeigen:

"Ich wäre sehr überrascht, wenn sie ihn freilassen würden“, sagte Tamar Hermann, Leiter des Instituts für Friedensforschung am Tami Steinmetz Center an der Universität von Tel Aviv. "Das wäre ein großer Schritt. Seine Freilassung hätte signalisiert, dass Israel es ernst meint (mit dem Frieden).

Andererseits würde ein Scheitern der Freilassung des 48 Jahre alten Barghouti [Abbildung] suggerieren, dass der israelische Premierminister Ehud Olmert nicht ernsthaft darüber nachdenkt, mit den Palästinensern ein Friedensabkommen zu vereinbaren - zumindest jetzt nicht."

Eine Freilassung Barghoutis würde den Palästinensern mit Sicherheit ein Signal geben. Wie die konkurrierenden Führer der Fatah und Hamas dies deuten würden ist aber reine Vermutung. Der Irrtum von Ross besteht darin, dass er annimmt, Israel sei an Frieden nicht ernsthaft interessiert, wenn Barghouti hinter Schloss und Riegel bleibt.

Warum also denkt der Reporter des Star, dass die Freilassung Barghoutis der Bezugspunkt für israelische Intentionen ist? Vermutlich, weil Ross [den Terroristen] Barghouti als Wiedergeburt Nelson Mandelas interpretiert:

"Viele sagen, daß Vergleiche mit Nelson Mandela übertrieben sind, aber die Ähnlichkeiten sind vorhanden.

Wie beim langen Kampf des Helden aus Südafrika gegen die weiße Herrschaft schloss sich Barghouti einer bewährten Befreiungsorganisation an und begann bald, gegen die Selbstgefälligkeit und Korruption seiner Eliten aufzubegehren. Wie Mandela erlangte er erste politische Glaubwürdigkeit durch sein entschiedenes Eintreten für die kleinen Leute.

Wie Mandela wurde Barghouti bald von einem übermächtigen Feind gefangen genommen, wegen Gewaltverbrechen angeklagt und weggesperrt.

Nachdem er von den israelischen Streitkräften im April 2002 ergriffen wurde, machte man ihm den Prozess und verurteilte ihn zwei Jahre später. Seitdem sitzt er hinter Gittern."

Obgleich Mandela der Bewegung Umkhonto we Sizwe* vorstand, dem so genannten bewaffneten "Flügel" des African National Congress, führte er nie Attentate auf Zivilisten aus. Der südafrikanische Journalist Benny Pogrund bemerkte dazu:

"Der bewaffnete Kampf war auf zwei elementaren Prinzipien aufgebaut: In erster Linie sollte Gewalt nicht gegen Zivilisten, sondern gegen (Liegenschaften-) Objekte und militärische Ziele angewandt werden. Dies leitete sich ab von der Erfahrung des gewaltlosen Widerstandes des ANC und des Glaubens an eines gewaltlosen Wechsel und seine Herbeiführung, wie von Mahatma Gandhi im Kampf gegen die britische Herrschaft in Indien gepredigt und ausgeübt

„Zweitens war es eine pragmatische Strategie, die darauf abzielte, die Weißen [Briten] nicht zu töten, um ihnen die Tür für Verhandlungen offen zu halten. Das Argument war, dass gewalttätige und wahllose Angriffe die Weißen in ihrer Zukunftsperspektive so verängstigt hätten, dass ihre Einstellung, sich einem Wechsel zu widersetzen, verstärkt hätte.

Was dieser Annäherung einen tieferen Ausdruck verlieh war der Tatsache, dass Weiße Mitglieder des ANC waren, und einige von ihnen neben Schwarzen, Andersfarbigen und asiatischen Südafrikanern hohe Führungspositionen innehatten. "

Anders als Mandela wurde Barghouti an einem Strafgerichtshof für seine Beteiligung am Mord von fünf Israelis für schuldig befunden. (er wurde auch des Mordes an 30 weiteren Menschen angeklagt).

Barghouti mag ein einflussreicher und ausdrucksfähiger "Hitzkopf " sein. Aber er ist nach wie vor ein Terrorist.
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*Südafrikanisch: “Der Speer der Nation“; mehr zum Begriff nachzulesen bei Wikipedia

Arabische Medien: “Ehrenhafte Entschuldigungen“

honestreporting.com Media BackSpin, 5. Juli 2007

Im Beiruter Daily Star lastet Khairi Abaza den arabischen Medien an, dass sie in den vergangenen 40 Jahren nichts gelernt haben, indem sie kürzlich zu weiteren Katastrophen beigetragen haben:

Trotz der Erinnerung an jene Verluste versuchten arabische Medien von Al-Jazeera bis Dubai TV immer noch, eine ehrenwerte Entschuldigung für den ägyptischen Präsidenten von 1967, Gamal Abdel-Nasser, zu finden. Die gleiche verzerrte Logik ist bei Bewegungen wie Hisbollah und Hamas angewandt worden, deren Niederlagen häufig in Siege umgewandelt werden. Keine unabhängige Kommission hat jemals irgendwelche Siegesmeldung von Abdel-Nasser, der Hamas oder der Hisbollah bewertet.

Die arabischen Völker müssen nach der Wahrheit in den Aussagen und im Verhalten dieser Führer oder Gruppen forschen. Wir haben zugelassen, dass in der arabischen Welt Politik durch Slogans definiert wird, nicht durch Resultate....

Wie können die Araber ihr Los verbessern, wenn sie sich ihren Wahrheiten nicht stellen? Warum ist es so, dass Araber solch eine Neigung haben, mit Lügen zu leben? Warum ist es so, dass diese so genannten "freien" oder "unabhängigen" arabischen Medien Apologeten sind für jene, die die arabische Öffentlichkeit irreführen? Wann werden die Araber unabhängige Kommissionen haben, die ihre eigenen Fehler zu untersuchen und sie offen zugänglich auszuwerten?

(Hat tip: Daily Alert)

Gazas vierter Stand

honestreporting.com Media BackSpin, 8. Juli 2007

Kolumnist Anshel Pfeffer von der Jerusalem Post schreibt über die Lage des sprichwörtlich "Vierten Standes" in Gaza. Berichten die Mainstream-Medien über alles was sie wissen?

Seit Yasser Arafats Tod vor fast drei Jahren hat sich die Entwicklung vom Gebiet um Jerusalem und Ramallah auf den Gazastreifen verlagert. Alle Ablösungsprozesse, der Aufstieg der Hamas, die Entführung von Gilad Schalit, die Operationen der IDF und der blutige Showdown zwischen Hamas und Fatah im letzten Jahr ereigneten sich im Süden. Aber während dieser Periode fuhren westliche Nachrichtengesellschaften ihre Präsenz in Gaza herunter.

Ohne geschultes Auge waren diese Veränderungen nicht zu erkennen, da weiterhin Fotografien und Filmmaterial aus dem Gazastreifen kam. Aber sie wurden ausschließlich von ortsansässigen Kameramännern produziert, die - wenn nicht Sympathisanten der Hamas - zweifellos den Auftrag hatten, unerwünschte Szenen nicht zu zeigen.

Printjournalisten, einschließlich derer, die für die prestigeträchtigsten Zeitungen arbeiten und sich als Bastionen der Moral sehen, mussten sich zunehmend auf Manuskripte ihrer palästinensischen Freien Mitarbeiter verlassen, die alle von der Hamas und anderen bewaffneten Gruppen überwacht wurden.

Als vor etwa eineinhalb Jahren die ersten ausländischen Journalisten entführt wurden blieb dies weitgehend unberichtet. Unter vier Augen haben etliche Reporter und jene, die mit ihnen zusammengearbeitet hatten, zugegeben, dass sie es vorgezogen hatten, die Tatsache nicht zu erwähnen, um „keinen Streit zu entfachen“ und die engen Beziehungen zu den einheimischen Machthabern nicht zu gefährden. Auch hat die tägliche Einschüchterung der palästinensischen Journalisten, die daran interessiert waren, die wahre Geschichte zu bringen, nicht ausreichend Aufmerksamkeit erfahren....

Selbst nach der Entführung Johnstons vernebelten viele Berichte ohne Rücksicht auf Johnstons Sicherheit Details über die Entführer und ihre Verbindungen zur Hamas.

Das Magazin Newsweek bemerkt dazu, dass palästinensische Journalisten noch immer von der Hamas eingeschüchtert werden.