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Falsches zu Nahost richtig gestellt

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Hisbollah gibt Gebrauch menschlicher Schutzschilde zu

honestreporting.com Media BackSpin, 1. August 2007

Ein Führer der Hisbollah, der ungenannt bleiben wollte, erklärte dem israelischem Fernsehen gegenüber, die Organisation wäre zur Kapitulation bereit gewesen, wenn der Krieg 10 Tage länger gedauert hätte. Er bestätigte auch, dass die Hezbollah absichtlich Raketen aus zivilen Bereichen abfeuerte. Dazu die Jerusalem Post:

„Der Offizier, der auf Channel 10 zu sehen war, sagte, dass den Bewaffneten der Organisation Nahrungsvorräte und Wasser langsam ausgingen und sie mit einem rapiden Rückgang des Waffennachschubs konfrontiert waren.

Der Offizier sagte auch, dass vielen Hisbollah-Kommandanten befohlen wurde, sich vor Kriegsausbruch in Sicherheit zu bringen und die Bewaffneten, die zurück geblieben waren, angewiesen wurden, aus der Zivilbevölkerung heraus Katjuscha-Raketen abzufeuern, weil die IDF* in der Lage war, Minuten nach Abfeuern der Raketen die Abschussrampen zu lokalisieren und auszuschalten.

Er sagte, die Bewaffneten wussten, wenn sie in Städte und Dörfer verlegt wurden, dass als Folge dessen unschuldige Zivilisten verletzt werden würden.

Weiter Lektüre zum Thema: Wir flehten sie an zu gehen
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*Israel Defense Forces

Hisbollah nimmt amerikanischen Journalisten gefangen

honestreporting.com Media BackSpin, 1. August 2007

Nicholas Blanford vom Christian Science Monitor [Abbildung] wurde von Bewaffneten der Hisbollah, die ihn verdächtigten, für Israel zu spionieren, gefangen genommen und über Nacht eingesperrt.

Es überrascht schon, dass die Mainstream-Medien darüber nicht berichtet haben. Sind die Journalisten durch den Fall ’Alan Johnston’ eingeschüchtert?


„In den Augen unserer Entführer mussten mein GPS-Empfänger und das Satellitentelefon - dazu gedacht, uns auf unserer Reise zum entlegenen Toufeil zu leiten - uns als Spione aussehen lassen. Dennoch war ich nicht übermäßig besorgt. Ich war schon vorher von der Hisbollah festgehalten worden. Das bedeutete normalerweise, bei ihnen zwei oder drei Stunden lang zu sitzen, während sie meine Identität überprüften. Ich zählte eine Liste von hochrangigen Funktionären der Hisbollah auf, mit denen sie Kontakt aufnehmen könnten.

Die Männer der Hisbollah in der Bekaa-Ebene sind jedoch von grobem, misstrauischem Schlag und nicht an Fremde gewohnt, die sich in ihrer Gegend aufhalten.

Ausserdem ist die Hisbollah fremden Journalisten gegenüber argwöhnischer geworden, seit kürzlich enthüllt wurde, dass zwei israelische Korrespondentinnen mit den Pässen ihrer zweiten Staatsbürgerschaft in den Libanon einreisten und aus den Hochburgen der Partei in Beirut und im Süden berichteten - ein Vorgang, der das Leben für westliche Journalisten, die hier tätig sind, schwieriger und möglicherweise gefährlicher werden lässt.“

Blanford wurde am folgenden Tag wieder freigelassen.

Medien in Gaza: Machtkampf hält an

honestreporting.com Media BackSpin, 2. August 2007

Die Hamas verbot dem palästinensischen Staatsfernsehen, weiterhin im Gazastreifen zu senden. Wie AFP mitteilt:

"Wir haben einen Brief erhalten, der vom Informationsministerium der Hamas-Regierung unterzeichnet ist, in dem mitgeteilt wird, dass sie entschieden hat, die Produktionen oder Ausstrahlungen unserer Fernsehprogramme im Gazastreifen zu verbieten", teilte ein leitender Mitarbeiter des Fernsehsenders AFP mit - unter Wahrung seiner Anonymität, weil er Repressalien fürchtet....

Als er von AFP darauf angesprochen wurde, sagte ein ranghoher Funktionär des Informationsministeriums der Hamas, die von der internationalen Gemeinschaft nicht anerkannt wird, dass die Islamisten das Fernsehen als den Behörden unterstellt betrachten....

Diese Maßnahme führt praktisch alle elektronischen Medien im Gazastreifen in die Hände der Islamisten über. Der einzige Fernsehsender ist Al-Aqsa TV, der einzige Radiosender Sawt Al-Aqsa, und dazu Sawt Al-Quds, ein Sender, der eng mit der Gruppe Islamischer Jihad verbunden ist.

Weitere Lektüre zum Thema: Macht und Medien

Stellen Sie sich die Schlagzeilen vor

honestreporting.com Media BackSpin, 2. August 2007

AP berichtet über Zusammenstöße zwischen Hamas und der Gruppe Islamischer Jihad. Stellen Sie sich die Schlagzeilen vor, wenn israelische Soldaten dies getan hätten:

Der Islamische Jihad sagte, seine Männer seien Donnerstagmorgen von der Hamas aus dem Hinterhalt überfallen, aus einer Moschee herausgezerrt und in die Beine geschossen worden.

Ein weiterer Mann - Nidal al-Daya - wurde in den Kopf geschossen, berichtete die Gruppe Islamischer Jihad.

Salah al-Amoudi, ein Fatah-Funktionär, wurde von einem maskierten Bewaffneten erschossen, als er sich nach dem Moscheebesuch auf den Heimweg begab, so die Aussage von Augenzeugen und Krankenhauspersonal.

Fellini-Journalismus

honestreporting.com Media BackSpin, 2. August 2007

Andrew Lew Butters vom Time Magazine beschreibt die Media-Tour der Hamas durch den Gazastreifen:

Im Nahen Osten habe ich schon wilde Sachen gesehen, aber niemals habe ich mir so die Augen wund gerieben wie beim Anblick Hunderter Journalisten, die sich an die Gitter der Gefängniszellen im Security-Zentrum in Gaza Stadt pressten, um Mörder, Diebe und Kinderschänder zu befragen, wie man sich denn so in einem von der Hamas geführten Gefängnis fühlt.

Wie bei Fellini*.

Andrew Lew Butters darf es ruhig klarer ausdrücken als er es wahr nimmt. Federico Fellinis Oscar-prämierter Film La Dolce Vita brachte das Wort " Paparazzi" in die westlich Umgangssprache ein.
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*adjektivisch; Definition: Fellinis Arbeitsweise ähnelnd; Realität und Fantasie (-bilder) vermischen, wie es Fellini in seinen Filmen praktizierte.

Gaza im Belagerungszustand?

honestreporting.com Communiqué, 2. August 2007

Ist der Gazastreifen wirklich im Belagerungszustand oder sieht die Wirklichkeit ganz anders aus?

Ein kurzer Artikel im britischen Independent - "Im Belagerungszustand: Arzneimittelknappkeit 'tötet Patienten in Gaza' "- veranschaulicht die irrigen Vorstellungen von den humanitären Umständen im von der Hamas kontrollierten Gazastreifen.

Während die Fakten im Artikel unstrittig sind und es ohne Zweifel Härtefälle im Gazastreifen gibt, ist der Gebrauch des Terms “Im Belagerungszustand“ doch ziemlich irreführend.

In einfachen Worten kann eine Belagerung als "militärische Operation“ beschrieben werden, „bei der feindliche Truppen eine Stadt oder ein Gebäude umzingeln und von jeglicher Versorgung abschneiden - mit dem Ziel, die Eingeschlossenen zur Kapitulation zu zwingen." Dies ist im Gazastreifen zweifellos nicht der Fall, wo Israel weiterhin die Palästinenser mit Elektrizität, humanitärer Hilfe und medizinischer Versorgung über die Grenzkontrollposten beliefert (Siehe Abbildung oben) - das exakte Gegenteil von einer "Belagerung".

Trotz der Behauptungen der Hamas, im Gazastreifen “Recht und Ordnung“ wiederhergestellt zu haben, hat die Terrororganisation nichts unternommen, um den Hagel von Kassam-Raketen auf Sderot und die umgebende Region zu verhindern. Die Hamas hat sogar Granaten in Richtung der Grenzposten abgefeuert, die für die palästinensische Bevölkerung lebenswichtig sind. Außerdem wird der entführte israelische Soldat Gilad Shalit weiterhin in Gaza festgehalten. Jede vernünftige Analyse der Situation würde zu dem Schluss kommen, dass Israel keine Verpflichtung hätte, einer so feindlichen Organisation Hilfe zu leisten.

New York Times und International Herald Tribune berichten vom Grenzübergang Kerem Shalom:

"Inmitten von Granatenangriffen durch Hamas und andere Militante passieren etwa 20 LKW-Ladungen mit Milchprodukten, Fleisch, Medizin und Eiern die Grenze von Israel nach Gaza als Teil der Bemühung, die Versorgung der 1.5 Millionen Palästinenser des weitgehend isolierten Gazastreifens mit den wichtigsten Gebrauchsgütern zu sichern."

Der Artikel hebt den Granatenbeschuss am Grenzübergang hervor. Gleichzeitig bestätigt die Times of London auch das Dilemma der Grenzschließung und die Erfordernisse von Handelsbeschränkungen ebenso wie die Auswirkung auf die Palästinenser.

In krassem Gegensatz dazu bevorzugt es der Daily Telegraph, der vom gleichen Ort berichtet, fast ausschließlich einseitig Israel anzuklagen, es verletze internationales und humanitäres Recht und bestrafe die Palästinenser als Kollektiv. Journalist Tim Metzger scheitert daran, die israelische Perspektive zu liefern während er den Eindruck fördert, dass Israel eher aus böswilliger Absicht als aus legitimen Sicherheitsinteressen heraus handelt.

NY Times und London Times stimmen darin überein, dass Gazas grundlegende Bedürfnisse erfüllt werden - der Daily Telegraph folgert das Gegenteil, obwohl sich die Realität ganz anders darstellt.

Eine vollständige Übersicht der neuesten Entwicklung an den Grenzübergängen und die Auflistung der Hilfslieferungen von Israel in den Gazastreifen kann auf der Webseite des israelischen Außenministeriums abgerufen werden.

Bitte halten Sie Ausschau nach falschen Behauptungen, dass Israel den Gazastreifen „belagere“ - die Wirklichkeit sieht ganz anders aus.

Hamas gab grünes Licht für die Entführung Johnstons

honestreporting.com Media BackSpin, 5. August 2007

Melanie Phillips führt Gründe auf, warum Alan Johnston mit Zustimmung der Hamas entführt wurde. [in Englisch]

Deborah Howells “Beglaubigungsschreiben“

honestreporting.com Media BackSpin, 5. August 2007

Deborah Howell von der Beschwerdestelle der Washington Post verteidigt weiterhin die Entscheidung des Blattes, Ahmed Yousef von der Hamas und Muhammad Hussein Fadlallah von der Hisbollah Raum für Beiträge zu geben:

"Noch immer erhalten wir Zuschriften wegen eines Gastkommentars von Ahmed Yousef, einem hochrangigen Berater Ismail Haniyeh, des Führers der Hamas. Und einige Leser waren mit einem Beitrag des Großayatollahs Muhammad Hussein Fadlallah, einem Mitglied der Hisbollah, nicht einverstanden. Der Beitrag erschien auf der Seite OnFaith, einem Internetfeature der Washington Post.com, das auch jeden Samstag auf den Seiten zu religiösen Themen zu finden ist.

Gail Freedman aus Minneapolis drückte sich so aus: "Wieder einmal hat Ihre Nachrichteninstitution Raum für Terror gegeben."

Der Zweck von Kommentaren - ob von Journalisten abgegeben oder nicht - besteht nicht nur darin, die Gedanken von Autoren sprechen zu lassen, sondern soll auch bei den Lesern eigene Gedanken anregen. Die besten Kommentarspalten werden durch Berichterstattung, Fakten und schlüssige Begründungen gestützt und geben gegensätzlichen Ansichten Glaubwürdigkeit. Sie werden von Männern und Frauen mit Glaubwürdigkeitsnachweis geschrieben.

Um einen wunden Punkt anzusprechen - Givhan* besitzt diese Glaubwürdigkeitsnachweise.

Obwohl keine Journalisten - die moslemischen Verfasser hatten sie auch."

Welche "Tatsachen" und "schlüssigen Begründungen" brachten Yousef und Fadlallah? Und wie genau sehen ihre "Glaubwürdigkeitsnachweise" aus?
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* Redakteurin bei der Washington Post. Mehr Info zu ihr hier.

Hard Financial Times

honestreporting.com Media BackSpin, 5. August 2007

Korrespondent Harvey Morris von der Financial Times geht der Frage nach, wie schwer es die palästinensischen Unternehmen inmitten der israelischen Absperrung haben.

Es wäre hilfreich, wenn Morris erwähnte, dass die Palästinenser weiterhin auf die Grenzkontrollposten feuern - mit stillschweigender Zustimmung der Hamas -; und dass die Raketenangriffe auf Sderot andauern.

Passend hierzu: Gaza im “Belagerungszustand“?

Lesetipps heute

honestreporting.com Media BackSpin, 5. August 2007

Das Richtige tun
Ein überwältigender Teil antiisraelischer Gehässigkeit auf Daily Kos* führt beim Tagebuchschreiber dazu, aus Protest mit dem Schreiben aufzuhören.

Wie Hisbollah und Hamas das Internet im Krieg um Köpfe und Herzen nutzen (PDF-Format; wird mit Explorer geöffnet). Der Titel des Berichtes sagt schon alles.

Jeder Blog hat seine Zeit
Bedeutet das starke Aufkommen von Webseiten sozialer Netzwerke wie Facebook, Twitter und anderen das Ende des Blogging? Wie sollten Blogger darauf reagieren?

Israel, von außen gesehen
Scott Johnson von PowerLine schreibt aus Israel.
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* Blog in den USA