Medien BackSpin

Falsches zu Nahost richtig gestellt

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Dura-Video endlich von Israel widerlegt

honestreporting.com Communiqué, 3. Oktober 2007

Während ein Pariser Gerichtshof die Vorführung des Filmmaterials zu al-Dura erwartet weist Israel erstmals offiziell die Beschuldigung zurück, für den Todesfall verantwortlich zu sein.

Exakt sieben Jahre, nachdem die ikonenhaften Darstellungen und Schuldzuweisungen an Muhammad al-Duras Tod die Stimmung unter den Palästinensern in Gaza aufpeitschten und schreckliches Blutvergießen nach sich zogen, hat Israel endgültig und offiziell die Verantwortung dafür von sich gewiesen:

“Die Schaffung eines Mythos um Muhammad al-Dura hat dem Staat Israel großen Schaden zugefügt. Dies ist eindeutig der Vorwurf des Ritualmordes gegenüber Israel. Und ebenso wie Ritualmordvorwürfe schon seit jeher zu Pogromen geführt haben, hat es auch diesmal wieder Zerstörung verursacht und Dutzende Menschenleben gefordert“, sagte Daniel Seaman, Leiter des Presseamtes der Regierung.

Indem er sich auf den Originalbericht von France 2 bezog, der lediglich 59 Sekunden des etwa 27 Minuten umfassenden Rohmaterials umfasste, erklärte Seaman erklärt: „Es ist offensichtlich, dass die Ereignisse nicht so stattgefunden haben konnten, wie von France 2-Reporter Charles Enderlin beschrieben, da sie den Gesetzen der Physik widersprechen… Des Weiteren war es überhaupt nicht möglich, sie (den Junge und seinen Vater) an dem Ort zu beschießen, an dem sie sich nach Darstellung des Reports befanden.“

Das Shurat HaDin Law Center* beabsichtigt, rechtliche Schritte einzuleiten, verbunden mit der Forderung, dass die israelischen Presseakkreditierungen von France 2-Reporter Enderlin und Kameramann Talal Abu-Rahma für nichtig erklärt werden.

Diese neuesten Entwicklungen ereignen sich vor dem Hintergrund von Philippe Karsentys Berufungsverfahren in Paris. France 2 war mit einer Verleumdungsklage gegen Karsenty erfolgreich nachdem er den Sender beschuldigt hatte, das Filmmaterial zu al-Dura manipuliert zu haben. Eine französische Richterin hat jedoch Natan Sharansky schreibt in der Jerusalem Post:

Der Fall al-Dura war nicht der einzige Medienbericht, der in den letzten Jahren Hassgefühle gegen Israel anstachelte, aber er war der mit Abstand Aufsehen erregenste. Zudem, wie Karsenty und andere überzeugend dargestellt haben, ist der Fall al-Dura Teil einer heimtückischen Tendenz, bei der westliche Medienorgane es zulassen, von unredlichen und politisch motivierten Quellen manipuliert zu werden. Denken wir an das 'Massaker' von Jenin, das niemals stattfand oder die manipulierten Fotos der Nachrichtenagentur Reuters “ während Israels Krieg gegen die Hisbollah im Sommer 2006, dann muss auch France 2 zur Verantwortung gezogen werden….

Tragischerweise lässt sich der internationale Imageschaden, den Israel durch France 2 erlitten hat, nicht wettmachen; und noch viel weniger wird es die israelischen und jüdischen Opfer zurückbringen, die Racheakten zum Opfer fielen. Es ist jedoch möglich, verleumderische Nachrichten zu unterbinden - und die Gewalt, die damit einhergeht - indem man einen Präzedenzfall über die Verantwortlichkeit der Medien schafft und Abu Rahmehs 27 Minuten umfassendes Rohmaterial freigibt. Erfreulicherweise hat die vorsitzende Richterin in Karsentys Berufungsverfahren nun die Bänder angefordert. France 2 muss alles offen legen. Wenn es nichts zu verstecken gibt, warum sollte man es dann ablehnen?

HonestReporting wird das Gerichtsverfahren weiterhin verfolgen und gewährleisten, dass unsere Abonnenten alle Neuigkeiten aus Paris zum rechten Zeitpunkt erhalten.
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* Das Shurat HaDin Law Center ist eine jüdische Einrichtung für Rechtsberatung, die von führenden jüdischen Anwälten geführt wird.

Von CNN belogen?

honestreporting.com Communiqué, 3. Oktober 2007

Jay Tcath beschreibt in der Jerusalem Post, was sich abspielte, als CNN bei ihm um Mitwirkung nachsuchte und ihn bat, in Christiane Amanpours Gotteskrieger aufzutreten:

Sie [die CNN-Produzentin] erfuhr von unserem JCRC* durch ihre Mutter, eine nichtjüdische Einwohnerin aus einem Vorort in Chicago, die unsere führende Rolle beim Eintreten für ein Ende des Völkermordes in Darfur bewundert hat. Es war genau diese Art von Aktivität, das großmütige Streben nach Gerechtigkeit von Menschen an der Basis, die die junge Produzentin - so behaupteten der Sender und seine Starproduzentin Christiane Amanpour - erforschen wollte. Aktivität, die durch Glaubensüberzeugung und religiöse Institutionen angeregt wurde.

Im Grunde, so sagte sie uns, sei es eine so ehrbare, wichtige Tätigkeit und gleichermaßen wahrhaftig und effektiv, alltäglich und in den Medien so vernachlässigt wie die konventionellen Stereotypen, die von den Massenmedien verbreitet werden. Sie bestand darauf, dass CNN nicht die Absicht gehabt habe - wie andere dies bis zum Abwinken praktizieren - sich auf radikale Randgruppen unter Juden, Christen und Muslimen zu konzentrieren….

Tcath erwähnte, dass die CNN-Crew im Februar ankam, um seine Organisation zu filmen, wie sie sich israelische Schutzbunker vorstellt und Gespräche mit Abgeordneten auf dem Capitol Hill über Themen von Israel bis Darfur sowie über Verbrechensgesetzgebung und Sozialfürsorge führt.

Warum aber landete dann praktisch das gesamte Filmmaterial auf dem Boden des Schneideraums? Ich habe da so meine Vermutungen:

1. Die Produzentin war seriös und sie, vielleicht auch andere Mitarbeiter von CNN, wollten eine Sendung anlog ihrer ursprünglichen Beschreibung produzieren, verloren aber eine interne Auseinandersetzung bezüglich des redaktionellen Inhalts.

2. Sie und vielleicht andere Mitarbeiter von CNN versuchten, uns in falscher Sicherheit zu wiegen, dass wir etwas tun oder auf Band sprechen, das zu ihrer Story 'Jüdische Gotteskrieger' passt.

3. Wir wurden schlicht angelogen.
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* Chicago Jewish Community Relations Council

BBC päppelt Kinder mit Terrorpropaganda auf

honestreporting.com Communiqué, 03. Oktober 2007

Der Kinderkanal BBC Newsround plappert die 9/11-Version der Al Qaida nach, indem er versucht, seine Anfangsfehler zu vertuschen.

Kinder in Großbritannien wuchsen im Vertrauen auf John Cravens BBC Newsround auf, weil die Nachrichten leicht verständlich waren. Sie neigen freilich auch besonders dazu, Fernsehnachrichten und andere Berichte für bare Münze zu halten. Deshalb ist besonders verstörend, was man diesem Bericht der Daily Mail entnehmen muss:

"Großbritanniens ehemaliger Leiter des Spionagedienstes bezichtigte die BBC, gegenüber 6-jährigen Kindern Propaganda der Al-Qaida 'nachzuplappern'. Dame* Pauline Neville Jones, auch ehemalige Direktorin der BBC, ist erbost über die Haltung, die das Newsround-Programm der Gesellschaft zu den Anschlägen vom 11. September eingenommen hat. Sie beschuldigte das Flaggschiff des Nachrichten-Bulletins für Kinder, einen 'hässlichen Unterton' zu nähren, der suggeriert, dass die terroristische Gräueltaten irgendwie gerechtfertigt waren. Die Zuschauerzielgruppe von Newsround ist zwischen 6 und 12 Jahre alt.

Auf seiner Webseite antwortete Newsround auf die Frage „Warum handelten sie [Die Terroristen] so?“, 9/11 betreffend: „Die Art und Weise, wie sich die USA in Konfliktgebieten wie Nahost eingemischt haben, hat einige Leute sehr erzürnt, darunter eine Gruppe mit dem Namen Al Qaida, von der man weithin annimmt, dass sie hinter den Anschlägen steckt.“

Nachdem sich die Öffentlichkeit darüber beschwerte wurde der Text modifiziert."

Dame Pauline war wohl jedoch nicht über das skandalöse Verhalten von Childrens’ BBC Newsround informiert, wie Biased BBC aufdeckt. Es deutet alles darauf hin, dass eine besonders abstoßende Version zu 9/11 ganze fünf Jahre auf der Webseite von Newsround zu lesen war - von Oktober 2002 bis Juni 2007 -, als sie schließlich geändert wurde. Diese Version (Screenshot unten) setzte folgende Behauptungen in die Welt:

Viele Länder mögen nicht, wie Amerika sich streitsüchtig im Nahen Osten einmischt.

Sie denken, dass die USA Israel in seinem Konflikt mit Palästina mit unfairen Mitteln unterstützt. Israel und Palästina haben viele Jahre darüber verhandelt, wer welches Land besitzt.

Amerika steht eindeutig auf der Seite der jüdischen Israelis; deshalb denken viele Araber und Muslime, dass Amerika sie ablehnt oder kein Verständnis für sie hat.

Beinnahe noch schlimmer ist jedoch die Methode, mit der die BBC versucht hat, auf Klagen bezüglich Änderungen der beleidigenden Webseite mit Ausflüchten und Täuschungen zu reagieren. Auf Biased BBC können Sie die vollständige Geschichte lesen. Zudem wird in einer probaten Fallstudie aufgezeigt, wie Aktivisten und Blogger auf die BBC Druck ausüben und sie zur Rechenschaft ziehen können.
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*Britischer Adelstitel

Walt & Mearsheimer auf den neuesten Stand bringen

honestreporting media backspin, 6. Oktober 2007

Nach Sukkot gilt es eine Menge aufzuholen.

Überraschung, Überraschung - Walt und Mearsheimer bleiben überall auf dem Radar. Professor John Mearsheimer diskutiert mit Stephen Colbert von Comedy Central über die Israel Lobby.

Auf wessen Kosten geht der Spaß?

Die Columbia Journalism Review stellt fest: Die Israel Lobby kontrolliert die Medien nicht.

Youssef Ibrahrim zeigt auf, dass die Israel Lobby neben üblem saudiarabischem Einfluss verblasst.

Siehe auch Jeffrey Goldbergs Antwort auf W&M.

One-Man Show im Auslandsbüro

honestreporting media backspin, 7. Oktober 2007

Während Nachrichtenagenturen ihre Auslandsbüros runterfahren, experimentiert mit einer neuartigen Einfall - dem digitalen Auslandsbüro im Einmannbetrieb. Der Hollywood Reporter bemerkt dazu:

„Die heute Technologie erlaubt es, in unseren Büros ohne Empfangsmitarbeiter, drei Redaktionsräume, Studiokameras und so weiter auszukommen“, sagte ABC News-Präsident David Westin dem Hollywood Reporter. „Das Wesentliche an unserer Arbeit ist die Berichterstattung und nicht die Produktion. Die Produktion bezieht sich auf die Ausstrahlung und die Kunden, aber die Berichterstattung ist das Wesentliche“.

Jeder der 7 Reporter wird von zuhause aus arbeiten, in seiner Einsatzregion herumreisen, ausgestattet mit einer Digital Video-Kamera und einem für Redaktionszwecke geeigneten Laptop. Sie werden berichten, schreiben, fotografieren und ihre Beiträge editieren, auch wenn sie Unterstützung von anderen Büros von bekommen. Die meiste Arbeit wird via Breitband nach New York übermittelt; sie verfügen aber über tragbare Satellitenschüsseln für Gebiete, in denen es keine Breitbandtechnik gibt…...

In diese digitalen Büros arbeiten die jüngsten und hellsten Kopfe von ABC. Der Nachrichtenservice hat sich nach Personal aus den eigenen Reihen umgesehen, nicht nach Ortsansässigen oder Freelancern.

Es ist wichtig für Journalisten, dass sie vernachlässigte Bereiche der Berichterstattung aufgreifen. Wir können nur hoffen, dass diese One-Man Shows kein Reinfall werden, weil sie den Charakter des Reisejournalismus besitzen.

Was könnte dies für die Berichterstattung über Israel bedeuten? .

Dazu passend: Kräfte der Geschichte verstehen.

(Hat tip: Romenesko)

Die Macht von Facebook*

honestreporting media backspin, 7. Oktober 2007

Wenn Sie noch Zweifel an der Macht sozialer Vernetzungen im Internet haben, dann beachten Sie bitte die jüngsten Demonstrationen* gegen das Militärregime in Birma, die Tausende von Menschen weltweit in ihren Bann zogen.

Nach Auskunft von Wired haben die Organisatoren des Protests regen Gebrauch von Facebook* gemacht:

"Amateuraktivisten und große politische Non Profit Organisationen halten Facebook für einen geeigneten Weg, Bürger rund um den Globus zu verbinden und ihnen zu helfen, ihre gemeinsamen Anliegen ganz nach oben auf die Agenda von Politikern zu setzen - eine Entwicklung, die den Anfang dessen markiert, was als “Open Source Politik“ bezeichnet werden könnte.

Der Demonstrationen vom Samstag wurden von Menschen einer 300.000 Mitglieder starken Facebook-Gruppe mit dem Namen Unterstützt den Protest der Mönche organisiert, zusammen mit erfahreneren politischen Unterstützergruppen. . . . . "

Unterstützt den Protest der Mönche wurde in diesem Jahr von einem 19 Jahre alten Studienanfänger in Toronto ins Leben gerufen. Welche Schlussfolgerungen ziehen israelische und palästinensische Aktivisten daraus?

Dazu passend: The Social Media Revolution
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*Erfordert Registrierung
**Facebook ist eine kostenlose Internetplattform zur Bildung von sozialen Netzwerken im englischsprachigen Raum.

Schon wieder: Jüdische Jugendliche = Muslimische Terroristen

honestreporting media backspin, 7. Oktober 2007

Chris Hecken greift das Marva-Programm der IDF für jüdische Jugendliche aus dem Ausland auf. Kennen wir schon - gefisked* - vor gerade einmal einem Monat. Wenigstens empfiehlt Hecken alternative Programme:


"Die Gefahr eines militärischen Programms wie diesem ist, dass es eine Gesinnung des „wir und sie“ verfestigt. Es romantisiert Gewalt. Es verbreitert die Kluft, die zum Konflikt führt. Es macht Dialog unmöglich. Es gibt große israelische Institutionen, angefangen von der Zeitung Haaretz über die mutige israelische Menschenrechtsorganisation B’Tselem bis Peace Now. Statt eine Uniform zu tragen, mit automatischen Waffen in der Wüste herumzuballern und patriotische israelische Lieder zu singen, könnte der Sommer in der Tat sinnvoll damit verbracht werden, diese Organisationen zu unterstützen."

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*Erfordert Registrierung
**Terminologie, die sich auf die unredliche Berichterstattung des Journalisten Robert Fisk bezieht.

Spin Games

honestreporting media backspin, 7. Oktober 2007

Hier das Neueste zu den Spin Games in Nahost:

Die Gefahren von Annapolis*
Ist Israel auf eine Medienkatastrophe im kommenden November vorbereitet? (Hat tip: Daled Amos)

Die PR-Maschine der Hames in Amerika

LA Times verharmlost Ahmadinejads Drohrede

Videoschwindel der Fatah schmiert Hamas an
Die Jerusalem Post wurde offenbar von einem Video reingelegt, dass in Wirklichkeit vor Monaten im Irak aufgenommen wurde. Mit viel Hintergrundinformation von LGF. Moral von der Geschicht’: Glaubwürdige palästinensische Quellen sind eine aussterbende Spezies.

IDF braucht Medienabteilung
Wer ist als “Cyber-Reservist“ für Israel qualifiziert?

BBC päppelt Kinder mit Al-Qaida Propaganda auf
Genug gesagt. Siehe auch hier

Tom Gross nimmt zur Kenntnis, dass die NUJ** jeden Zweig der britischen Mediengewerkschaft nach einer palästinensische Partnerstadt benennen will. April ist nicht lange her. . . .
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*Am 26. November Tagungsort der Nahostkonferenz in Maryland, USA
**Britische Journalistengewerkschaft

Al-Dura: Abweichende Meinung

honestreporting media backspin, 8. Oktober 2007

Korrespondent Matthew Kalman von der SF Chronicle sprach mit Nachman Shai über das Dura-Filmmaterial, das im November in einem Pariser Gerichtssaal gezeigt werden soll. Der ehemalige IDF-Sprecher schätzt die neuen Entwicklungen pessimistisch ein:

Aber Nachman Shai, ehemaliger israelischer Armeesprecher, der einen Bericht über den Vorfall schreibt, sagte, dass Israel nichts davon hatte, wieder auf den Titelseiten zu erscheinen.

„Als Staat Israel verlieren wir in dieser Angelegenheit“, sagte Shai. „Es war ein Fehler, Verantwortung zu übernehmen...., aber wir werden nie es beweisen können. Jetzt, da die Geschichte wieder raus ist, werden wir wieder und wieder beschuldigt, die Story wird gegen uns verwendet und wir ziehen daraus keinen Vorteil.

Shai erwähnte, dass er eingeladen worden war, das komplette Band Enderlins anzusehen, aber es brachte keine neuen Ergebnisse. Er fügte hinzu, dass es eine Forderung nach Freigabe zwecklos ist.

„So wie ich es gesehen habe, gewinnen wir keine neuen Erkenntnisse. Es gibt keinen neuen Beweis“, sagte er. „Nun wird man die Bilder wieder und wieder senden. Millionen Menschen, die diese Bilder nie gesehen haben, weil sie vor sechs oder sieben Jahren gesendet wurden, haben sie nun in den vergangenen zwei Tagen gesehen und das Thema ist wieder auf der Agenda.“

Das große Medieninteresse im Fall France 2 ist angesichts der überwältigenden Fragen zur Wahrhaftigkeit des Videos und der unnachgiebigen Sturheit des Senders angemessen, France 2 hat die juristischen Schritte eingeleitet; sie müssen nun mit den unbeabsichtigten Folgen leben.

Damit wirft Shais abweichende Meinung, unpopulär wie sie sein mag, eine Frage auf, die Israels Unterstützer, welche die Rohfassung des Films noch nicht gesehen haben, erörtern sollten: Was ist, wenn das Material die IDF nicht eindeutig entlastet? Könnte der Andrang für die Unterstützer von France 2 und die Kritiker genug Schlamm aufwirbeln, um den Sieg zu beanspruchen, ganz abgesehen von der eigenen Urteilsfindung der Richterin?

Gewichtung von Begriffen

honestreporting media backspin, 8. Oktober 2007

Lesen Sie in der Baltimore Sun Ira Rifkins ausgezeichneten Kommentar über den raffinierten Gebrauch von Wörtern wie "Intifada"“ und "Dschihad":

In der Tat hat Dschihad - abgeleitet vom arabischen Wort für "Anstrengung" - mehrfache Bedeutung. Es kann sowohl auf einen inneren geistigen Kampf als auch auf äußerliche politische Kämpfe beziehen. Es lässt sich jedoch nicht bestreiten, dass es auch “Heiliger Krieg“ bedeutet und dass gewalttätige Gruppierungen, die beanspruchen, im Namen des Islam zu kämpfen, diesen Begriff verwenden und sogar in ihre Namensgebung einfließen lassen.

Wenn der oberste religiöse Führer des Iran, Ajatollah Ali Khamenei, sagt „Der einzige Weg, dem zionistischen Feind entgegenzutreten, ist die Fortsetzung und Stärkung von Widerstand und Dschihad“, so ist sein Gebrauch des Begriffes unzweideutig. Ebenso wie die Einbeziehung im Namen der radikalen Palästinensergruppe Islamischer Dschihad. . . .

Frau Almontaser* argumentierte, dass "Intifada" eigentlich im Arabischen "abschütteln" bedeute. Technisch gesehen hat sie Recht - genauso wie das Wort Bastard eine primäre Wörterbuchdefinition und eine andere im alltäglichen Gebrauch hat.

Der Palästinenseraufstand gegen Israel ist weltweit als Intifada bekannt, womit dieses Wort ewig mit Bombenanschlägen auf Cafes, Pizzerien, Einkaufsmärkte und städtische Linienbusse verbunden wird. . . .

Wörter vermitteln mehrfache Bedeutungen. Auf Entlastung von linguistischen Formalien zu pochen, während man Andere des Missverständnisses bezichtigt, ist intellektuell unredlich.

Hier können sie den vollständigen Artikel weiterlesen. [In Englisch]
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*Daniel Pipes hat der Dame ein paar Zeilen gewidmet.