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Falsches zu Nahost richtig gestellt

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Erinnern Sie sich an die Amnestie?

honestreporting Media BackSpin, 1. November 2007

Beim Besuch der Stadt Nablus stellt Reporterin Carolynne Wheeler von Globe & Mail fest, dass Israels Amnestie für die Fatah-Bewaffneten mehr dazu dient, den Waffenverkauf in die Höhe zu treiben als die Popularität von Mahmoud Abbas zu steigern:

Mehr alarmierend ist, dass der Optimismus, der das Amnestyprogramm für 300 von Israel gesuchte Bewaffnete begleitet, mehr und mehr verblasst. Das Programm, im Juli mit viel Trara angekündigt, sah vor, dass jeder Mann seine Waffen übergibt und für drei Monate in informellem Gewahrsam der PA bleibt, mit dem Versprechen, dass er dann von der israelischen Liste gestrichen wird.

Aber drei Monate später trifft sich ein Mitglied der Al Aksa-Brigaden heimlich mit einem Journalisten und sagt, dass er nicht davon überzeugt ist, dass sein Name gelöscht worden ist und steckt sich wieder eine Pistole unter den Gürtel. Er sei nicht der einzige, der sich wieder bewaffnet, teilte er mit.

Lesen Sie dieses Haaretz-Profil über die "Nachtreiter" der Stadt.

Wieder flieht ein Christ aus der Westbank

honestreporting Media BackSpin, 1. November 2007

Ein weiteres Beispiel für palästinensische Intoleranz gegenüber Christen: Pfarrer Isa Bajalia, ein Palästinenser mit amerikanischer Staatsbürgerschaft, der in Ramallah arbeitete, floh, nachdem er bedroht und um Schutzgeld gepresst worden war, nach Jerusalem. Die Jerusalem Post schreibt:

Der palästinensische Sicherheitsbeamte forderte Bajalia anschließend auf, dass er den Großteil seines Familienlandbesitzes auf den Namen des Beamten umschreiben und ihm 30.000 Dollar bezahlen solle. Bajalia teilte zudem mit, er sei sechs Monate lang überwacht worden.

Am Mittwoch war noch nicht klar, ob der Pfarrer ausschließlich wegen seiner Missionsarbeit unter Muslimen bedroht wurde, oder weil seine Familie in der Stadt über Grundbesitz verfügte, oder aus einer Kombination beider Gründe.

Und dies angesichts des Besuches vom Erzbischof von Canterbury, der den Israelis gegenüber ablehnend gestimmt ist.

Dazu passend: Bethlehems Christen brechen ihr Schweigen

Video: Granaten von Schulhof in Gaza abgefeuert

honestreporting Media BackSpin, 1. November 2007

Es ist schwierig, das Video ohne Erklärung zu verstehen. Lesen sie daher bitte den Bericht von YNet News, bevor sie dort auf das Video klicken.

Vom Horror übermäßigen Kaffeekonsums

honestreporting Media BackSpin, 1. November 2007

Über seinen Guardian gebeugt schreibt ein mit Koffein voll gepumpter, schwafelnder und verärgerter Seumas Milne und beschuldigt Israel für alles, was in Nahost falsch läuft. Dürfen wir ihn auf Kaffeeentzug setzen?

Für eine nüchterne Einschätzung der Entwicklungen empfehlen wir Ihnen den Kommentar Jon Altermans von der Financial Times, der mit Sicherheit koffeinfreien Kaffee trinkt.

Leseempfehlungen heute

honestreporting Media BackSpin, 1. November 2007

Nahost: Wettlauf zur Nuklearmacht
In diesem Jahr meldeten 13 arabische Staaten bei der IAEA ihre atomaren Ambitionen an.

Weiterentwicklung der traditionellen Medien bei der Berichterstattung über Waldbrände
Lokale Nachrichtenseiten nutzten Google, Flickr, soziale Netze, Blogs, von Lesern eingereichtes Bildmaterial und Foren wie niemals zuvor. (Hat tip: Romenesko)

Besuch von Eli Khoury
Opfert Libanon nicht, damit Syrien sich „engagiert“.

Saudis wegen britischer Feindschaft gegenüber König schockiert
Die saudiarabischen Medien ignorieren die Wut und „füllen ihre Seiten mit Berichten über herzliche Begrüßung und glückliche Momente.“

Beershebas Botschaft
Eine Fußnote zur machtvollen Lektion der Geschichte zum Nationalstolz.

Sheeba Farmen abgrenzen

honestreporting Media BackSpin, 1. November 2007

Ein Bericht Ban Ki-moons hat das Areal der Sheeba-Farmen (auch Har Dov genannt) mit Hilfe von Kartografie-Experten genau definiert. Haaretz zufolge ist die israelische Regierung mit den Ergebnissen zufrieden:

Obwohl der am Mittwoch herausgegebene Bericht Israel wegen fortgesetzter Verletzung des libanesischen Luftraums und des Ausbleibens der Informationen zu den Abwurfstellen der Clusterbomben kritisierte, ist es nicht erforderlich, dass Israel an getrennten Verhandlungen über die Zukunft der Sheeba-Farmen teilnimmt oder das Areal der UNO übergibt. . . .

Israel begrüßt besonders, dass der Generalsekretär im Bericht miteinschloss, dass die Frage der Sheeba-Farmen „nicht von den Prinzipien und Elementen getrennt werden kann, die für einen anhaltenden Waffenstillstand und eine langfristige Lösung nach UNO-Resolution 1701 (aus dem Jahr 2006) erforderlich sind.“

Die einseitige Analyse des Guardian

honestreporting Media BackSpin, 1. November 2007

Seumus Milnes beschuldigt in seinem Kommentar Israel und spricht die Hamas frei.

Mehr dazu können sie im neuen Communique von HonestReporting lesen: Die einseitige Analyse des Guardian [In Englisch]

Der Geist von Mohammed Dura

honestreporting Media BackSpin, 2. November 2007

In diesem Monat wird das Video-Rohmaterial zu Mohammed Dura erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Wird das Video Israel letztendlich helfen oder schaden? Die Jerusalem Post registriert bei den Offiziellen unterschiedliche Meinungen und nach 7 Jahren bezieht die Regierung noch nicht Stellung.

Lichter aus - in Sderot

honestreporting Media BackSpin, 4. November 2007

Kassam trifft Strommast. Unterbrechung der Energieversorgung in Sderot.

Fundamentale Überprüfung der Fakten

honestreporting Media BackSpin, 4. November 2007

Kompliment an AP für ihre altmodische Art, Fakten abzuchecken und Palästinenser sowie die NGO Gisha* dabei erwischt, wie diese versuchen, die Mainstream-Medien übers Ohr zu hauen:

"Gisha", eine Menschenrechtsgruppe, die sich für die Bewegungsfreiheit der Palästinenser einsetzt, übt Druck auf den Obersten Gerichtshof Israels aus, Studenten die Ausreise aus Gaza zu erlauben, damit diese ihr Studium im Ausland fortsetzen können. Die Gruppe, darunter der umstrittene Yaser Betar, legte dem Gerichtshof ein Dokument der University of North Texas vor, das die Immatrikulation für ein Promotionsstudium bestätigt.

Aber nachdem AP der Universität das Dokument zugeschickt hatte, erwiderte eine Sprecherin, dass das Dokument gefälscht sei und Betar „zurzeit nicht an der Universität immatrikuliert ist“.

Wie ein ironischer Redakteur mir einmal sagte, als ich noch Praktikant war:

„Wenn Ihnen Ihre Mutter sagt, dass sie Sie liebt, überprüfen Sie es - und lassen Sie es sich von ihrem Vater bestätigen“.

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*Mehr zu Gisha und anderen NGOs [in Deutsch] hier.