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Falsches zu Nahost richtig gestellt

Fünf Argumente gegen die Einstaaten-Lösung

honestreporting Media BackSpin, 23. Oktober 2007

Sonja Karkar, Präsidentin von Frauen für Palästina, drängt auf eine Einstaaten-Lösung. In The Age schreibt sie:

Wenn Israel als demokratischer Staat anerkannt werden will, muss es alle Bürger mit einschließen; wenn es Frieden will, muss es den unter Besatzung lebenden Palästinenser erlauben, in Freiheit zu leben, und es muss akzeptieren, dass die palästinensischen Flüchtlinge ein unveräußerliches Recht haben, in ihre Heimat zurückzukehren.

Hier fünf Gründe, warum der Einheitsstaat (auch als binational bezeichnet) keine Lösung ist und bei der bevorstehenden Annapolis-Konferenz nicht auf die Tagesordnung kommen sollte:

1. Es ist keine Schande, ein Konzept für jüdische Menschen in einem jüdischen Staat zu haben.

2. Die Einstaaten-Lösung verneint palästinensische nationale Bestrebungen ebenso wie jüdische nationale Bestrebungen.

3. Juden und Araber teilen weder Sprache, Geschichte, Religion, Kultur oder Werte, die erforderlich sind, um Anstrengungen für einen binationalen Staat zu genügen. Ein typisches Beispiel: Ohne einen Machthaber, der mit eiserner Faust regierte, löste sich Jugoslawien entlang seiner ethnischen Grenzen auf und der Begriff „Balkanisierung“ wurde Teil der Lexika weltweit.

4. Selbst können die Araber keine Geschichte erfolgreicher multiethnischer Staaten vorweisen. Der Libanon taumelt am Abgrund eines weiteren Bürgerkrieges. Sunnitisch-schiitische Gemetzel könnten zur Aufsplitterung des Irak führen. Christen fliehen in Scharen aus dem Nahen und Mittleren Osten.

5. Das südafrikanische Beispiel ist untauglich. Neben den vielen Unterschieden zwischen den zwei Regionen weist Benny Pogrund darauf hin, dass in Südafrika Schwarze und Weiße eine gemeinsame Führung hatten, die die Teilung der Macht sowie wirtschaftliche wechselseitige Verflechtung in ihren Wahlbezirken umsetzen konnte. Dies ist nicht der Fall bei der Beziehung zwischen Israelis und Palästinensern.

Karkar antwortete auf Colin Rubinstein, der seinerseits auf Ghada Karmi antwortete.

Bernd Dahlenburg am 23.10.07 18:46

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