Medien BackSpin

Falsches zu Nahost richtig gestellt

Kardinalfehler

honestreporting Media BackSpin, 7. November 2007

Stanford-Studentin Amanda Gelender unternimmt den Versuch, anzusprechen, warum Israel für eine Devestitionskampagne ausgewählt werden soll:

Manche von Ihnen mögen sich fragen, „Warum konzentrieren Sie sich auf Israel? Gibt es nicht viele Menschenrechtsverletzungen, die unsere Aufmerksamkeit verdienen?“ Das stimmt schon; es gibt es viele Menschenrechtsverletzungen überall auf der Welt, einschließlich derer in unserem eigenen Land. Alle diese Ungerechtigkeiten verdienen unsere Beachtung, und Israel bildet keine Ausnahme.

Wir heben Israel aus dem gleichen Grund hervor, aus dem andere Kritiker Darfur oder Burma hervorheben: weil es grauenhafte Menschenrechtsverletzungen gibt, die in einem spezifischen sozio-politischen Kontext geschehen. Aber wichtig ist, dass wir uns auf Israel konzentrieren, weil es Hauptempfänger amerikanischer Hilfe ist, meistens in Form militärischer Unterstützung. Für amerikanische Bürger und Steuerzahler sollte die passende Frage lauten: „Warum nicht auf Israel konzentrieren?“

Gelender irrt in vier Punkten:

• Sie setzt das demokratische Israel unaufrichtig mit den autoritären Regimes Sudan und Burma gleich.

• Indem sie sagt, dass Israel, Burma und Sudan allesamt „grauenhafte Menschenrechtsverletzungen verüben, die in einem spezifisch sozio-politischen Kontext stattfinden“ verniedlicht sie im Widerspruch dazu das Vorgehen der burmesischen Junta und noch mehr den Genozid in Darfur.

• Die Unterstützung durch die USA dient nur als weitere Ausrede, um die Devestitionskampagne zu pushen, weil Israel eine moderne Wirtschaft hat, die Schwierigkeiten aushalten kann. Die USA besitzt kaum Einfluss auf die entsetzliche Lage in den schlechter gestellten Ländern Sudan und Burma.

• Wenn amerikanische Hilfe der bestimmende Faktor für Untersuchungen zum Menschenrecht ist, sollte Gelender für eine Devestitionskampagne in Ägypten plädieren, das von den USA 1,3 Mrd. Dollar empfängt. Ägyptens steht in den Nachrichten wegen Abschiebung von Flüchtlingen zurück in den Sudan, Foltermethoden des Polizeiapparates und Inhaftierung von Journalisten.

Bernd Dahlenburg am 7.11.07 14:53

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL