Medien BackSpin

Falsches zu Nahost richtig gestellt

Ein lausiger Tag für Public Relation

honestreporting Media BackSpin, 13. November 2007

Gewaltausbrüche bei einer großen Kundgebung im Gazastreifen forderten sieben palästinensische Todesopfer und 85 Verletzte. Die Hamas hat zudem 400 verprügelte Anhänger der Fatah in einer Sofortaktion inhaftiert. Geht man nach der Beurteilung der Mainstream-Medien, bekommt die Hamas PR-Prügel. Prüfen Sie:

AFP widerspricht der Hamas-Erklärung zur Schießerei direkt:

Die Hamas beschuldigte Fatah-Bewaffnete, die Zusammenstöße angestiftet zu haben und beschuldigt sie, von Dächern auf Polizeikräfte unten auf dem Platz gefeuert zu haben….

Seine Darstellung wurde von einem AFP Korrespondenten und mehreren Zeugen bestritten, aussagten, dass die Polizeikräfte der Hamas das Feuer auf die Demonstration eröffneten.

• Die Washington Post stellte den gleichen Widerspruch fest und fügte hinzu, dass auch Journalisten Prügel einsteckten:

Ein Reporter der Washington Post am Schauplatz des Geschehens sah keine Bewaffneten der Fatah - weder bei der Kundgebung noch in der Umgebung. Andere Reporter gaben gleich lautende Schilderungen….

Nach der Schießerei kamen weitere Milizen der Hamas hinzu, um Menschen aus der Menge heraus festzunehmen und zu schlagen. Sie herrschten die Journalisten an, den Vorfall nicht zu filmen. Sicherheitskräfte der Hamas attackierten Lokaljournalisten.

• Lesen Sie bei AP (aus erster Hand) eine bemerkenswert detaillierte Darstellung des Verhaltens der Hamas-Sicherheitskräfte:

Bei der feindlichen Konfrontation beobachtete ein Reporter von Associated Press etwa 30 Hamas-Polizisten - einige auf dem Dach des Regierungsgebäudes postiert, andere auf den Straßen unterhalb -, die etwa 10 Minuten lang heftiges Gewehrfeuer abgaben. Einige schienen über die Köpfe von Steinewerfern der Fatah hinweg zu schießen, während andere wahllos feuerten.

In einem anderen Fall zeigte ein Video des Nachrichtenfernsehens von AP Hunderte junger Fatah-Aktivisten, manche eingehüllt in gelbe Fahnen, in Konfrontationshaltung gegen in Schwarz oder Tarnuniformen der Polizeikräfte der jenseits eine Kreuzung.

Die Fatah-Aktivisten bewarfen die Truppen der Hamas mit Steinen und drangen weiter vorwärts, selbst als sie von heftigem Gewehrfeuer empfangen wurden. Ein Hamas-Polizist stützte sich auf seinem Knie ab, um besser zielen zu können. Plötzlich brach ein junger Steinewerfer zusammen und wurde von anderen weggetragen.

Anderswo haben AP-Fotografen Demonstranten beobachtet, die außer sich waren und Privatfahrzeuge requirierten um die Verwundeten in Krankenhäuser zu bringen. Medizinisches Personal gab an, dass sieben Zivilisten getötet und 85 Menschen verwundet wurden.

Die Palästinenser haben drei Tage Trauer angeordnet - doch nicht wegen des Imageschadens der Hamas.

Bernd Dahlenburg am 14.11.07 03:49

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