Medien BackSpin

Falsches zu Nahost richtig gestellt

Altalena-Augenblicke

honestreporting Media BackSpin, 25. November 2007

Anatol Lieven schreibt in der Financial Times:

Thomas Friedman schrieb einmal, dass für das Zustandekommen einer Friedensverhandlung sowohl die israelische als auch die palästinensische Führung auf einen Bürgerkrieg gegen teile ihres eigenen Volkes vorbereitet sein müsse. Die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) schien gewillt zu sein, einen solchen Kampf gegen die Hamas zu führen, wenn ihr die Herrschaft in einem, realen Staat angeboten worden wäre - nicht irgendein von Israel dominiertes Bantustan (Homeland). Israelische Regierungen haben bislang jedoch vor einer echten Kraftprobe mit ihren Siedlern plötzlich innegehalten, und es scheint nicht danach auszusehen, dass sie nahe daran sind, sich damit auseinanderzusetzen.

Lievens beschreibt etwas, was Israelis den Altalena-Augenblick nennen würden. Ein Vergleich, der westlichen Lesern besser unter der Formulierung Die Nacht der langen Messer bekannt ist.

Im Gegensatz zu Lievens Behauptung war die Absetzbewegung Ariel Sharons sicher ein Zug, der die Siedlerbewegung marginalisierte. Was die absurde Idee betrifft, dass die PLO - ungeachtet eines Bantustan - bereit ist, gegen die Hamas einen Krieg zu führen, so hat Lievens den „palästinensischen Altalena-Augenblick“ verpasst, der sich im Juni ereignete.

Bernd Dahlenburg am 26.11.07 03:57

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