Medien BackSpin

Falsches zu Nahost richtig gestellt

Europ. Medien + Nahost

Leseempfehlungen heute

honestreporting Media BackSpin, 1. November 2007

Nahost: Wettlauf zur Nuklearmacht
In diesem Jahr meldeten 13 arabische Staaten bei der IAEA ihre atomaren Ambitionen an.

Weiterentwicklung der traditionellen Medien bei der Berichterstattung über Waldbrände
Lokale Nachrichtenseiten nutzten Google, Flickr, soziale Netze, Blogs, von Lesern eingereichtes Bildmaterial und Foren wie niemals zuvor. (Hat tip: Romenesko)

Besuch von Eli Khoury
Opfert Libanon nicht, damit Syrien sich „engagiert“.

Saudis wegen britischer Feindschaft gegenüber König schockiert
Die saudiarabischen Medien ignorieren die Wut und „füllen ihre Seiten mit Berichten über herzliche Begrüßung und glückliche Momente.“

Beershebas Botschaft
Eine Fußnote zur machtvollen Lektion der Geschichte zum Nationalstolz.

Erinnern Sie sich an die Amnestie?

honestreporting Media BackSpin, 1. November 2007

Beim Besuch der Stadt Nablus stellt Reporterin Carolynne Wheeler von Globe & Mail fest, dass Israels Amnestie für die Fatah-Bewaffneten mehr dazu dient, den Waffenverkauf in die Höhe zu treiben als die Popularität von Mahmoud Abbas zu steigern:

Mehr alarmierend ist, dass der Optimismus, der das Amnestyprogramm für 300 von Israel gesuchte Bewaffnete begleitet, mehr und mehr verblasst. Das Programm, im Juli mit viel Trara angekündigt, sah vor, dass jeder Mann seine Waffen übergibt und für drei Monate in informellem Gewahrsam der PA bleibt, mit dem Versprechen, dass er dann von der israelischen Liste gestrichen wird.

Aber drei Monate später trifft sich ein Mitglied der Al Aksa-Brigaden heimlich mit einem Journalisten und sagt, dass er nicht davon überzeugt ist, dass sein Name gelöscht worden ist und steckt sich wieder eine Pistole unter den Gürtel. Er sei nicht der einzige, der sich wieder bewaffnet, teilte er mit.

Lesen Sie dieses Haaretz-Profil über die "Nachtreiter" der Stadt.

Sieh mal wer sich an der Intrige beteiligt

honestreporting Media BackSpin, 31. Oktober 2007

Deutet diese Rezension des Daily Telegraph darauf hin, dass sich einige neue Spieler der Konspiration angeschlossen haben?

Seine Autoren sind unter anderem von der Washington Post, der New York Sun, der New Republic und dem Wall Street Journal als antisemitisch beschrieben worden….

In der Tat rechtfertigt der Umstand, dass ihr Buch sicherlich solch unverschämten Missbrauch ausgesetzt war, eines ihrer zentralen Argumente: Diese Pro Israel-Lobbies sind so einäugig, dass sie mit Antisemitismusbezichtigungen um sich werfen wie mit Luftballons auf einer Geburtstagsfeier.“

Wenn es zu einer erstickenden Debatte kommt, werden wir noch immer als Leichtgewichte betrachtet. Warum wird HonestReporting nicht erwähnt?

Frage des Tages

honestreporting Media BackSpin, 31. Oktober 2007

„Ein großes Wagnis ohne angemessene Vorbereitung und passende Abschätzung der Risiken einzugehen“ ist ein Argument gegen:

A) Den Irak-Krieg

B) Friedensgespräche in Annapolis

C) Beide genannten Antworten

Sehen sie bei David Frum nach, ob ihre Antwort stimmt.

(Hat tip: Daled Amos)

Jerusalems Comeback

honestreporting Media BackSpin, 31. Oktober 2007

Lesenswert: Reporter Ken Ellingwood von der LA Times reduziert seinen Personenschutz.

Christen in Gaza: Persona Non Grata

honestreporting Media BackSpin, 28. Oktober 2007

Der Guardian berichtet, dass die 3.000 Christen im Gazastreifen in Angst leben:

„Alles hat sich verändert. Zu Zeiten meines Vaters und Großvaters gab es keinen Unterschied zwischen Muslimen und Christen“, sagte Ibrahim Ayad, ein weiterer Bruder des Opfers. „Das Wiederaufleben des Islam erzeugte in seinem Sog auch Intoleranz“. Er fügte hinzu, dass er Gaza verlassen werde, sobald er die Mörder seines Bruders identifiziert hätte und sie ihrer Strafe zugeführt werden.

Ayad schätzte, dass 70% der christlichen Gemeinschaft nicht mehr im Gazastreifen wären, wenn sie die Gelegenheit dazu hätten; wahrscheinlich zu Weihnachten, wenn Israel für gewöhnlich den Christen ermöglicht, den Gazastreifen zu verlassen.

Er sagte, dass viele Muslime die Christen nun als „Kaffirs“ oder Ungläubige wahrgenommen haben, was für sie bedeutete, dass sie nicht die gleichen Rechte hätten wie die Muslime.

Dazu passend: Hamastan Fallout

Wann wird die Grenze überschritten?

honestreporting Media BackSpin, 24. Oktober 2007

Innenpolitische israelische und palästinensische Gesichtspunkte, die Annapolis beeinflussen, sind legitime Standpunkte der Mainstream-Medien. Ab welchem Punkt überschreiten sie eine Linie und stellen Israel (oder die PA) als Sündenböcke hin?

Die Financial Times zum Beispiel überschreitet diese Schwelle nicht, dafür aber Tim McGirk vom TIME-Magazine:

Wenn die Israelis präsentieren können, dass Abbas ein Schwächling ist, und der demokratische Impuls unter den Palästinensern nicht ebenso stark ist wie ihr Durst nach Rache, dann würde Busch sie nicht dafür tadeln, wenn sie nicht zu den Friedensgesprächen kommen. Ein bequemer Ausweg.

Warum nicht Alaska?

honestreporting Medien Back Spin, 20. Oktober 2007

Deshalb.

Die deutsche Übersetzung hier

Bad News aus den Niederlanden

honestreporting Communiqué, 18. Oktober 2007

Ein Projekt, das darlegt, wie man unter Beweis stellt, dass man jedes Land wie einen Paria aussehen lassen kann.

Die Medien sind das mächtigste Werkzeug, ein Land zu „brandmarken“. Die enorme Zahl ausländischer Journalisten, die in Israel arbeiten, hat sicher ihren Anteil daran, dass der israelisch-arabische Konflikt im Blickpunkt des öffentlichen Interesses steht, weit vor anderen Konfliktzonen in der Welt wie Darfur.

Obwohl es in Hightech, Wissenschaft, Landwirtschaft und vielen andere Bereichen weltweit führend ist, leidet Israel an einer negativen Beurteilung durch die Medien, im Wesentlichen im Kontext mit einer Konfliktsituation.

Womit werden in krassem Gegensatz dazu die Niederlande gleichgesetzt? Bei vielen von Ihnen wird es Bilder von Windmühlen und Tulpen wachrufen. Es wäre unfair, irgendetwas besonders anstößig oder negativ zu finden, wenn man über die Niederlande spricht. Doch genau dies ist es, was Dr. Manfred Gerstenfeld [Abbildung] vom Jerusalem Center for Public Affairs mit seinem neuen Blog Schlechte Nachrichten aus den Niederlanden getan hat.

Dazu World Politics Review:

Berichterstattung über Israel in der europäischen Presse ist oft kaum mehr als eine Parodie des redlichen Journalismus. Israel beschwert sich darüber schon seit Jahrzehnten, aber mehr Belege für das, was Sie Abscheulichkeiten gegen Journalismus nennen dürften, erhält man jeden Tag in europäischen Gerichtssälen und der wissenschaftlichen Forschung.

Um zumindest eine der Techniken hervorzuheben, die von europäischen und einigen amerikanischen Nachrichtenmedien benutzt werden, hat ein Israeli seine eigene Nachrichtparodie lanciert. „Schlechte Nachrichten aus den Niederlanden“, redaktionell betreut von Dr. Manfred Gerstenfeld, berichtet über die Niederlande, wobei der Fokus ausschließlich auf negative Nachrichten gerichtet ist. Wenn Sie die Zeitungsausschnitte durchlesen - alles wahre Nachrichten - kommen Ihnen die gemütlichen Niederlande vor wie der Aufenthaltsort des Teufels selbst:

Holländische Soldaten stehen unter Verdacht, Gefangene zu foltern und Zivilisten zu töten; Soldaten prügeln einen Einwanderer auf der Straße zu Tode; holländische Politiker der Hetze gegen Ausländer beschuldigt. Die Liste lässt sich verlängern, u.a. mit Fällen, die jeden Tag in Gerstenfelds Mailbox landen - von seinen Anhängern in den Niederlanden bis zur Lektüre holländischer Zeitungen.

Sein Fazit? Unausgewogene Berichterstattung lässt jedes Land schlecht aussehen. Fixierung auf das Negative ist ein Weg, dies zu erreichen. Die Unfähigkeit, Zusammenhänge aufzuzeigen, dazu wissentliche Verdrehungen von Fakten oder die kontinuierliche Bereitschaft für einseitige Informationsbeschaffung charakterisieren den anderen Weg.

Im Gespräch mit HonestReporting wünschte sich Gerstenfeld:

„Wir hoffen, dass andere Länder diesem Beispiel folgen“. Bad News ist ein Musterbeispiel dafür, wie man Denkmuster verändern kann. Wir verbringen unsere Zeit nicht damit, holländische Medienverdreher bloßzustellen oder ihren Redakteuren Briefe zu schreiben. Wir wenden nur ihre entstellenden Methoden in extremer Weise auf ihr eigenes Land an. Gleichzeitig sind wir aufrichtig, während sie es nicht sind. Wir erzählen geradeheraus, dass wir nur negative Nachrichten veröffentlichen.

Ich denke, da die Zahl negativer Einträge auf unserer Website anwächst, wird ihre kumulative Wirkung sehr mächtig werden. Wir sollten jedoch niemals unser vornehmstes Ziel vergessen: Die holländische Gesellschaft zu zwingen, eine Debatte darüber zu führen, wie viele ihrer Medien verfälschend über Israel berichten.

Werden Schlechte Nachrichten aus den Niederlanden den Ruf des Landes schwer beschädigen? Vielleicht nicht. Aber dieses Projekt ermöglicht einen neuartigen Blickwinkel, der die antiisraelische Ausrichtung der Medien belichtet.

Zu viel Kaffeesatz

honestreporting Media BackSpin, 17. Oktober 2007

Wenn Sie zu viel Zeit damit verbringen, im Kaffeesatz der Nahostpolitik zu lesen, laufen Sie Gefahr, gefährliche Dinge einzuatmen.

Typisches Beispiel: Ilene Prusher vom Christian Science Monitor.