Medien BackSpin

Falsches zu Nahost richtig gestellt

die Welt + Nahost

Walt & Mearsheimers Argument aufspießen

honestreporting.com Media BackSpin, 2. September 2007

Die gängige Meinung unter Kritikern, dass die "Israel Lobby“ die USA gegen den Irak aufstachelte, hat starke Risse bekommen. Ein ehemaliger Beamter des Außenministeriums berichtete Inter Press Service, dass Israel in Wirklichkeit die USA gedrängt hat, im Irak nicht einzumarschieren:

Wilkerson, damals im Außenministerium Mitglied im politischen Planungsstab und später Stabschef unter Außenminister Colin Powell, erinnerte in einem Interview mit Inter Press Service daran, dass die Israelis sofort reagiert haben, als es Anzeichen dafür gab, dass die Bush-Administration über einen Krieg gegen den Irak nachdachte. Nachdem die israelische Regierung die ersten Hinweise von dieser Absicht erhielt, so Wilkerson, „sagten uns die Israelis, dass nicht der Irak der Feind ist - der Iran ist es“.

Wilkerson schildert die israelische Note an die Bush-Administration im Jahr 2002: "Wenn Sie das Kräftegleichgewicht destabilisieren wollen, dann gegen den Hauptfeind".

In israelischen Gesprächen mit der Administration war die Warnung vor einer Invasion im Irak „eindringlich“, erinnert sich Wilkerson. Sie wurde an die Administration von zahlreichen israelischen Quellen herangetragen, darunter hochrangigen Politikern, dem Geheimdienst und Privatleuten.

Wilkerson merkt an, dass es in ihren Gesprächen nicht hauptsächlich darum ging, ob die USA den Iran sofort angreifen sollte, sondern "sie dürften vom Irak und Saddam Hussein nicht davon abgelenkt werden", dass der Fokus der Gefahr im Iran liegt.

Wie können Walt und Mearsheimer dies erklären?

Die Wahrheit umkehren

honestreporting.com Media BackSpin, 26. August 2007

Was hat Umkehrung der Wahrheit mit der Berichterstattung der Mainstream-Medien über Israel zu tun?

Zu viel*.
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*Der englischsprachige Text kann bei der JCPA gelesen werden.

Verhandlungsgeschick

honestreporting.com Media BackSpin, 26. August 2007

Journalistin Paula Slier [Abbildung] und andere in Südafrika fragen, wie sinnvoll es ist für jüdische Gruppierungen ist, mit Medienorganen Abkommen für faire Berichterstattung zu schließen.

Slier antwortete auf ein Abkommen zwischen dem Ausschuss südafrikanischer jüdischer Abgeordneter (SAJBD) mit der Öffentlichen Radio- und Medienanstalt (SABC) Südafrikas.

It’s Almost Supernatural hat ihre Argumente zusammengefasst:

• 'Objektiver, fairer, sorgfältiger und gewissenhafter Journalismus ist nichts, was verhandelbar wäre'.

• 'Es ging niemals um mich oder die anderen Journalisten, die auf eine schwarze Liste gesetzt wurden; es ging um die konkrete Bedrohung für die Demokratie in unserem Land und unser Recht auf Meinungsfreiheit, das von einem nationalen Nachrichtensender beschädigt wird, der zum Sprachrohr der Regierung geworden ist'.

• 'Die Maßnahmen des Ausschusses sprechen Bände darüber, wie sie den Status von Minderheiten in Südafrika sehen. Sind wir zu verängstigt, es auszusprechen'?

Sliers Berichterstattung über Yasser Arafat hatte dazu geführt, dass sie von SABC- Direktor Dr. Snuki Zikalala, der sich einen Journalismus im Sinne der Unterstützung der PLO wünschte, auf die schwarze Liste gesetzt wurde. Sie brachte Dr. Zikalala seitens HonestReporting die Auszeichnung Schlechtester Nachrichtendirektor ein.

Israel-Bashing: Doch noch ein weiteres Fest für die UNO

honestreporting.com Media BackSpin, 22. August 2007

Möchten Sie sich für die so genannte Zweite Durban-Konferenz warm laufen? Dann fahren Sie Ende August zu einer von der UNO gesponserten Israel-Bashing-Skandalveranstaltung nach Brüssel. Die Jerusalem Post erläutert:

Die zweitägige Konferenz wird vom
Commitee on the Exercise of the Inalienable Rights of the Palestinian People
veranstaltet und trägt den Namen The UN International Conference of Civil Society in Support of Israeli-Palestinian Peace.

Polen hat bereits angekündigt, dass es die Veranstaltung boykottieren wird. Außerdem kam es zu einer Flut von Protesten und Vorwürfen, dass die Konferenz eine eindeutig antiisraelische Agenda habe.

Israel-Bashing-Fest der UNO in Vorbereitung

honestreporting.com Media BackSpin, 21. August 2007

Peleg Reshef erinnert an die Durban-Konferenz von 2001, während Beobachtergruppen sich für die UNO Weltkonferenz gegen Rassismus 2009 rüsten.

Dazu passend: Anne Bayefskys Terrorismus und Rassismus: Die Nachwirkungen von Durban.

Deal für mehr Ausgewogenheit

honestreporting.com Media BackSpin, 29. Juli 2007

Wird die Nahostberichterstattung der South African Broadcasting Corporation (SABC) im Nachrichtenfernsehen ausgewogener?

Das hofft man, nachdem Offizielle des Ausschusses südafrikanischer jüdischer Abgeordneter (SAJBD) ein Abkommen mit SABC Nachrichtenchef Dr. Snuki Zikalala trafen. It’s Almost Supernatural schreibt dazu:

Im Gegenzug für die Rücknahme der Klage des SAJBD bei der unabhängigen Beschwerdekommission Südafrika (ICASA) wegen des Setzens der jüdischen Journalistin Paula Slier auf eine Schwarze Liste versprach Zikalala, eine ausgewogenere Berichterstattung über den Nahen Osten sicherzustellen.

Dankenswerterweise ist das Freedom of Expression Institute (FXI) seinen Grundsätzen treu geblieben und erhält weiterhin die Klage gegen die SABC und Zikalala aufrecht.

Die Schwarze Liste brachte Dr. Zikalala den Titel Schlechtester Nachrichtendirektor durch HonestReporting ein. Weitere Lektüre zum Thema: Schwarzweiß-Agenda gegen Israel.

"Stellenwert einer weisen Verfasserangabe"

honestreporting.com Media BackSpin, 22. Juli 2007

Die Direktoren des Simon Wiesenthal Center erhielten in der LA Times Gelegenheit zu einem Gastkommentar für eine Gegenrede zur Entscheidung des Blattes, einen Kommentar des Hamas-Funktionärs Mousa Abu Marzook zu veröffentlichen:

„Lassen Sie es uns offen sagen: Die Frage ist nicht, ob man für die Ansichten der Hamas Druckerschwärze bereitstellt. Ihre Aussagen und Taten verdienen Berichterstattung in Echtzeit, so wie die Aussagen Hitlers und Stalins Berichterstattung durch die prestigeträchtigsten Zeitungen in den größten Demokratien erfuhren.

Aber solche Leute verdienen nicht den Stellenwert einer weisen Verfasserangabe, weil dies den Unterschied zwischen ehrenwerten Männern und Frauen, die sich an den Grundprinzipien der Menschlichkeit orientieren und Despoten sowie Terroristen, die darauf aus sind, diese Werte zu stören, verwischt.

Wenn das Kriterium einfach lautet “weil es eine wichtige Geschichte ist“, hätten dann die Herausgeber auch die Rechtfertigungsversuche des Dr. Josef Mengele von Auschwitz für seine grauenhaften Experimente gedruckt, oder die Erklärung des Killers von "Virginia Tech"* für seinen Massenmord?

Selbstverständlich haben Zeitungen das Recht und die Verantwortung, ihre Leser über Diktatoren und Händler des Terrors zu informieren. Aber sie haben nicht das Recht, jenen Raum und Glaubwürdigkeit für einem Kommentar zu geben, die auf einen Genozid aus sind.“

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*Virginia Tech: Wikipedia

Syrien fällt im Libanon ein und die Medien gähnen

honestreporting.com Media BackSpin, 9. Juli 2007

Nach einem Bericht von Naharnet bezogen syrische Truppen drei Kilometer innerhalb des Libanon Stellung. Michael Tottens Reaktion:

"Wie konnte Syrien drei Kilometer in irgendeine Region innerhalb des Libanon eindringen, ohne eine scharfe diplomatische und mediale Reaktion auszulösen?

Also mailte ich Michael Junge an, den Redakteur der Kommentarseiten beim Beiruter Daily Star und fragte ihn, ob die Geschichte eine Ente sei. "Es stimmt tatsächlich", sagte er, "aber das Problem ist, dass die drei Kilometer sehr abgelegene Gebiete betreffen, so dass dies keine großen Schlagzeilen macht. In dieser Woche wird die UNO jedoch strittige Grenzfragen besprechen, denke ich, und das wird Erwähnung finden. Die Syrer werden den Druck erhöhen, aber bei einem Angriff auf die UNO-Truppen im Süden würden sie mit dem Feuer spielen, hat ein UNO-Sprecher gesagt."

Wenn Israel die IDF drei Kilometer in den Libanon schicken würde, Gräben zöge und Bunker errichtete, würde das auf der ganzen Welt Schlagzeilen machen. Aber Syrien tut es und jeder zuckt mit den Achseln. Wohl kaum jemand wüsste überhaupt, dass es geschah.

Hängt dieser Einfall mit dem Aufruf von Damaskus an seine im Libanon lebenden Staatsbürger zusammen, das Land binnen einer Woche zu verlassen? Memri bespricht zwei Hauptentwicklungen in der Beziehung Syrien-Libanon, die sich in der kommenden Woche zuspitzen werden - die Rolle der internationalen Beobachter entlang der Landesgrenzen und die Vorlage eines weiteren UNO-Berichtes zu den Ermittlungen im Mordfall Rafik Hariri.

Der Giftstift des Business Day

honestreporting.com Media BackSpin, 29. Mai 2007

Der Preis für den Giftstift des Tages geht an Brandon Reynolds vom südafrikanischen Business Day:

Merkhilfe für Reynolds: Die Führer der Hamas gaben offen zu, dass sie den Raketenbeschuss wollten um eine israelische Reaktion zu provozieren, welche die Palästinenser zusammenschweißen und den Bürgerkrieg beenden würde.

It’s Almost Supernatural bemerkt dazu, dass die Karikatur leider "passend den ranzigen Markengeruch der intellektuellen Mode veranschaulicht, der typisch ist für große Schwaden der südafrikanischen Medien."

Mohammed Dura und die Slums von Rio

honestreporting.com Media BackSpin, 16. April 2007

Das Leben in der PA scheint rosig auszusehen, verglichen mit den Elendsvierteln von Rio de Janeiro. Das Blutvergießen in den Favelas oder Slums der Stadt schildernd, schreibt die Washington Post:

Die Favelas sind - statistisch gesehen - die Bezirke mit der höchsten Verbrechensrate in Rio de Janeiro, einer Stadt, in der die Zahl von Todesfällen unter Jugendlichen, die einem Gewaltverbrechen zugeschrieben werden, die in vielen Kriegsgebieten übersteigt.

Von 2002 bis 2006 wurden nach Angaben von B'Tselem, einer israelischen Menschenrechtsgruppe, 729 israelische und palästinensische Jugendliche aufgrund von Gewalttätigkeiten in Israel und den besetzten Gebieten getötet.

Während der gleichen Zeitspanne wurden nach Auskunft des Instituts für öffentliche Sicherheit, einer staatlichen Forschungseinrichtung, in Rio de Janeiro 1.857 Minderjährige ermordet.

Es ist kaum anzunehmen, dass irgendein brasilianischer Jugendlicher vor TV-Kamera-Teams erschossen wird. Erwarten Sie also nicht, dass die MSM* an irgendjemanden den Status des Reklamehelden verleiht, den z.Z. Mohamed Dura besitzt.
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*Mainstream Medien

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