Medien BackSpin

Falsches zu Nahost richtig gestellt

Weltmedien + Nahost

Altalena-Augenblicke

honestreporting Media BackSpin, 25. November 2007

Anatol Lieven schreibt in der Financial Times:

Thomas Friedman schrieb einmal, dass für das Zustandekommen einer Friedensverhandlung sowohl die israelische als auch die palästinensische Führung auf einen Bürgerkrieg gegen teile ihres eigenen Volkes vorbereitet sein müsse. Die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) schien gewillt zu sein, einen solchen Kampf gegen die Hamas zu führen, wenn ihr die Herrschaft in einem, realen Staat angeboten worden wäre - nicht irgendein von Israel dominiertes Bantustan (Homeland). Israelische Regierungen haben bislang jedoch vor einer echten Kraftprobe mit ihren Siedlern plötzlich innegehalten, und es scheint nicht danach auszusehen, dass sie nahe daran sind, sich damit auseinanderzusetzen.

Lievens beschreibt etwas, was Israelis den Altalena-Augenblick nennen würden. Ein Vergleich, der westlichen Lesern besser unter der Formulierung Die Nacht der langen Messer bekannt ist.

Im Gegensatz zu Lievens Behauptung war die Absetzbewegung Ariel Sharons sicher ein Zug, der die Siedlerbewegung marginalisierte. Was die absurde Idee betrifft, dass die PLO - ungeachtet eines Bantustan - bereit ist, gegen die Hamas einen Krieg zu führen, so hat Lievens den „palästinensischen Altalena-Augenblick“ verpasst, der sich im Juni ereignete.

Bericht aus Hamastan

honestreporting Media BackSpin, 25. November 2007

Die Sunday Times schießt sich auf die Gewaltherrschaft der Hamas ein

Sunday Times
25. November, 2007

Trotzige Hamas regiert mit Schreckensherrschaft im isolierten Gaza

Marie Colvin, Gaza

Die Nächte in Gaza gehören den Izzedine Al-Qassam Brigaden. Vergangene Woche, in den mit Schlaglöchern übersäten Straßen der Grenzstadt Rafah, lauschen bis an die Zähne mit Gewehren und Raketenabschussvorrichtungen bewaffnete ausgebildete Kämpfer den motivierenden Worten ihres Kommandanten, bevor sie in die Dunkelheit ausschwärmen.

Die Miliz, die einmal militärischer Flügel der Untergrundorganisation Hamas war, die islamistische Organisation, ist eine gefürchtete inoffizielle Armee geworden, die das Territorium des isolierten palästinensischen Territoriums kontrolliert.

Den vollständigen Text können Sie hier weiterlesen. [In Englisch]

Dies ist die Jahreszeit

honestreporting Media BackSpin, 23. November 2007

Journalisten machen sich jeden Dezember auf den Weg nach Bethlehem, um das Leid der wegziehenden Christen und den Niedergang des Tourismus an Israels Sicherheitszaun und den Kontrollpunkten zu berichten.

Zu oft ignoriert oder bagatellisiert das Bild, das sie entwerfen, die Einschüchterung durch die Muslime und allgemeine Gesetzlosigkeit.

National Geographic beginnt mit der alljährlichen Berichterstattung. Kein Ho Ho Ho des Weihnachtsmanns.

Israel, die größte Hoffnung für den Islam

honestreporting Media BackSpin, 22. November 2007

Ein zwingender Kommentar in der Asia Times führt aus, dass die islamische Welt Israel nur durch Zwang anerkennen wird; das eigentliche Thema ist jedoch Demut.

(hat tip: Atlas Shrugs)

Einmaleins des Kriegsrechts

honestreporting Media BackSpin, 20. November 2007

Das Rote Kreuz lehrt palästinensische Bewaffnete internationales Kriegsrecht. Die BBC saß im Klassenzimmer:

Herr Nasr erzählte mir, wie überrascht manche Bewaffnete waren, dass Gruppierungen wie sie einen Status nach dem Internationalen Recht genießen.

„Aber dann mussten sie erkennen, dass sie Verantwortung tragen. Juristische Verantwortung. Und falls sie diese nicht wahrnehmen, können sie nach Internationalem Recht angeklagt werden.“

„Und das kommt für diese Burschen ziemlich überraschend - ; die meisten von ihnen haben sich immer als Leidtragende gesehen.“

Wiedersehen in der Undercover-Moschee

honestreporting Media BackSpin, 19. November 2007

Ofcom* Großbritannien entschied, dass die Dokumentation Undercover-Moschee von Channel 4 keine Sendevorschriften missachtet hat. Hier** können Sie die Entscheidung nachlesen (pdf-Format).

Die im Januar ausgestrahlte Sendung wurde kritisiert, die Standpunkte der Prediger zu verdrehen und Extremisten eine Plattform zu geben.
________

* Ofcom
**Bitte mit Internet Explorer öffnen.

Al-Dura: Wo bleiben die Mainstream-Medien?

honestreporting Media BackSpin, 18. November 2007

Tagelang durchsuchten wir die Mainstream-Medien nach irgendeinem A) englischsprachigen, b) nichtisraelischen und nichtjüdischem C) Massenmedium, das D) aufrichtig in einem Nachrichtenartikel über die jüngste Anhörung in Paris berichtete, als das Video zu Mohammed al-Dura als unglaubwürdig eingestuft wurde.

Was dies betrifft, Dank an die schottische Sunday Herald und sonst niemand.

Vereinzelt fanden wir Kommentare, so in der National Post und der Melbourne Herald Sun.

Dazu AP, das zu unserer Überraschung heute berichtete, dass die Hamas Jamal Al-Dura inhaftiert hat - ein Bericht, der es unterließ, auf die Entwicklung in Frankreich hinzuweisen.

So mussten Blogger wie Nidra Poller, Melanie Phillips, Richard Landes und HonestReporting/Take-A-Pen über die Verhandlung berichten. Haben wir etwas verpasst? Wo bleiben die Mainstream-Medien?

Bad News für Associated Press und Jamal Dura

honestreporting Media BackSpin, 18. November 2007

AP berichtet, dass Mohammad Duras Vater Jamal wegen „angeblich in die Luft abgegebener Freudenschüsse bei einer Hochzeitsfeier seiner Familie“ vorübergehend von der Hamas eingesperrt wurde.

Leider erwähnt der Nachrichtenservice nicht die Besonderheit im Fall Jamal, nämlich, dass das Filmmaterial von France 2 in einem Gerichtssaal in Paris vor nur einer Woche für unglaubwürdig befunden wurde. Die AP-Autoren müssen unser Video aus dem Gerichtsgebäude verpasst haben.

Briefe an feedback@ap.org

Highlights der Anhörung

honestreporting Media BackSpin, 16. November 2007

Nidra Pollers detaillierter Bericht zum Geschehen bei der Anhörung und Veröffentlichung des Videos zu Mohammad Dura - hier die Ausgabe von Pajamas Media, auf die wir uns freuten.

Und verpassen Sie nicht das Exklusiv- Video von HonestReporting/Take-A-Pen sowie den ersten Bericht aus dem Gerichtsgebäude.

Dura-Reportage unglaubwürdig

honestreporting Media BackSpin, 15. November 2007

Zusammen mit Take-A-Pen berichtete HonestReporting gestern Nachmittag über die Anhörung in Frankreich, wo das Filmrohmaterial zum Fall Mohammed Dura zum ersten Mal öffentlich gezeigt wurde. Alain Benjamin von HonestReporting/Take-A-Pen, der das Video in Gerichtssaal gesehen hat, informierte Redakteur Pesach Benson (Media BackSpin) telefonisch über den Verlauf des Verfahrens.

Was war im Filmrohmaterial zu sehen?

Wir können mit Bestimmtheit feststellen, dass niemand sagen kann, wer auf wen schoss. Charles Enderlin hat in Gerichtshof gesagt, dass die Palästinenser zuerst mit der Schießerei begonnen haben, aber letztendlich können wir nicht sagen, was an jenem Tag geschehen ist. Man kann nicht sagen, wer für was verantwortlich ist. Charles Enderlins Behauptung, die israelische Armee habe den Jungen getötet, ist komplett falsch. Er konnte lediglich sagen, dass der Junge getötet worden war - aber wir wissen nicht, von wem.

Es gab ein Gerangel darüber, wie viel Filmmaterial gezeigt werden würde. Wurde das komplette Video gezeigt?

Charles Enderlin hat 18 Minuten Filmmaterial eingereicht. Die Richterin hat ohne Beeinflussung der Anwälte Karsentys danach gefragt, was mit den 27 Minuten geschehen sei. Enderlin hat [für die Akten] erklärt, dass er Filmmaterial manipulieren musste, das für den Tag nicht relevant war. Er sagte, dass er das Filmmaterial mittels DVD für den Gerichtshof übertragen hat. Das sorgte für Überraschung im Gerichtssaal.

Also fragte die Richterin, ob irgendjemand, der von der Sache wusste, das Filmmaterial gesehen hätte. Luc Rosenzweig war anwesend, stand auf und sagte, dass er ein Band gesehen habe, dass mehr als 20 Minuten Länge hatte. Richard Landes erhob sich auch. Er hat das Filmmaterial in Enderlins Büro gesehen. Er sagte aus, dass der Timer mindestens 21 Minuten anzeigte. Die Richterin ließ grundsätzlich diese Frage auf sich beruhen, aber im Gerichtssaal verdichtete sich der unausgesprochene Verdacht, dass am Filmmaterial herumgepfuscht oder manipuliert worden war.

Nachdem die Anhörung endete - wie reagierten die Menschen auf das, was sie gesehen hatten?

Niemand glaubte, dass die Version von France 2 wahr sei. Einige Leute behaupteten, dass das Filmmaterial gestellt worden war. Andere denken, das Filmmaterial sei echt. Aber ohne Frage dachte niemand, dass irgendjemand gestorben war.

Gibt das Filmmaterial Karsenty Recht?

Jeder, der aus dem Gerichtssaal kam, sagte „Wow“ und sprach darüber, ob Karsenty gegen France 2 Maßnahmen ergreifen würde, weil sie versucht hatten, das Gericht anzulügen. Er kann auf den Urteilsspruch warten oder kann France 2 wegen Herumpfuschens am Band verklagen. Er hat einige Optionen. Ganz offensichtlich hat die Version von France 2 die Richterin nicht überzeugt. Der Urteilsspruch wird für den 27. Februar 2008 erwartet.

Wie regierten die Leute von France 2 nach der Anhörung?

France 2 verließ sofort den Gerichtssaal. Sie eilten raus und weg waren sie. Sie wollten mit niemandem sprechen.

Einige Leute machten sich Sorgen, dass die Wiederaufnahme des Themas Israels Image beschädigen würde.

Es gibt absolut keinen Grund, sich darum jetzt Sorgen zu machen.

Wie war das Medienaufkommen?

Sehr groß. Vier oder fünf Fernsehteams waren anwesend, dazu 30 Journalisten von Fernsehen, Rundfunk und Printmedien. Nur ein Drittel der Journalisten und der Öffentlichkeit erhielt Einlass in den Gerichtssaal, um das Filmmaterial zu sehen. Wegen des Andrangs begann die Anhörung mit Verspätung. Sie kamen von überall her. Einmal sah ich, wie Philippe von einem Kuwaiter Fernsehteam interviewed wurde.

Was ist die wichtigste Lektion, dir wir heute gelernt haben?

Ein Mann ließ sich vier Jahre lang nicht unterkriegen. Es ist eine Lektion, was Durchhaltevermögen betrifft.

Israel sollte sich ein Vorbild an diesem Versuch nehmen, die Wahrheit zu verfolgen, statt die Angelegenheit schnell abzuhaken. Wenn Israels PR-Leute alle diese unterschiedlichen Sachen verfolgt hätten, die gezeigt haben, dass es nicht seine Schuld war, wären die Dinge anders gelaufen.

Die andere Lektion wirft ein Licht auf einen Prozess, der in der Region (Nahost) weit verbreitet ist. Die Menschen realisieren nicht, dass Palästinenser ihren Journalistenjob bekommen, weil sie mit der palästinensischen Sache fühlen. Sie sind nicht in der Lage, eine Agenda abzuarbeiten. Es liegt nun an den Nachrichtenagenturen, offen zu legen, dass sie Einheimische für die Fernsehberichterstattung beschäftigen, um Eilmeldungen zu senden.

Update: Sehen Sie sich Alain Benjamins Videobericht an.