Medien BackSpin

Falsches zu Nahost richtig gestellt

Nahost allgemein

Wenn Journalisten schauspielern

honestreporting Media BackSpin, 20. November 2007

Als libanesische Beamte ihm den Zutritt zum Flüchtlingslagers Nahr el-Bared verweigerten, schloss sich Reporter Raed Rafei einer Hilfsorganisation an, um Zugang zu erlangen. Nachdem er ein paar Wasserflaschen verteilt hatte schlüpfte er wieder in seine Reporterrolle, um diesen Bericht anzufertigen. Rafei räumte ein, dass er auch für den Blog der LA Times schreibt.

Mutige Vorgehensweise, um eine wichtige Geschichte zu bekommen.

Dies wirft auch eine Frage auf: Wenn Reporter sich als humanitäre Helfer ausgeben, um eine Sensationsstory zu schreiben, haben sie dann irgendein Recht, sich zu beschweren, wenn israelische Polizei (oder, wage ich zu sagen, palästinensische Terroristen) sich als Journalisten ausgeben?

Märtyrermythen

honestreporting Media BackSpin, 14. November 2007

Ein libanesischer Priester sagt, dass das Wort „Märtyrer“ ein beladener Begriff ist, der zur Hetze aufruft. Sehen Sie sich dieses Video von Memri an.

Memri_3

Hier ein kurzer Ausschnitt seines zwingenden Arguments: (Achtung: Bitte mit dem Internet Explorer öffnen, falls mit Firefox Probleme auftreten sollten)

Interviewer: Nehmen wir zum Beispiel die Menschen, die im Südlibanon getötet wurden, als sie gegen die israelis kämpften - sollten sie als Märtyrer gesehen werden?

Pater Samir Khalil Al-Yasou'i: Definitiv nicht. Sie sind nicht Märtyrer, weil sie kämpften. Dies ist eine politische Schutzbehauptung...

Interviewer: Sie sind also auf keinen Fall Märtyrer? Ist es falsch und ungeeignet, das Wort „Märtyrer“ in diesem Fall zu benutzen?

Pater Samir Khalil Al-Yasou'i: Dieses Wort wird dazu benutzt, Leute aufzuhetzen und die eigene Position zu rechtfertigen. Wenn ich meine Waffe nehme und in den Krieg gegen eine andere bewaffnete Person ziehe bedeutet dies, dass einer von uns getötet werden könnte. Es gibt Opfer... Auf jedem Fall werde ich wie er als Aggressor gesehen. Selbst wenn er es fertig gebracht hat, mich zu treffen und ich ihn nicht treffen konnte, bedeutet das nicht, dass ich als Märtyrer gesehen werden kann und er als Scharfrichter. Wie außerdem Dr. Samir sagte: Gandhi sollte in der Tat als Märtyrer gesehen werden, da er getötet wurde, weil er sich für Gewaltlosigkeit einsetzte, und weil er versuchte, Muslime und Hindus miteinander zu versöhnen. Ebenso können viele Buddhisten wie die, die wir jetzt in Myanmar bewundern, als Märtyrer bezeichnet werden.

Interviewer: Sie sind Leidtragende des Mangels an religiöser Freiheit.

Pater Al-Yasou'i: Ja, und zwar deswegen, weil sie gewaltlos sein müssen. Gewalttätige können nicht als Märtyrer angesehen werden….

(Hat tip: Solomonia)

Jüdische Flüchtlinge und das „Recht auf Rückkehr“

honestreporting Media BackSpin, 5. November 2007

Die NY Times nimmt sich des Themas Gerechtigkeit für Juden aus arabischen Ländern (JJFAC*) an. Warum jetzt? Die Organisation entdeckte in UN-Archiven einige aufschlussreiche Dokumente, die sie publizieren will, bevor das „Recht auf Rückkehr“ für die Palästinenser in Annapolis diskutiert wird:

„In der Tat haben wir Beweise, den es zwischen den arabischen Nationen geheime Absprachen gab, ihre jüdischen Bevölkerungsgruppen zu verfolgen und auszubeuten“.

Um ihre Behauptung zu unterstützen hat die Gruppe Kopien eines Gesetzesentwurfs reproduziert, der von der arabischen Liga 1947 verfasst wurde und Maßnahmen gegen in arabischen Staaten lebende Juden forderte. Die Vorschläge beinhalteten Freiheitsentzug, Beschlagnahme von Vermögenswerten, Zwangseinzug in arabische Armeen, Prügelstrafen und öffentliche Hetzaufrufe zu Gewalt gegen Juden und Pogrome.

Die nachfolgenden Gesetzgebungen und diskriminierenden Erlasse, die von arabischen Regierungen gegen Juden verordnet wurden, „ähnelten sehr“ den Handlungen, die im Gesetzesentwurf angelegt waren, sagte Herr Urman.

JJFAC zitiert UN-Zahlen, die belegen, dass 856.000 Juden aus arabischen Ländern geflohen sind, während 711.000 Palästinenser um 1948/49 von Israel besetztes Gebiet verlassen haben.

Mehr zum Thema „Juden aus arabischen Staaten“ auf dem Blog Point of no Return
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* JJFAC = Justice For Jews From Arab Countries

Militärische Manöver einer politischen Partei

honestreporting Media BackSpin, 5. November 2007

Während der letzten drei Tage hat die Hisbollah entlang der israelisch-libanesischen Grenze Manöver durchgeführt. Haaretz berichtet:

Dem Bericht zufolge nahmen Tausende Kämpfer der islamischen Gruppe an einer Ausbildungsübung entlang der libanesisch-israelischen Grenze teil, um zu beweisen, dass die Reichweite der Hisbollah-Raketen ganz Israel abdecken kann.

Hier ein weiteres Beispiel für eine "politische Partei" mit einem "bewaffneten Flügel".

Syriens nützliche Idioten

honestreporting Media BackSpin, 25. Oktober 2007

Sie werden überrascht sein, wenn Sie lesen, wen Michael Totten als Syriens „nützliche“ Idioten identifiziert.

Hisbollah: Neues Verständnis von Basisunterstützung

honestreporting Media BackSpin, 16. Oktober 2007

Während sich die Lage im Libanon verschlechtert, pflanzen profitsüchtige Farmer mehr und mehr Marihuana an. Der Christian Science Monitor stellt fest, dass die Hisbollah nichts dagegen einzuwenden hat:

Der nördliche Teil des Bekaa-Tals - wo der überwiegende Anteil Marihuana wächst - wird von der Hisbollah dominiert, der militanten schiitischen Partei im Libanon. Die Hisbollah missbilligt zwar offiziell den Drogenanbau, hat sich aber dafür entschieden, lieber in der Praxis ein Auge zuzudrücken, statt wegen der Frage eine Konfrontation mit ihrer Basis zu riskieren.

Tatsächlich hat die Hisbollah in der Vergangenheit die grenzüberschreitenden Drogenschmuggel-Netzwerke zwischen dem Libanon und Israel miteinbezogen, die es ermöglichen, dass Rauschgift nach Süden in den jüdischen Staat fließt und die Hisbollah im Gegenzug Informationen erhält, die von israelischen Drogendealern gesammelt werden.

Lesen Sie hier nach, wie viele Israelis im letzten Jahr zurückgeschlagen haben.

Sherlock Holmes und das syrische WMD-Programm*

honestreporting Media BackSpin, 11. Oktober 2007

Reporter Hugh Naylor von der NY Times beschreibt eine Medienrundführung im Gebiet Deir Ez-Zour, wo die Syrer nicht nur jedes Programm für Massenvernichtungswaffen leugnen, sie bestreiten auch, dass Israel dort einen Angriff durchführte:

Am Montag besuchten Journalisten auf Einladung der Regierung das Zentrum für Landwirtschaft, um zu überprüfen, wie Herr Mehdi sagte, dass es dort kein Atomwaffenprogramm oder israelische Angriffe gab. "Die Behauptungen sind völlig unbegründet, und ich verstehe wirklich nicht, woher dieses ganze Gerede über Massenvernichtungswaffen kommt", so Herr Mehdi.

"Hier gab es keinen Angriff - wir haben nichts davon gehört", fügte er hinzu.

Die NY Times verweist auch auf einen wichtigen Bericht von YNet-Reporter Ron Ben-Yishai, der es schaffte, nach Syrien einzureisen. Mehr dazu hier. Naylors Bericht widerspricht der Einschätzung von BBC-Korrespondent Jonathan Marcus:

In einem der erfundenen berühmtesten Fälle des Detektivs Sherlock Holmes wurde das Verbrechen durch einen entscheidenden Hinweis gelöst - den Hund, der nachts nicht gebellt hatte.

Und im wirklichkeitsnahen Drama beim Angriff der israelischen Luftwaffe auf ein Ziel in Syrien im letzten Monat gibt es zwei spezielle “Hunde“, die nicht gebellt haben.

Trotz ihrer Proteste hat die syrische Regierung so wenig wie möglich unternommen, den Vorfall hochzuspielen.

Es hat keine Informationsreisen für Journalisten gegeben, um die Bombenkrater zu besichtigen, keine orchestrierte Kampagne, Israel zu verurteilen - für etwas, was unter allen anderen Umständen als ungerechtfertigter aggressiver Akt gesehen wird.

Was auch immer in Deir Ez-Zour geschehen ist, es benötigt keinen Sherlock Holmes, um herauszufinden, dass Syriens schwächelnde Public Relation nur zerstört, was immer an Glaubwürdigkeit Bashar Assad hinterlassen hat.

Dazu passend: Syriens nukleare Ambitionen
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*Weapons of Mass Destruction (Massenvernichtungswaffen)

Im Friedenszelt

honestreporting.com Media BackSpin, 16. September 2007

Dieser Leitartikel des Boston Globe wünscht sich, dass Syrien und die Hamas zum bevorstehenden Nahostgipfel eingeladen werden:

"Und die Quertreiber der Region, die Hamas und Syrien, müssen in dieses Friedenszelt eingeladen werden - wenn nicht von Israel oder den Vereinigten Staaten, dann von Abbas, den Saudis und den anderen arabischen Staaten. Sonst wird es zu leicht für sie sein, die Art von Provokation zu inszenieren, die in der Vergangenheit die Chancen auf Frieden untergraben hat."

Die Teilnahme der Syrer und der Hamas am geplanten Friedengipfel erlaubt nur anderen Quertreibern wie dem Iran und Nordkorea, jegliche Friedenspläne zu torpedieren.

Ohrenbetäubendes Schweigen

honestreporting.com Media BackSpin, 6. September 2007

Von Reuters:

Ägyptische Behörden zerstörten 20 illegal gebaute Häuser bei Sharm el Sheikh und planen, weitere 1.500 abzureißen.

Das Schweigen der NGOs* ist ohrenbetäubend. Nach den eigenen Statistiken des Israeli Committee Against Home Demolitions sind zwischen September 2000 und Mai 2007 „von der Zivilverwaltung etwa 1.900 Häuser wegen fehlender Baugenehmigung abgerissen worden.“

Israel würde Jahre brauchen, die gleiche Anzahl von Häusern abzureißen, wie Ägypten dies vorhat. Warum also ist die Empörung der Welt gegen die Zerstörung von illegal errichteten Häusern für Israel reserviert?

(Hat tip: Solomonia)
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* Nichtregierungsorganisation.

Die Erklärung des Begriffes Nichtregierungsorganisation von Wikipedia, wie im Link dargestellt, muss sich nicht zwangsläufig in allen Punkten mit der Auffassung von HonestReporting decken.

Wie belanglos ist die Rhetorik?

honestreporting.com Media BackSpin, 3. September 2007

Ray Takeyh von CAIR* bekam von der Boston Globe Raum für einen Gastkommentar, in dem er behauptete, dass Mahmoud Ahmadinejads Aufrufe, „Israel von der Landkarte zu löschen“, nicht mehr als Schulhofprahlerei seien:

"Was in den Hauptstädten weltweit die größte Alarmstimmung verursacht sind seine wiederholten Aufrufe, Israels solle 'von der Landkarte gelöscht' werden. Trotz der Leugnung iranischer Diplomaten ist diese Brandstifterrhetorik - oft in der Nähe des Antisemitismus - die Hauptstütze in der Sprache des theokratischen Regimes gewesen. Jedoch verbirgt solche Rhetorik mehr als sie enthüllt. Teheran will die Ausrottung Israels nicht, betrachtet aber solche Slogans als Mittel, Beifall von der arabischen Straße zu bekommen. Es ist die Tragödie im Nahen und Mittleren Osten heute, dass solch widerwärtige Rhetorik den Pfad zu politischer Popularität ebnet.

Ahmadinejads Präsidentschaft hat in der Tat einen messbaren Einfluss auf das Leben in der islamischen Republik gehabt. Ein übermäßig argwöhnisches Regime ist damit beschäftigt gewesen, Nichtregierungsorganisationen aufzulösen, Bürgerrechtsgruppen zu unterdrücken und Amerikaner iranischer Abstammung aufgrund konstruierter Spionagevorwürfe zu inhaftieren. Die außenpolitischen Ziele des Iran haben sich im Kern jedoch nicht verändert - trotz Ahmadinejads Machtgewinn und seines paranoiden Politikstils.

Takeyh irrt in zwei Punkten.

• Rhetorik allein erklärt nicht, warum jeder iranische Führer seit Khomeini Stellvertreter wie die Hisbollah und andere gegen Israel und den Westen in Stellung gebracht hat.

• Warum glaubt Takeyh, dass Ahmadinejad Israelis irgendwie besser behandeln wird als sein eigenes Volk?
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*Council on American-Islamic Relations