Medien BackSpin

Falsches zu Nahost richtig gestellt

Araber

Ein Bericht, den die Hisbollah nicht sehen will

honestreporting.com Media BackSpin, 30. August 2007

Hier der vollständige Bericht von Human Rights Watch, den die Hisbollah nicht gerne sehen will. Er traf einen so empfindlichen Nerv, dass sie gestern erfolgreich eine Menschenrechtskonferenz von Human Rights Watch verhinderte.

Erwarten Sie nicht, dass Israel am 6. September Aktivitäten von Human Rights Watch unterdrücken wird, wenn die Nichtregierungsorganisation (NGO) ihren Bericht über die Aktivitäten der IDF vorlegt.

Aber die Hisbollah protestiert immer.

Farbenkrieg war schon einmal bunter

honestreporting.com Media BackSpin, 22. August 2007

Reuters hat sich in einem Sommerlager der Hamas umgesehen.

Scherzend auf einem Spielplatz im Hamas-Camp fangen die Kinder laut an zu singen:

"Ein Mann der Hamas fürchtet den Tod nicht, ein Mann der Hamas tut es um der Religion willen“, sangen sie.

Die Fatah ist auch nicht so unschuldig:

In einem nahe gelegenen Lager der Fatah singen die Kinder Lieder, in denen sie die Kämpfer preisen, die vor zwei Monaten im Kampf gegen die Hamas getötet worden sind:

"Die Männer der Fatah sind Löwen, die sich mutig dem Hurrikan stellten. Sie sind wie ein Feuer, das für die Freiheit brennt".

Dazu passend: Das reinste Kinderspiel

Moqtada Sadr bestätigt Training bei der Hisbollah

honestreporting.com Media BackSpin, 20. August 2007

In einem Interview mit The Independent erklärte ein Mitglied der Mahdi-Armee Moqtada Sadrs, dass die Milizen im Libanon von der Hisbollah ausgebildet wurden.

"Wir haben enge Verbindungen zur Hisbollah, tauschen Ideen aus und besprechen die Situation, mit der Schiiten in beiden Ländern konfrontiert sind“, sagte er. "Es ist normal, dass wir uns verbessern wollen, indem wir voneinander lernen. Wir ahmen die Kampfweise und die Taktik der Hisbollah nach, bilden uns dann gegenseitig aus und werden dadurch besser."

Herr Sadr sagte, dass Mitglieder der Mahdi-Armee in den Libanon gereist waren und dies auch weiterhin so sein wird. "Wir gehen hin und erörtern, wie die Pläne Israels für die Zukunft im Nahen Osten aussehen, denn schließlich sind wir Teil dessen, was auch immer dort geschehen wird“, sagte er.

Dazu passend: Hisbollah: Globales Jihad-Franchising

Das Medienimperium der Hisbollah

honestreporting.com Media BackSpin, 12. August 2007

Das Medienpotenzial der Hisbollah ist seit dem zweiten Libanonkrieg gewachsen und hat sich etabliert. OMedia schreibt:

„Das Medienimperium der Hisbollah umfasst Satellitenstationen, Radiostationen, Webseiten und sogar Printmedien. Die Hisbollah ist sich der Tatsache bewusst, dass Wörter und Bilder Macht ausüben, die im Konfliktfall beide Seiten beeinflusst. Deshalb verwendet sie überschaubare und eindeutige Botschaften....

"Die Medien“, ergänzt Dr. Erlich, "müssen ihre Fähigkeit verbessern, mit der Hisbollah umzugehen, besonders was die Informationsverbreitung betrifft - einschließlich der Felder, auf denen die Hisbollah ein Monopol oder ein Beinahe-Monopol hat. Die Medien müssen den von der Hisbollah gestreuten Informationen kritisch begegnen."

Dazu passend: Von wo sendet Al-Manar? [Engl.]

Hisbollah: Globales Jihad-Franchising

honestreporting.com Media BackSpin, 26. Juli 2007

Die Hisbollah bildet Einheimische im Südlibanon für den Kampf gegen Israel aus. Dazu schreibt die Financial Times:

"Wir haben in diesem Sommer doppelt so viele Bewerber für das Training wie vorher“, sagte ein ranghoher Hisbollah-Funktionär, als er nach der Organisation befragt wurde.

Nach dem Krieg im letzten Jahr legt die Hisbollah diesmal mehr Gewicht auf der Ausbildung der ortsansässigen Bevölkerung in den Dörfern und Städten im Süden. Ziel ist, die Einwohner zum Bleiben zu bewegen und lieber zu kämpfen statt zu fliehen, wie während des Krieges massenhaft geschehen."

Die Organisation begrenzt ihr Know-how aber nicht nur auf den Libanon. Das Magazin Time schreibt, dass die Hisbollah auch im Irak ausbildet:

"Nach Auskunft der Volks-Mujaheddin Iran (PMOI), einer Gruppe, die seit langem das Regime in Teheran bekämpft, befinden sich im Irak mehr als 500 Hisbollah-Agenten, die auf Geheiß Teherans dortige Milizen ausbilden. Die PMOI, die von sich behauptet, ein umfangreiches Agentennetz im Iran und im Irak zu unterhalten, sagt, dass die meisten Hisbollah-Agenten im Irak als Ausbilder oder Erfüllungsgehilfen der Mahdi-Armee tätig sind - der schiitischen Miliz des hitzköpfigen Klerikers Muqtada al-Sadr.

Brooks hält die Einschätzung der PMOI für plausibel, weil sie auf Angaben amerikanischer Geheimdienste basiert. „Es würde mich nicht überraschen“, so Brooks. "Beweise ihrer Anwesenheit gab es hier schon vor einiger Zeit." Brooks fügte hinzu, dass ausgeklügelte Entführungsoperationen im Irak und Hightech-Bomben der Bauweise, wie man sie von der Hisbollah im Libanon kennt, Anzeichen dafür sind, dass die Gruppe in zunehmendem Maß ein Teil der Milizenszene hier geworden ist."

Die Hisbollah ist bekannt für ihr globales Jihad-Franchising.

Arabische Medien gegen menschliche Schutzschilde

honestreporting.com Media BackSpin, 17. Juli 2007

Memri blog wurde auf diese Karikatur aufmerksam, die in Jordaniens Al-Dustour veröffentlicht wurde. Der Schriftzug im Vordergrund heißt übersetzt "Flüchtlingslager Nahr el-Bared".

Hätten die arabischen Medien im letzten Jahr die Hisbollah wegen der Verwendung von Menschen als Schutzschilde kritisiert, Fatah-Al-Islam würde sich vielleicht nicht dazu ermutigt fühlen, das Gleiche zu tun.

Umfrage: Sollte Johnston getötet werden?

honestreporting.com Media BackSpin, 20. Mai 2007

Memri blog* entdeckte eine islamische Website, die ihre Leser mit dem folgenden Satz zu Alan Johnston befragte:

"Sind Sie für die sofortige Tötung Alan Johnstons [entführter BBC-Korrespondent in Gaza], wenn die Kreuzfahrer den Forderungen seiner Entführer nicht nachgeben?"

_____

*Der Seitenaufruf kann gelegentlich etwas dauern

Annäherungsversuch der Al-Kaida wegen Johnston?

honestreporting.com Media BackSpin, 17. Mai 2007

Britische Regierungsbeamte haben mit Scheich Abu Qatada [Abbildung], einem inhaftierten Kleriker mit Beziehungen zur Al-Kaida, Kontakt aufgenommen, um die Freilassung Alan Johnstons zu erwirken. AP schreibt:

Die britische Regierung steht in Verhandlungen mit einem Mann, der einmal als spiritueller Repräsentant Osama bin Ladens in Europa bekannt war. Sie versucht, die Freilassung des entführten BBC-Korrespondenten Alan Johnston sicherzustellen, sagte das Außenministerium am Donnerstag.

“Wir haben mit Abu Qatada über seinen Rechtsanwalt hinsichtlich eines Gesuchs für seine Freilassung gesprochen“, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums, die auf die Geheimhaltungsbestimmungen in Absprachen mit der Regierung hinwies….

"Ich erkläre hiermit meine völlige Bereitschaft, mit einer Abordnung der BBC nach Gaza zu reisen, mich mit den Brüdern und den Entführern zu treffen, um die Freigabe des Journalisten Alan Johnson zu erreichen", schrieb Qatada in einen Brief, der an das Islamic Observatory Center geschickt wurde.

Ein kürzlich veröffentlichtes Tonband der Entführer Johnstons verlangte die Freilassung Qatadas.

Nette Geschichte, aber wo bleibt der Kontext?

honestreporting.com Media BackSpin, 10. Mai 2007

Ein scheinbar schlüssiger Artikel der BBC “vergisst” warum die irakischen Juden ihre ehemalige Heimat verließen.

Nachzulesen im neuesten Kommuniqué von HonestReporting:

Nette Geschichte, aber wo bleibt der Kontext? .

Palästinensisches Blut nicht viel wert

honestreporting.com Media BackSpin, 7. Mai 2007

Wie berichten die arabischen Medien über Gilad Shalit? Die Antwort dürfte Sie überraschen. OMedia greift einen Kommentar von Elaph auf, einem kurdischen Magazin:

"Shalit, den die Palästinenser als Druckmittel für Verhandlungen nutzen, ist tatsächlich in jeder Hinsicht ein Held geworden. Das liegt daran, wie über seine Geschichte in den arabischen Medien berichtet wird. Die Medien haben Israel zu einem leuchtenden Beispiel eines mächtigen Landes gemacht, das nicht den herkömmlichen Handlungsweisen nachgibt, die gegen den Staat angewandt werden, während der Gebrauch dieser Methoden die Unfähigkeit der arabischen Regime zeigt, mit den derzeitigen Anforderungen umzugehen.

Obwohl die Notlage Gilad Shalits für Israel von höchster Priorität ist, das sein Äußerstes tut, um sein Leben zu schützen und ihn aus den Händen seiner Feinden zu befreien, hat es die Problematik nicht herausgestellt und so viel Rummel darum gemacht wie die arabischen Satellitenkanäle mit dem Hauptaugenmerk auf die simple Frage "Warum bekundet die Welt nicht genauso viel Anteil für die palästinensischen Gefangenen wie für Gilad Shalit?" Aber die Satellitensender haben nicht versucht, diese Frage zu beantworten. Stattdessen versuchen sie, in den arabischen Straßen Unterstützung für ihre lächerlich geistlose Handhabung der Fragestellung zusammenzutrommeln, deren wichtige und heikle Themen aber nicht gesendet werden....

Wenn wir uns die palästinensischen Sicherheitskräfte ansehen, die der imaginären und heruntergekommenen Armee angehören, sehen wir, dass ein palästinensischer Kämpfer weniger wert ist als die Geschosse in dem Gewehr, das er trägt und dass, wenn er gefangen genommen wird, „man schon eine passende Lösung finden wird“.

Sehen Sie sich an, wie die israelische Regierung und alle ihre Apparate sich mit der Gefangennahme von Gilad Shalit beschäftigen. Die Menschlichkeit, die sie zeigen, wird jeden israelischen Soldaten anspornen, der weiß, dass, wenn ihm irgendetwas geschieht, er wie ein Held behandelt wird, wie Shalit, freigelassen im Austausch gegen eine Herde palästinensischer Gefangener, die ins Schlachthaus und zur imaginären Armee zurückkehren, welche bis heute nicht in der Lage ist, sich vom Krebsgeschwür des Loyalitätskonflikes zu befreien."

Rätsel der arabischen Medien: Palästinensisches Blut ist offenbar nicht viel wert.