Medien BackSpin

Falsches zu Nahost richtig gestellt

"Show abziehen für die Kamera"

honestreporting.com Media BackSpin, 11. April 2007

Ein palästinensischer Jugendlicher, der in Hebron eine Show für die Medien abzieht, wird von der IDF verhaftet.

Rod Liddle vom britischen Cannel 4 fühlt sich dafür verantwortlich. Im The Spectator schreibt er:

"Was diesmal geschah war folgendes:

Ohne Zweifel ermutigt durch unsere Kamera überquert ein palästinensischer Jugendlicher - 15 Jahre alt - eine Sicherheitslinie, die er nicht überschreiten darf. Er geht ein wenig näher auf das Haus zu als er sollte. Die Kameras laufen. Die Soldaten umringen ihn und erklären ihm, dass er die Fliege machen solle, zurück zu seinem Zelt. Er weigert sich. Er sagt großmäulig und theatralisch auf Arabisch etwas wie, dass er nicht daran denkt, sich zu entfernen, und fügt dann möglicherweise einige obszöne Bemerkungen gegenüber einem der Soldaten hinzu - einem Israeli arabischer Abstammung (jedermann wird Ihnen sagen, dass die Schlimmsten in der IDF die Drusen sind). Postwendend wurde er hart in den Unterleib getreten, in den Magen geschlagen und ins Heck eines Transportwagens verfrachtet.

In der Weltbestenliste der Grausamkeiten ist dies ein Klacks - und für Film-Teams, die es gewohnt sind, in Spannungsgebieten und an gefährlichen Orten auf der Welt zu arbeiten, ein vertrautes und möglicherweise kleineres ethisches Problem. Der israelische Soldat hatte Recht, seiner Schlussfolgerung nach: Wenn wir nicht dort gewesen wären, hätte sich das so nicht abgespielt. Wenn du es konstruierst kommen sie, usw.

Der Junge zog eine Show für die Kameras ab und steckte dafür Prügel ein. Wenn wir - oder einige andere Fernsehaffen - nicht dort gewesen wären, hätte das nicht stattgefunden. Wir waren dort, um Unrecht zu bezeugen; und auch, um es im Interesse der zusehenden Öffentlichkeit zu verschärfen."

Liddle beschreibt sogar seinen Dialog mit dem beteiligten Soldaten:

"Ich versuchte ihm zu erklären, dass es nicht meine Absicht war, dass der Jugendliche durchdreht und im Polizeitransportwagen landet -; das ist Journalismus und er muss so praktiziert werden, dass die Welt sieht, was vor sich geht und sie sich ihre eigene Meinung bildet.

„Ja“, nickte er, „das ist, was Sie tun, nicht wahr? Und das ist, was ich tue.“

Webnews

Bernd Dahlenburg am 11.4.07 18:31

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