Medien BackSpin

Falsches zu Nahost richtig gestellt

Jenin im Libanon

honestreporting.com Media BackSpin, 29. Mai 2007

Kolumnist Jonathan Kay von der National Post kämpft mit harten Bandagen bei seinen Beobachtungen zur Ausweglosigkeit im Flüchtlingslager Nahr el-Bared:

"Stellen wir uns vor, wie die Reaktion der Welt ausfallen würde, wenn die Belagerung in Gaza stattfände oder in der West Bank anstelle am Stadtrand von Tripoli im Libanon beim Flüchtlingslager Nahr el-Bared.

Zuerst würde sich eine Flut ausländischer Journalisten beim Lager einquartieren, um Israels Grausamkeit und Barbarei zu dokumentieren, und die Geschichte würde jeden Tag die Titelseiten füllen. Al-Jazeera brächte rund 7 Tage um die Uhr Filmmontagen über trauernde Mütter, die den Zionisten-Schlächtern Rache schwören, und Gerüchte über Massengräber und Giftgas würden wabern.

Die Arabische Liga, die EU und die UNO würden die israelische Aggression verurteilen - ebenso wie die Chefredaktion der New York Times. „The Independent“ würde Robert Fisk entsenden, um ihn bei der Fatah Al-Islam einzubetten. Und Dave Brown, der Karikaturist der Zeitung, würde eine weitere preisverdächtige Interpretation seines charakteristischen Leitmotivs produzieren: Juden, die palästinensische Babys essen.

Wir brauchen wirklich nicht zu spekulieren: Was ich eben geschrieben habe, ist genau das, was passierte, als die israelische Armee in das Flüchtlingslager Jenin eindrang, um im April 2002 Terroristen auszuheben - eine Schlacht, die ähnlich umfangreich war wie bei der Belagerung von Nahr el-Bared in diesem Monat."

Hier der vollständige Text [In Englisch]

Bernd Dahlenburg am 30.5.07 20:09

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